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Geo.de BuchtippsDie Zeitschrift "Geo" hat auf deren Internetseite eine interessante Buchliste zu London vorgestellt. Mit Erlaubnis der Redaktion liste ich hier deren Buchempfehlungen auf. 
| LONDON - NACHGESCHLAGENPeter Ackroyd, London. Die Biographie (Knaus, München 2002) 798 Seiten, 49,90 Euro
Für den gebürtigen Londoner, den Literaturwissenschaftler und Journalisten Peter Ackroyd gleicht die britische Kapitale, dieser junge, ohrenbetäubende, Gin und rauen Sport liebende Moloch, eher einem Geschöpf aus Fleisch und Blut als einem Werk aus Stahl und Stein. Und so schrieb er London eine Biografie auf den ausufernden Leib. Ein brillantes, thematisch gegliedertes Buch über die Metropole an der Themse. Genauer gesagt: DAS Buch über die Metropole an der Themse.
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| Francis Sheppard, London. A History (Oxford University Press, Oxford 2000) 442 Seiten, ca. 25 Euro
Von der römischen Gründung bis in die jüngste Zeit gibt Sheppard einen präzisen und verständlichen, stets nachvollziehbar gegliederten Überblick über die 2000-jährige Geschichte Londons. Aufgrund seiner recht trockenen und gedrängten Darstellung insbesondere zur verlässlichen Einführung in bestimmte Epochen geeignet - und weniger zur durchgehenden Lektüre.
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| Stephen Inwood, A History of London(Macmillan, London 2001) 1036 Seiten, ca. 26 Euro)
Chronologisch, von den frühesten Anfängen bis zum Ende des 20. Jahrhunderts, führt der Historiker seinen Leser profund, detailreich und voller Anekdoten durch die Stadtgeschichte der Themsemetropole. Was herkömmlich scheint, ist durch die geschickte Gewichtung der Unterkapitel - etwa "Power and Conflict", "Fire, Rebuilding and the Suburbs" oder "Population and Health" - ein echter Nachschlageschatz; wenngleich auf Englisch. Wie fast alle guten Bücher über London und seine Geschichte.
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| Roy Porter, London. A Social History (Penguin, London 2000) 560 Seiten, ca. 19 Euro)
Der vor drei Jahren verstorbene Verfasser gehörte zu den renommiertesten Sozialhistorikern Großbritanniens. Porter konzentriert sich in seiner Stadtgeschichte vor allem auf das Leben und den Alltag der Einwohner - in allen Facetten und durch sämtliche Epochen hindurch. Gleichzeitig schildert er die Entwicklung von Wirtschaft und Architektur. Klar, anschaulich und pointiert geschrieben, wissenschaftlich versiert und mit unzähligen zeitgenössischen Zitaten versehen, ist dies eine der besten Gesamtdarstellungen zu Londons Historie.
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| Ben Weinreb / Christopher Hibbert (Hrsg.), The London Encyclopaedia(Macmillan, London 1993) 1072 Seiten, ca. 50 Euro)
Die 5000 Einträge des Nachschlagewerks informieren über die wichtigsten historischen Ereignisse, die bedeutendsten Persönlichkeiten und imposantesten Bauwerke Londons. Die Artikel sind alphabetisch geordnet und zusätzlich über einen 50-seitigen Index erschlossen.
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| ELISABETH I.Ulrich Suerbaum, Das elisabethanische Zeitalter (Reclam, Ditzingen 1989) 584 Seiten, 12,80 Euro
Höfisch, rätselhaft, erfolgreich: Elisabeth I. ist eine der farbigsten Herrschergestalten der Weltgeschichte. Sie macht England zur protestantischen Macht in Europa, in ihre Regentschaft fällt das tragische Duell mit Maria Stuart, fallen die epische Weltumseglung von Francis Drake, der Sieg über die spanische Armada, der Ruhm Shakespeares - und nicht zuletzt der Aufstieg Londons zur Weltstadt. Werke zu ihr und ihrer Zeit füllen Bibliotheken. Doch ist Ulrich Suerbaum ein hervorragender Einstieg in die Epoche der Tudors gelungen.
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| The Life of Elizabeth I (Alison Weir, The Life of Elizabeth I (Ballantine, New York, 1999) 560 Seiten, ca. 15 Euro)
Eine zuverlässige, detailverliebte, gut geschriebene, allerdings mehr auf die Person der Königin als ihre Politik fokussierte Biografie der Virgin Queen.
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| WILLIAM SHAKESPEAREStephen Greenblatt, Will in der Welt (Berlin Verlag, Berlin 2004) 508 Seiten, 24,90 Euro
Greenblatt, der in Harvard Literaturwissenschaft lehrt, gilt als einer der profundesten Kenner der Dichtung im elisabethanischen Zeitalter. In diesem Buch versucht Greenblatt - sprachlich glänzend und höchst unterhaltsam -, die Lücken in unserem Wissen über William Shakespeares Biografie zu schließen, indem er die historische Umgebung des Dichters rekonstruiert und daraus wiederum seine Werke interpretiert. Dieser Versuch ist nicht unumstritten - gleichwohl äußerst interessant.
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| BÜRGERKRIEGKaspar von Greyerz, England im Jahrhundert der Revolutionen 1603-1714 (UTB, Stuttgart 1994) 288 Seiten, 16,90 Euro
Der Englische Bürgerkrieg (1642-1649) war kein spontanes Ereignis, er besitzt vielmehr eine längere Vorgeschichte. Die historischen Wurzeln liegen bereits in den Anfängen der Amtszeit von Karl I. ab 1625: im ständigen Ringen zwischen König und Parlament um Macht und Einfluss sowie in tief greifenden religiösen Spannungen.
Der Schweizer Historiker Kaspar von Greyerz beschreibt das England des 17. Jahrhunderts: Verfassung, Staat, Bevölkerung und Mentalitäten. Detailliert zeichnet er dann die Prozesse nach, die schließlich den Bürgerkrieg auslösten. Die ebenso gründliche wie gut lesbare Darstellung reicht bis zur "Glorreichen Revolution" von 1688/89 und ihrer Nachgeschichte.
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| SAMUEL PEPYSSamuel Pepys, Die geheimen Tagebücher, herausgegeben von Volker Kriegel und Roger Willemsen (Eichborn, Frankfurt/M. 2004) 414 Seiten, 29,90 Euro
Die übersetzten Tagebücher des englischen Beamten Samuel Pepys, begonnen 1660, sind ein einzigartiges Zeugnis aus dem London der ereignisreichen Restaurationsjahre. Offen, kurios und kurzweilig, geben Pepys' Aufzeichnungen einen Einblick in Vorstellungswelt und Leben der britischen Hauptstadt im späten 17. Jahrhundert. Intimste Details und große Politik stehen dabei direkt nebeneinander.
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| Samuel PepysClaire Tomalin, Samuel Pepys. The Unequalled Self (Penguin, London 2003) 544 Seiten, ca. 15 Euro
Claire Tomalin porträtiert den Londoner Samuel Pepys jenseits seiner berühmten Tagebücher. Die Autorin hat eine Fülle von Informationen über den schillernden Staatsdiener und Flottenreformator zusammengetragen und zu einer unterhaltsamen und zugleich genauen Darstellung der historischen Person und ihrer Zeit verwoben: eine gute Ergänzung zu Pepys' Tagebüchern auf dem aktuellen Stand der Forschung
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| Liza Picard, Restoration London. Everyday Life in the 1660s (Weidenfeld & Nicholson, London 2004) 352 Seiten, ca. 14 Euro
Wie eine Enzyklopädie ist Liza Picards umfangreiches Panorama des Londoner Alltags in der Restaurationszeit, der Dekade von 1660 bis 1670, angelegt. Zu so unterschiedlichen Themen wie Religion und Hauseinrichtung, Bildung und Kosmetik, Sex und Wasserversorgung, Kriminalität und Etikette hat Picard zeitgenössische Quellen ausgewertet und die ganz konkreten Details des städtischen Lebens herausgearbeitet - verständliches Nachschlagewerk und spannende Lektüre zugleich.
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| DER ERSTE BÖRSENCRASHMalcolm Balen, The King, the Crook, and the Gambler. The True Story of the South Sea Bubble and the Greatest Financial Scandal in History (Perennial, New York 2004) 246 Seiten, ca. 13 Euro
London ist reich, doch Parlament und König ersticken an Schulden. Da bietet 1720 der Schustersohn John Blunt der Regierung an, das Gros der Staatsdefizite zu übernehmen und in Aktien seiner South Sea Company umzuwandeln. Ein genialer Plan, der einen beispiellosen Börsenboom auslöst: Euphorie, Profitgier und Bestechung katapultieren die Kurse in ungeheuerliche Höhen - bis die Spekulationsblase platzt und den ersten Sündenfall der Finanzwelt besiegelt. Das ist die wahre Saga der South Sea Bubble, des ersten Börsencrashs der Geschichte. Erzählt von einem britischen Journalisten - mit zahlreichen Bezügen zum "New Economy Hype" unserer Tage.
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| FINSTERE GESCHÄFTE - LEICHENDIEBESarah Wise, The Italian Boy. Murder and Grave-Robbery in 1830s London (Pimlico, London 2005) 372 Seiten, ca. 14 Euro
Das "Fortune of War", eine Spelunke in Londons Stadtteil Smithfield, ist Treffpunkt der body snatchers - Leichendiebe, die ihre Beute zu Lehrzwecken an medizinische Institute verkaufen. Dort kehren auch John Bishop und Thomas Williams ein, nachdem sie einen 14-jährigen Jungen ermordet haben, um den toten Körper dem King's College anzubieten. Sarah Wise rekonstruiert den Kindermord sowie den Prozess gegen die Mörder und deren Hinrichtung. Dabei zeichnet sie ein Bild der Armut in London um 1830 und führt die Leser durch finstere Kneipen und Slums.
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| Charles DickensCharles Dickens, Oliver Twist (Diogenes, Zürich 2005) 318 Seiten, 9,90 Euro; Neuauflage erscheint im Oktober 2005 Was dem "Italian Boy" an atmosphärischer Substanz fehlt, findet sich in diesem Roman um Londons Straßenjungen. Ein Klassiker.
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| GREAT EASTERNAngus Buchanan, Brunel. The Life and Times of Isambard Kingdom Brunel (Hambledon & London, London 2002) 294 Seiten, ca. 33 Euro
Einfühlsame Biografie des faszinierenden, rastlosen, ungeheuer produktiven, aber zugleich extrem schwierigen Staringenieurs, verfasst von einem Technikhistoriker, der sowohl die Vision wie die Schaffenskraft Brunels würdigt. Besonders erfreulich: Buchanan bettet das Leben Brunels geschickt in den historischen Kontext ein. Sehr detailreich, alle Quellen werden genau dokumentiert.
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Patrick Beaver, The Big Ship: Brunel's Great Eastern A Pictoral History Evelyn, London 1969) 136 Seiten (vergriffen, aber antiquarisch erhältlich, z. B. bei www.amazon.co.uk ca. 20 Britische Pfund)
Beaver erzählt die aufregende Geschichte von Brunels "Great Eastern"-Projekt engagiert und unterhaltsam. Das Buch ist schon aufgrund der zahlreichen historischen Fotos und Zeichnungen ein must für Brunel-Freunde. Ein Register mit Quellen- und Zitatnachweisen fehlt. So hat dieses Werk - trotz vieler spannender Details - eher populärwissenschaftlichen Charakter.
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| John Griesemer, Rausch(Piper, München 2005) 766 Seiten, 12,90 Euro
Die Tragödie um die "Great Eastern" in einem spannenden historischen Roman verpackt. Bei Griesemer weilt etwa auch Karl Marx unter den Zuschauern, als der Riesendampfer (nicht) vom Stapel läuft, und versucht zu agitieren. Die dramatischen Ereignisse bei der Verlegung des transatlantischen Telegrafenkabels werden ebenfalls anschaulich geschildert. Nicht immer ganz faktengetreu - aber packend geschrieben.
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