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[Edit]1 Allgemein
[Edit]1.1 Hochschulsystem in England
Universtitäten in England werden in der Regel vom Staat finanziert. Der Higher Education Funding Council for England (HEFCE)
(http://www.hefce.ac.uk) ist die Quango
(http://en.wikipedia.org/wiki/Quango), die über die Vergabe von staatlichen Geldern an die Universitäten entscheidet.
Nichtsdestotrotz gibt es Studiengebühren in England. Während für Undergraduate Studies diese Gebühren nach oben begrenzt sind, dürfen Universitäten für Postgraduate Studies sowie besonders von internationalen Studenten die Studiengebühren frei bestimmen. U.a. EU-Bürger sind nationalen Studenten gleichgestellt, zahlen also nur die "Home"-Gebühren.
[Edit]1.1.1 Studienabschlüsse
Abschlüsse werden grob in Undergraduate (grundständige) und Postgraduate (Aufbaustudien) geteilt; der Zugang zu Postgraduate Studies erfordert in der Regel einen Bachelor Degree, der höchstmögliche Undergraduate-Abschluss. Genauer ist dies im Framework for Higher Education Qualifications in England, Wales and Northern Ireland
(http://www.qaa.ac.uk/academicinfrastructure/fheq/EWNI/default.asp) verdeutlicht, das drei Undergraduate Levels sowie zwei Postgraduate Levels kennt:
- Certificate (C level): Certificates of Higher Education / Hochschulzertifikate - dies sind noch keine akademischen Grade
- Intermediate (I level): Foundation degrees, ordinary (Bachelors) degrees, Diplomas of Higher Education and other higher diplomas - i.d.R. nicht ausreichend für Postgraduate Studies
- Honours (H level): Bachelors degrees with Honours, Graduate Certificates and Graduate Diplomas - Grundlage für weiterführende Studien
- Masters (M level): Masters degrees, Postgraduate Certificates and Postgraduate Diplomas
- Doctoral (D level): Doctorates - können auch mit einem guten Honours-Bachelor begonnen werden
"Echte" akademische Grade sind nur Bachelor, Master und Doctorate, was dem dreizykligen europäischen System entspricht. Die Certificates und Diplomas davor und dazwischen sind quasi Zusatzqualifikationen, die nach kürzeren Studien erteilt werden. Certificate- und Diploma-Kurse haben oftmals auch laxere Zugangssvoraussetzungen.
[Edit]1.1.2 Kurze Geschichte der Englischen Universitäten
Oxford
(http://www.ox.ac.uk) und Cambridge
(http://www.cam.ac.uk) (zusammen bekannt als Oxbridge) gehören zu den ältesten (durchgängig funktionierenden) Universitäten der Welt. Während aber in anderen Ländern, inklusive Schottland, im Laufe der Jahrhunderte mehr und mehr Universitäten gegründet wurden, hatte England bis zum 19. Jahrhundern nur Oxbridge, sieht man von einigen sehr kurzlebigen Versuchen ab.
Universitäten standen traditionell unter Kirchenhoheit - mit der dritten englischen Universität, der University of London
(http://www.lon.ac.uk) (speziell dem Zwangsgründungsmitglied UCL) wurde das Anfang des 19. Jahrhunderts anders. Durham
(http://www.dur.ac.uk) folgte noch im gleichen Jahrhundert, bevor noch vor dem ersten Weltkrieg die Red Brick Universities
(http://en.wikipedia.org/wiki/Red_brick_university) entstanden.
Dem folgten erst in den 60ern des 20. Jahrhunderts die Plate Glass Universities
(http://en.wikipedia.org/wiki/Plate_glass_university) sowie die revolutionäre Fernlehrinstitution Open University
(http://www.open.ac.uk), und anschließend gab es erst 1992 wieder neue Universitäten, als die Polytechnics, stark berufsbezogene Studieninstitutionen, zu den sogenannten New Universities
(http://en.wikipedia.org/wiki/New_Universities) umgewandelt wurden.
Noch heute gibt es eine mehr als imaginäre Trennung von Pre- und Post-1992-Institutionen: New Universities legen traditionell größeres Augenmerk auf die Lehre, während Pre-1992-Institutionen stärker im Forschungsbereich sind, und die Bezahlung ist bei Pre-1992-Institutionen immer noch besser. Dementsprechend haben allgemein Pre-1992-Institutionen einen höheren Ruf als die "Ex-Polytechnics".
[Edit]1.2 Londoner Universitätslandschaft
London bietet eine der größten Konzentrationen an Universitäten der Welt - vor allem, wenn man die Colleges und Institute der University of London (siehe unten) einzeln zählt. Die Zahl der Studenten, die an Londoner Universitäten eingeschrieben sind, könnte in wenigen Jahren die halbe Million überschreiten. Insgesamt befinden sich über ein Dutzend englische Universitäten in London - wenn man die University of London als eine einzige zusammenfasst, ansonsten sind es über vierzig!
Auflistung von Universitäten in London (Wikipedia)
(http://en.wikipedia.org/wiki/List_of_universities_in_London)
[Edit]1.2.1 University of London
Die University of London
(http://www.lon.ac.uk) ist ein seltsames Biest. Bis Anfang des 19. Jahrhunderts standen Universitäten unter kirchlicher Hoheit, was mit der Gründung des University College London
(http://www.ucl.ac.uk) (UCL) 1826 jäh ein Ende nahm. Schnell wurde seitens des Königs das King's College London
(http://www.kcl.ac.uk) (KCL) als kirchlich orientierter Gegenpol gegründet und 1836 mit UCL zur University of London
(http://www.lon.ac.uk) zwangsvereint - die Geburtsstunde einer recht komplexen Universität.
Im Laufe der Zeit kamen mehr und mehr Institutionen zur University of London. Heute (2009) besteht sie aus 19 weitgehend unabhängigen Colleges, 12 Forschungsinstituten sowie dem External System, in dem Fernlehrgänge der Colleges gebündelt angeboten werden. Mit über 135.000 Campus-Studenten und 45.000 Fernstudenten ist die University of London die mit Abstand größte Universität des Königreichs.
Unter den Colleges befinden sich einige namhafte Institutionen, von denen oftmals kaum bekannt ist, das sie zur University of London gehören und die eigentlich vollwertige Multi-Fakultätsuniversitäten sind, die so auch alleine operieren könnten:
- University College London (UCL)
- King's College London
- London School of Economics and Political Science (LSE)
Auch die restlichen Colleges sind allgemein recht hoch angesehen. Während Birkbeck, Goldsmiths, Queen Mary und Royal Holloway weitere Colleges mit mehreren Fachbereichen sind, spezialisieren sich andere Colleges auf ein oder zwei Fachbereiche, darunter London Business School (LBS), School of Oriental and African Studies (SOAS), Institute of Education (IOE), London School Hygiene and Tropical Medicine (LSHTM), Royal Veterinary College (RVC), Royal Academy of Music, School of Pharmacy (SoP). Während diese Colleges in Fachkreisen über einen hohen Ruf verfügen, sind sie nicht unbedingt der allgemeinen Öffentlichkeit bekannt.
Imperial College war bis 2007 ebenfalls ein Mitglied der University of London, entschied sich aber, unabhängig zu werden. Im Verlauf ihrer Geschichte traten immer wieder Institutionen bei und aus; derzeit verliert die zentrale Universität mehr und mehr an Einfluss. So haben mittlerweile fast alle Colleges das Recht, Abschlüsse in eigenem Namen, also ohne die Bezeichnung "University of London" zu verleihen und ohne von den Qualitätssicherungsmaßnahmen und Studienabschluss-Regularien der zentralen Universität abhängig zu sein. Dies war vor wenigen Jahren noch anders. Die "bekannten" Colleges üben ihr Recht bereits aus, manche kleineren Colleges verleihen noch University-of-London-Degrees mit dem entsprechenden Crest auf der Urkunde.
Formelle Koordination oder Kommunikation zwischen den Colleges und Institutes der University of London gibt es aus studentischer Sicht wenig, alle Colleges arbeiten tatsächlich völlig unabhängig voneinander. Es ist nicht möglich, sich bei einem College nach Studienmöglichkeiten an einem anderen College zu erkundigen.
Der aus Studentensicht größte Benefit der University-of-London-Kooperation dürfte die University of London Union (ULU)
(http://www.ulu.co.uk/) sein, die in der Malet Street ein Gebäude mit Pub, Konzerthalle, Gym, Copy Shop und weiteren Geschäften betreibt. Studenten aller University of London Institutions können eine kostenlose Student Photo ID Card bei der ULU bekommen, die Zugang zu Rabatten (Kino, Konzerte, ...) beschert.
[Edit]2 Studium in England
[Edit]2.1 Auswahl der Uni
Bei dem Vorhaben, mit einem englischen Studienabschluss auch in England arbeiten zu wollen, sollte man auf den Ruf der Universität achten. Der Ruf spielt hierzulande eine deutlich größere Rolle, deren Wichtigkeit auch die Fachrichtung übersteigen kann: Es ist wichtiger, wo man studiert hat, als was man studiert hat (von regulierten Berufen einmal abgesehen).
[Edit]2.1.1 Ruf
Den besten Ruf haben nach wie vor Oxford und Cambridge, auch wenn sie in manchen Rankings ab und an durchaus mal überholt werden. Generell ist man mit den Universitäten, die sich zur Russell Group
(http://www.russellgroup.ac.uk/) zusammengeschlossen haben, auf der sicheren Seite. Eine Aufnahme in die 1994 Group
(http://www.1994group.ac.uk/) verhilft kleineren forschungsintensiven Universitäten zu einem guten Status. Der Ruf der meisten Post-1992-Universities hingegen wird bei der Jobsuche kein Multiplikator sein.
Sollte man deswegen Universitäten mit durchschnittlichem oder gar schlechtem Ruf pauschal ausschließen? Nein. Ein Studium sollte möglichst gut zum persönlichen Profil und den eigenen Zielen passen, zudem setzen z.B. viele Post-92-Universitäten aufgrund ihres schwachen Forschungsprofils ihren Schwerpunkt auf gute Lehre. Oftmals bieten sie auch sehr zielgerichtete Studiengänge an - diese werden zwar gelegentlich als "Mickey-Mouse-Degrees" verschrieen, weil sie vornehmlich auf ein sehr enges Berufsbild vorbereiten, in manchen Situationen kann allerdings genau dies erwünscht sein.
[Edit]2.1.2 Informationsquellen
League Tables, Rankings, Reports
Bei der Wahl des Studiengangs und der Uni sollte man sich auf jeden Fall bei der Uni direkt informieren - und wenn es nur auf der Website ist. Sehr beliebt sind auch die League Tables
(http://en.wikipedia.org/wiki/League_tables_of_British_universities), von denen es mittlerweile einige gibt, die dem verlinkten Wikipedia-Artikel zu entnehmen sind. Postgraduate-Studenten (Masters & Doctorate) sollten auch einen Blick auf die Resultate der letzten Research Assessment Exercise
(http://www.rae.ac.uk/) werfen. Stärken und Schwächen der Studienorganisation können auch in den QAA Audits
(http://www.qaa.ac.uk/reviews/reports/instIndex.asp) eingesehen werden - die Quality Assurance Agency überprüft jede Institution in regelmäßigen Abständen.
Open Days und Bildungsmessen
Universitäten organisieren auch Open Days für potentielle Studenten - eine gute Möglichkeit, sich vor Ort zu informieren. Manche Universitäten touren auch die Bildungsmessen der Welt, um Studenten zu rekrutieren. Auf den deutschen Bildungsmessen Einstieg Abi, Expolingua, StudyWorld, Horizonte sind z.B. regelmäßig britische Institutionen vertreten, außerdem organisiert der British Council jedes Jahr eine eigene Bildungsmesse
(http://www.britishcouncil.de/e/education/hefair) in vier deutschen Städten.
[Edit]2.2 Bewerbung
...was künftig hier erscheinen wird:
- UCAS
(http://www.ucas.ac.uk/) für Undergraduates
- UKPASS
(http://www.ukpass.ac.uk/) für Postgraduates
[Edit]2.3 Zugangsvoraussetzungen
...Infos zu A-Levels, Abi/Fachabi, Mature Students, etc.
[Edit]2.4 Finanzierung
...Studiengebühren und Stipendien - bis das zusammengefasst wurde, siehe:
Forumsdiskussion Studienfinanzierung (Nov 09)
(http://www.deutsche-in-london.net/forum/index.php/topic,34574.0.html)
[Edit]3 Als deutscher Absolvent in London
[Edit]3.1 Gleichwertigkeit von Hochschulabschlüssen
...was künftig hier erscheinen wird:
- NARIC
(http://www.naric.org.uk/)
Last changed: 15.11.2009 12:04 (CID: 370) by commonliner -