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Newbie

Wenn die eigenen Eltern alt werden...wie macht ihr das?

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Wir leben jetzt seit 12 Jahren im UK und werden wohl auch in naher Zukunft nicht wegziehen, meine Mutter lebt aber noch in Deutschland. Ich mache mir mittlerweile ofte Gedanken, was passiert, wenn sie gebrechlich wird und bei uns leben muss/ im Altenheim hier.  Man weiss natuerlich auch nicht, ob sie nach Brexit ueberhaupt hierherziehen kann...Hat jemand Erfahrung damit gemacht oder Plaene, die er/sie teilen kann? Ich habe einige Dinge bereits mit ihr besprochen, habe aber sonst wenig Familie und moechte sichergehen, dass ich so gut wie moeglich vorbereitet bin. Vielen Dank!

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Hi Newbie,

ich kann Deine Besorgnis gut verstehen.  Neben Brexit war auch meine Mutter (75) der Grund wieder nach Hamburg zu kommen.

Vermutlich wirst Du Deiner Mutter im gehobenen Alter einen Umzug in ein englisches Pflegeheim nicht zumuten koennen.

Krankenversicherung wird schwierig werden, weil man ja im Moment davon ausgehen sollte dass das UK fuer Menschen ohne

Arbeit Eine Krankenversicherung einfordern werden. Und die sind bekanntlich sehr teuer.  Vielleicht kannst Du schon mal an dem Wohnort Deiner Mutter vorfuehlen, ob Gemeindeschwestern zur Verfuegung stehen und wie das mit den Leistungen der Pflegeversicherung aussieht.

Meine Mutter kann nicht mehr gucken, aber mit Hilfe einer Freundin haben wir jetzt Eine Pflegestufe beantragt , damit kann man dann zum Beispiel Haushaltshilfe bekommen.   Meine Mutter ist ansonsten koerperlich fit, aber die Augen machens einfach nicht mehr mit.

Gebrechlich ist ja auch nicht ueber einen Kamm zu scheren. Einige Menschen sind  noch mit 90 selbstaendig oder brauchen wenig Assistenz und andere sind mit 75 schon komplett kaputt.  Eine Einheitsloesung gibt es da sicherlich nicht.  Eventuell - je nachdem wie Deine Ma drauf - ist kann man auch die betreuten Wohnprojekte in Deutschland konsultieren.  Die haben absolut den Vorteil, das die Bewohner keine Hilfe in Anspruch nehmen, wenn sie keine brauchen - aber im Fall der Faelle -  ist sofort Personal da. Pflege, Putzen etc.  Freunde von meiner Mutter haben sich in so einem betreuten Wohnprojekt Eine Wohnung gekauft obwohl die eigentlich noch total fit sind.  In einigen Staedten kann

man sich da auch einmieten - allerdings sind wohl die Wartelisten sehr lang.

Das ist alles immer sehr schwierig , wenn man als Angehoeriger nicht sofort da sein kann.  Aber gut , dass Du Dir schon mal Gedanken machst. Frueh anfangen mal darueber mit der Mutter zu sprechen hilft glaube ich ungemein.  Und je nachdem wie es mit den Finanzen steht kannst Du dich ja mal bei der Krankenkasse deiner Mutter Schlau machen was es in Deutschland an Alternativen gibt.

Nicht schoen.  Obwohl meine Mutter ausser der doofen Augenkrankheit wenig hat,  sehe ich mich sehr genau in ihrem Freundeskreis um und

das ist spasslos.  In den letzten 5 Jahren macht sich die Demenz breit was meiner Mutter nicht hilft da diese Freunde dann als Freunde einfach ausfallen.  Das fuehrt bei Ihr zu einem gesteigerten Einsamkeitsgefuehl - was das Krankheitsbild mit den Augen auch nicht besser macht. - Aber dafuer bin ich jetzt da.  So als kleiner Ausgleich. 

Good luck !

suoyarvi

 

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Das ganze ist ein schwieriges und oft sehr emotionales Thema, mit wenig brauchbaren Loesungen und daher schnell ein unangenehmes Thema wird.  Wenig Loesungen deswegen, wenn die eigenen Eltern irgendwo an einem Ort beruflichen Erfolg hatten und ein Leben aufgebaut hatten, wo man selbst nie Arbeit findet und und in jungen Jahren dann auch weggezogen ist.   Trotz der Tatsache, dass man die Eltern regelmaessig besucht, entsteht autmatisch eine Kluft auf zwischen deren Wohnort und dem eigenen Leben, eine Kluft der Art die immer mehr und mehr unueberbrueckbar wird je weiter das Alter fortschreitet. 

So ist im Alter ein Umzug der Eltern etwa nach UK nichtmehr zumutbar, und selbst will man auch nicht an den Wohnort der Eltern zurueck, wo man als Jugendlicher weggezogen ist, und ohnehin kaum Arbeit finden kann und die Partnerin die Sprache nicht spricht.   

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Meiner Erfahrung nach lässt sich da nichts planen. Denn wenn jemand dement oder depressiv ist, will derjenige von den Plänen, die man mal gemacht hat, nichts mehr wissen. Versuche das beste draus zu machen, wenn es akut wird. Ich war weit weg, bei beiden Eltern, und für mich war das gut so. 

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Alte Baeume verpflanzt man nicht. Das ist nur so ein Spruch. meine Mutter, ist nachdem Sie in Rente ging, mit dem Argument , Du hast drei Kinder und Deine Schwester nur eines in die USA (Ventura County CA) gezogen und da war Sie noch fit wie ein Turnschuh.Als ich Sie dann besuchte, hatte meine Schwester 3 Kids und ich nach der Scheidung, nur noch eins.Da  mein Sohn eben 2 Halbgeschwister hat (Inzwischen hat er 3) Dumm gelaufen.Nun mein Stiefvater ist gestorben (bei einem Autounfall im biblischen Alter von 95 Jahren) Da habe ich mich dann drum gekuemmert und haette Sie auch gerne nach London geholt. Aber das war nicht wirklich gut fuer meine Mutter, Sie hatte das Nies recht fuer das Haus meines Stiefvaters, seine Rente und war gut versorgt. Ich hatte eine "neue" junge Familie, wir haben die Oma auch noch einmal besucht, nur Ihre letzten Jahre habe ich dann nicht mehr mitbekommen.Was mir heute noch weh tut.

Inzwischen bin ich derjenige der zum Pflegefall werden koennte und ich hoffe das tritt nicht ein! Wieder so ein Spruch: Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende.

Zu Deiner Frage, vielleicht die Mutter jetzt holen(verpflanzen) und nicht warten, bis es akkut oder zuspaet wird.Klar nur wenn Sie will.

 

 

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17 hours ago, Anerley said:

Meiner Erfahrung nach lässt sich da nichts planen. Denn wenn jemand dement oder depressiv ist, will derjenige von den Plänen, die man mal gemacht hat, nichts mehr wissen. Versuche das beste draus zu machen, wenn es akut wird. Ich war weit weg, bei beiden Eltern, und für mich war das gut so. 

Danke. Das sind wohltuende Worte.

Ich hatte mit meiner Mutter das Thema auch schon vor vielen Jahren angesprochen, aber jetzt, wo es langsam akuter wird, sind diese Plaene ihrerseits total vergessen.

Die Vorwuerfe, dass ich es gewagt habe, mir hier in England ein (glueckliches!) Leben aufzubauen, sind ploetzlich horrend. Und ich fuehle mich oft schuldig, dass ich im Prinzip froh bin, nicht vor Ort zu sein, und mir zusaetzlich zu Vollzeit-Berufs- und Familienleben mit kleinem Kind auch noch die Probleme meiner Mutter tagtaeglich annehmen zu muessen.

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4 hours ago, lindemaa said:

. Und ich fuehle mich oft schuldig, dass ich im Prinzip froh bin, nicht vor Ort zu sein, und mir zusaetzlich zu Vollzeit-Berufs- und Familienleben mit kleinem Kind auch noch die Probleme meiner Mutter tagtaeglich annehmen zu muessen.

Mein Boyfriend sagt dazu , dass es immer die Toechter trifft - Vorwuerfe, Schuldsein einreden etc.  Waerst Du der Sohn haettest Du das Problem nicht.  Erstaunlicherweise ist meiner Mutter das mit Ihrer Mutter auch passiert und sie gibt es voll an mich weiter , obwohl Sie mir bei dem Tod meiner Grossmutter ( vor 15 Jahren ) hoch und heilig versprochen hatte das nicht zu tun. .  Aber ich bin ja auch das einzige Kind.  Meine Mutter hat noch einen Bruder -  der lebt in Spanien - und musste sich keinerlei dummes Zeug von seiner Mutter anhoeren. 

Die Welt aendert sich leider nicht. -  lindemaa -  bloss kein Schuldgefuehl aufkommen lassen.  Diskutieren macht irgendwann keinen Sinn mehr, aber selber einen gewissen Elefantenpanzer aufbauen kann nicht schaden.  Vielleicht sind Frauen empfindlicher mit Zwischentoenen anhoeren oder interpretieren.  Ich Weiss es nicht.  Good luck  suoyarvi

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Tja, das ist kein leichtes Thema, besonders wenn man so weit weg wohnt. Wir hatten auch nie darüber gesprochen , obwohl meine Mutter ab und zu gesagt hat, wenn ich mal nicht mehr bin.. aber so ein Thema will man dann bei Besuchen  nicht auf den Tisch haben. Wenn dann alles schnell passiert, ist das ziemlich viel Stress. Wer Eltern mit einem Haus hat, denen kann ich nur raten schon vorher mal alles zu entrümpeln, was man nicht mehr braucht. Die ältere Generation hebt ja gerne alles auf.

Da wir immer Angst hatten, dass mein Vater alleine die Treppe runterfällt,  habe ich mich darum gekümmert, das er in eine kleine Parterrewohnung kommt. Hat Pflegestufe 1 und da kommt dann jemand einmal pro Woche zum Saubermachen. Es ist auch wichtig, dass man eine Patientenverfügungen hat und auch anderen Vollmachten. Wenn man sich um den Papierkram kümmert, dann braucht man das immer. Und  man bleibt mit der deutschen Bürokratie up-to- date (dann brauche ich nur noch ein Faxgerät).

Im Moment klappt es ganz gut, ich oder mein Bruder fahren alle 2- 3 Monate im Wechsel hin, dann haben wir noch Verwandte in der Nähe und die Nachbarn im Haus sind auch ganz nett, da kann man mal nachfragen, wenn es einen Notfall gibt.  Aber man macht sich schon Sorgen, wenn man so in die Zukunft blinkt und vielleicht mehr Pflege benötigt wird und noch Demenz dazu kommt. Es ist schwer sich um Eltern, die eigene Familie und Job zu kümmern.  Dat geht viel Zeit und Airmeilen drauf. Früher haben alle unter einem Dach gewohnt und da war das alles selbstverständlich.

 

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1 hour ago, AGPZ said:

Es ist auch wichtig, dass man eine Patientenverfügungen hat und auch anderen Vollmachten. Wenn man sich um den Papierkram kümmert, dann braucht man das immer. Und  man bleibt mit der deutschen Bürokratie up-to- date (dann brauche ich nur noch ein Faxgerät).

Das Thema Patientenverfuegung kann man nicht ignorieren. Meine Mutter hat eine , die ist aber ca 20 Jahre alt und nicht mehr up to date.

Als ich das erwaehnte meinte Sie nur die sei doch noch gueltig.  Mein Plan ist in den naechsten 6 Monaten die Verfuegung auf neuestes Recht zu trimmen. 

Leider ist es so.  Aber es ist wichtig.   Ansonsten kann man sich mich gesetzlich ernannten Vormunden rumschlagen.

suoyarvi

 

 

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vor 23 Stunden schrieb suoyarvi:

Mein Boyfriend sagt dazu , dass es immer die Toechter trifft - Vorwuerfe, Schuldsein einreden etc.  Waerst Du der Sohn haettest Du das Problem nicht. 

Es gibt auch Mütter, die haben keine Töchter, sondern z. B. nur zwei Söhne. Ich war derjenige, der sich letztendlich vor Ort um meine Mutter kümmern und sie bis zum Schluß pflegen "musste". Auswahl zwischen sich lebenslang schuldig fühlen oder  eigenes Leben für ungewisse Zeit -  in meinem Fall waren es dann 12 Jahre - zurückstellen. Unerfreuliches Thema. Kann nur jeder für sich selbst entscheiden. Im Nachhinein sage ich mir trotzdem, ich hätte es eigentlich nicht anders machen können. 

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