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Hallo Ihr Lieben,

vielleicht steckt ja jemand in einer ähnlichen Situation und kann mir einen guten Ratschlag geben.

Ich bin Vollzeit angestellt in UK und habe zudem ein kleines Gewerbe (Einzelunternehmen) in Deutschland. Ich wohne dauerhaft in UK und bin in Deutschland privat (polizeilich)
bei meinem Vater angemeldet. Mein Gewerbe in Deutschland ist ebenfalls unter der Adresse meines Vater registriert.

Der steuerpflichtige Gewinn aus den Einnahmen meines kleinen Gewerbes in Deutschland liegt noch unter dem Grundfreibetrag von € 9.168 pro Jahr und wäre somit eigentlich
steuerfrei. Es gibt ein Abkommen zwischen UK und Deutschland, das eine doppelte Besteuerung verhindert ("Doppelbesteuerungsabkommen").

Mein Steuerberater in Deutschland sagte mir nun jedoch, das das Finanzamt mich wohl als "unbeschränkt steuerpflichtig" einstufen wird und somit meine Einnahmen aus
UK zur Berechnung des Steuersatzes in Deutschland hinzugezogen werden. Das nennt sich dann wohl "Progressionsvorbehalt". Dieser Gesamtbetrag ("Welteinkommen") 
übertrifft den Grundfreibetrag dann natürlich bei Weitem. Statt steuerfrei zu bleiben, muss ich nun wohl ca. 25% Einkommensteuer auf meine Einnahmen in Deutschland
zahlen und das auch ab dem erste Euro.

Wenn ich das richtig verstehe, ist allein die Tatsache, das ich in Deutschland noch gemeldet bin der Grund dafür. Ansonsten wäre ich wohl nur beschränkt steuerpflichtig und
meine Einnahmen in UK würden gar nicht angerechnet werden. Ich kann mich jedoch leider in Deutschland nicht einfach abmelden, da man laut Gewerbeamt ein Einzelunternehmen
nicht führen darf, wenn man in Deutschland nicht polizeilich gemeldet ist. Die Gründung einer GmbH wäre noch viel zu früh und auch zu teuer.

Hat jemand diesbezüglich Erfahrungswerte und vielleicht Ideen, wie ich auf legalem Wege eine so hohe Besteuerung der Einnahmen in Deutschland vermeiden oder zumindest
minimieren kann?

Freue mich über jeden Hinweis. Vielleicht kennt auch jemand einen guten Steuerberater hier in UK, der sich mit der Thematik auskennt. Mit meinem Steuerberater in Deutschland
bin ich nicht so zufrieden.

Danke
Ben

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Du zahlst hier in UK doch sicherlich Steuern auf dein Gewerbe? Da sind dann doch sicherlich mehr als 25% fällig und du kannst die Steuern in Deutschland abziehen. 

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Mir hat mein deutscher Steuerberater vor Jahren etwa das Gleiche gesagt. Ich habe mich daraufhin in D'land abgemeldet und war dann nur noch beschraenkt steuerpflichtig. Die Kosten und der buerokratische Aufwand fuer unbeschraenkte Steuerpflicht in D'land waren mir entschieden zu verrueckt.

Fragt sich natuerlich, was dann mit deinem Gewerbe passiert. Kannst du dieselbe Leistung nicht auch aus UK anbieten?

Ich konnte als UK-registrierter Freelancer auch Auftraege in D'land annehmen und musste dann aber in D nur Steuern fuer die Arbeit zahlen, die ich auch wirklich in D geleistet hatte - und eben nicht fuer mein Welteinkommen.

Viel Spass damit, deutsche Steuern sind der Feind...

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Am ‎11‎.‎04‎.‎2019 um 07:16 schrieb jek:

Du zahlst hier in UK doch sicherlich Steuern auf dein Gewerbe? Da sind dann doch sicherlich mehr als 25% fällig und du kannst die Steuern in Deutschland abziehen. 

In UK habe ich kein Gewerbe. Ich bin wie oben beschrieben Vollzeit-Angestellt in UK und der Arbeitgeber führt wie üblich NI und NHS ab.
Mein Gewerbe habe ich in Deutschland. Die in UK gezahlten Steuer muss man meines Wissens in Deutschland nicht von den dortigen Steuern abziehen, da es ein Doppelbesteuerungsabkommen zwischen den Länder gibt.

Mir geht es rein um die in Deutschland zu bezahlende Einkommensteuer auf mein in Deutschland gemeldetes Gewerbe. Obwohl ich dort noch unter der Freibetragsgrenze liege, muss ich nun wohl ca. 20% meines Gewinns abführen.

Wenn ich als "unbeschränkt steuerpflichtig" eingestuft werde, wird zwar der Freibetrag von Gewinn abgezogen, aber mein deutlich höheres Gehalt aus UK wird in Euro umgerechnet dann addiert. Schwupp bin ich deutlich drüber und zahle kräftig Ekst.

Wenn ich doch als "beschränkt steuerpflichtig" eingestuft werde, bleibt mein UK Gehalt zwar unberücksichtigt, aber der Freibetrag wird einfach zu meinem Gewinn addiert und davon wird dann der Steuersatz berechnet. Der wird dann ab dem ersten Euro Gewinn angewandt.

Egal welche Variante...beide werden teuer :icon_keineahnung:

Es sei denn jemand hat einen guten Tipp :-)

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Am ‎11‎.‎04‎.‎2019 um 10:28 schrieb Schokominza:

Mir hat mein deutscher Steuerberater vor Jahren etwa das Gleiche gesagt. Ich habe mich daraufhin in D'land abgemeldet und war dann nur noch beschraenkt steuerpflichtig. Die Kosten und der buerokratische Aufwand fuer unbeschraenkte Steuerpflicht in D'land waren mir entschieden zu verrueckt.

Fragt sich natuerlich, was dann mit deinem Gewerbe passiert. Kannst du dieselbe Leistung nicht auch aus UK anbieten?

Ich konnte als UK-registrierter Freelancer auch Auftraege in D'land annehmen und musste dann aber in D nur Steuern fuer die Arbeit zahlen, die ich auch wirklich in D geleistet hatte - und eben nicht fuer mein Welteinkommen.

Viel Spass damit, deutsche Steuern sind der Feind...

Du hast dich abgemeldet, obwohl du ein Gewerbe hattest? Oder hattest du gar kein Gewerbe in Deutschland? Ich habe ein Einzelunternehmen in Deutschland angemeldet und das darf ich nicht weiterführen, wenn ich mich abmelden würde.

Natürlich kann ich ein Gewerbe in UK anmelden. Das wäre wohl die beste Lösung. Aber die Vertragspartner sind fast alle in Deutschland und arbeiten leider nur mit Deutschen Unternehmen zusammen.

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Du Must hier in UK eine Steuerklärung machen und dein Einkommen aus dem Gewerbe angeben. Da DBA soll verhindern, dass du doppelte Steuern zahlst, und nicht erlauben, dass du gar keine Steuern zahlst.

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12 hours ago, Beni said:

Du hast dich abgemeldet, obwohl du ein Gewerbe hattest? Oder hattest du gar kein Gewerbe in Deutschland?

Ich hatte kein Gewerbe in D'land. Ich war im UK als Freelancer / sole trader registriert.

 

12 hours ago, Beni said:

Natürlich kann ich ein Gewerbe in UK anmelden. Das wäre wohl die beste Lösung.

Glaube ich auch.

 

12 hours ago, Beni said:

Aber die Vertragspartner sind fast alle in Deutschland und arbeiten leider nur mit Deutschen Unternehmen zusammen. 

Kannst nur du entscheiden, ob sie dir das wert sind. Haette sich bei mir z.B. nicht gerechnet. Ist auch nicht zu verstehen - wieso nur deutsche Unternehmen? Klingt komisch.

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vor 13 Stunden schrieb jek:

Du Must hier in UK eine Steuerklärung machen und dein Einkommen aus dem Gewerbe angeben. Da DBA soll verhindern, dass du doppelte Steuern zahlst, und nicht erlauben, dass du gar keine Steuern zahlst.

Ja richtig, da muss ich mich auch noch informieren. Auf mein Gewerbe in Deutschland werden die UK Einnahmen zur Berechnung des deutlich höheren Steuersatze addiert. In UK dann wohl das Gleiche anders herum. Auch hier muss ich dann wohl etwas mehr Income Tax auf mein UK Gehalt zahlen, da die Einnahmen aus meinem Gewerbe in Deutschland auch wieder angerechnet werden.

Starbucks, Apple oder Amazon müsste man sein...die zahlen so gut wie nix auf ihre Milliarden Gewinne :-( 

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vor 21 Stunden schrieb Beni:

Ja richtig, da muss ich mich auch noch informieren. ...

Starbucks, Apple oder Amazon müsste man sein...die zahlen so gut wie nix auf ihre Milliarden Gewinne 😞

zum 1. vergleiche was du wo besser Abschreiben kannst - und wenn Du in UK-Vollzeitjob hast , dann hast Du auch dein Lebensmittelpunkt hier = Fachsteueranwalt der mit UK UND D Steuerrecht sehr gut auskennt.

zu 2.  Die haben den Firmen Sitz auch dort wo Du nicht bist - und in den Länder gelten andere (Steuer) Gesetze + die schreiben alles bis auf den letzten Penny ab.

Oder Zahlen so hohe Lizenzgebühren an den Mutterkonzern / Verwaltungssegelschaft das da nix mehr überbleibt um Steuern zahlen zu müssen

Edited by Artur_Manchester

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