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RiverTom

Trotz britischer Kinder: Niederländerin soll nach 24 Jahren Großbritannien verlassen

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Und sie ist nicht die Einzige, der es so geht... Verrückte neue Welt in UK. Aber schön zu sehen, dass die Mitarbeiter von Behörden nicht nur in Deutschland so bescheuert agieren können. Niederländerin soll nach 24 Jahren Großbritannien verlassen

Die Niederländerin Monique Hawkins lebt mit ihrem britischen Mann in dessen Heimat. Aus Angst vor dem Brexit wollte sie die Staatsbürgerschaft beantragen - das hätte sie besser nicht getan.

 

Sie lebt seit 24 Jahren in Großbritannien, ist mit einem Briten verheiratet, und auch ihre zwei Kinder haben einen britischen Pass. Doch nun wurde die Niederländerin Monique Hawkins aufgefordert, ihre Ausreise vorzubereiten: Wie der britische "Guardian" berichtet, hatte Hawkins sich um den Erhalt der britischen Staatsbürgerschaft bemüht, die Antwort der Behörden überraschte sie jedoch.

Demnach teilte das Innenministerium der Niederländerin mit, sie solle sich darauf einstellen, Großbritannien zu verlassen. Dem "Guardian" zufolge ist diese Geschichte ein Beispiel für die Schwierigkeiten, die Millionen von EU-Bürgern in Großbritannien erwarten könnten, wenn das Land die Europäische Union endgültig verlässt.

Für Hawkins war das Brexit-Referendum im Juni der ausschlaggebende Grund für ihre Bewerbung um die britische Staatsbürgerschaft. Sollten die Briten der EU wirklich den Rücken kehren, so befürchtete sie, würde sich das negativ auf ihren Status in Großbritannien auswirken, und sie würde wesentliche Rechte einbüßen.

Dem britischen Gesetz zufolge haben ausländische Ehepartner von Briten nicht automatisch das Recht auf die dortige Staatsbürgerschaft. Hawkins fürchtete dem "Guardian" zufolge, dass sie sich ohne britische Staatsbürgerschaft "in die zwei Stunden lange Einreiseschlange für US-Bürger einreihen" müsse, während der Rest der Familie "durch die Passkontrolle für Briten segeln" dürfe.

 

Schriftliche Beschwerden ohne Erfolg

 

Um die britische Staatsbürgerschaft zu erhalten, müssen Bewerber zunächst eine dauerhafte Bleibeerlaubnis erwirken. Hawkins überstellte die notwendigen Dokumente an die zuständigen Behörden - auf ihren niederländischen Pass konnte sie jedoch nicht für den Bearbeitungszeitraum von etwa sechs Monaten verzichten. Nachdem ihr Vater erst vor Kurzem verstorben war, musste sie weiterhin zwischen Großbritannien und den Niederlanden hin- und herreisen und brauchte dafür das Originaldokument. Die Behörden erhielten eine Kopie.

Das Innenministerium lehnte Hawkins' Antrag auf Bleiberecht ab - und teilte ihr mit, sie solle Vorbereitungen treffen, das Land zu verlassen. Seither kämpft die Niederländerin bei den Behörden um Gehör. Mehrere Anrufe und auch schriftliche Beschwerden blieben zunächst ohne Erfolg. Schließlich teilte man ihr mit, dass sie abgelehnt wurde, weil sie ihren Pass nicht abgegeben hatte.

Mittlerweile hat Hawkins dem "Guardian" zufolge einen neuen Eintrag auf dauerhaftes Bleiberecht gestellt. Die Niederländerin hofft, dass ihr Fall Aufmerksamkeit schafft, für die "Diskriminierung von Ehen zwischen Briten und EU-Bürgern".

asc

Mehr im Internet

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Ach komm, ihr Antrag ist negativ beschieden worden, weil se es verpeilt hat. Hätte se NPS genutzt, wäre das nicht passiert (da hätte se ihren Paß auch gleich wieder mitnehmen können). Und im Anschluß hat se dann nen Standardbrief bekommen und macht sich jetzt ein, daß se das Land verlassen etc. muß obwohl se die Permanent Residency eh schon hat. Dumme Frau trifft auf dumme Journalisten und fertig ist die Reisserstory. Daß die nicht ganz das hellste Licht an der Lampe ist, sieht man, daß dei tatsächlich alle Reisen der letzten 24 Jahre aufgelistet hat, dabei reichen die letzten 6 Jahre. Und ja, der Antrag ist 85 Seiten lans, aber da sind Anträge für Kinder, Ehegatten usw. enthalten, das was für sie zählt sind vielleicht 20 Seiten.

Edited by Mofolo
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jo, hätte die Frau ihre Pass abgegebe, hätte es wohl kein Problem gegeben.

Sobald man seine Eingangsbestätigung vom HO erhalten hat (ca. 10-12 Tage), kann man seinen Pass zurückverlangen.

Da gibt es ein Online-Formular für. Manchmal muss man den Antrag zwei Mal stellen. Maximale Wartezeit 30 Tage.

 

VG

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Als sie den Antrag abgeliefert hat, war von NOS noch keine Rede. Was der Fall aufwirft, ist das Problem, dass im Home Office ganz offensichtlich Jobsworths zugange sind. Mir sind in den letzten Tagen mehrere Fälle von Antragsablehnungen zu Ohren gekommen (Portugiesen, Französin, etc), auf die einen Tag später jeweils ein HO Schrieb a la "It appears that your application for Permanent Residence has been denied. You should make arrangements to leave the country immediately." folgte. Das ist natürlich die berühmte Unfähigkeit des Personals, das hat aber auch einen Ruch von Malevolence, der einen schaudern lässt. Edited by Suseschwester
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Das HO haette flexibler sein koennen, was den Pass angeht aber die haben numal ihre Regeln. Dass da Briefe an EEA Leute ausgegeben werden in denen aufgefordert wird das Land zu verlassen ist ein Fehler seitens der individuellen case worker. Unschoen so einen Brief zu bekommen, aber nicht unanfechtbar. Da hat das HO geschlafen. Ich wuerde das nicht als malicious oder "Brexit-basiert" ansehen sondern als Ubersehen einiger Fakten. Das HO ist ueberfordert, und das wird an solchen Faellen sehr deutlich.

 

Der Artikel selber spielt den Brexit-Veraengstigten zu und haette deutlich differenzierter und besser recherchiert sein muessen.

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Er dokumentiert exakt das, Unflexibilität und Unfähigkeit, eine tödliche Kombination. - Der Brief als solcher entbehrt jeder Legalität und würde bei mir gerahmt und aufs Klo gehängt, zum allgemeinen Amusement. Trotzdem.
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Eben, hier wird aus nem unglücklich fomulierten Standardschreiben (das wahrscheinlich gerade nicht für EU-Bürger gedacht war, da die ja per se permanet residency haben) versucht zu konstruieren, die arme Frau müsste jetzt nach 24 Jahren und britsicher Familie ausreisen, nur weil sie ihren Paß nicht für 6 Monate entbehren konnte. Und das ist eine Falschinformation, da es ja den Express Passort Check gibt, wo sie das Teil gleich wieder mit nach Hause nehmen kann. Sie hat offembar nicht ganz behirnt, daß dieses reason beyond my control nicht auf Leute, die ihren Paß zum regelmäßigen Heimgflug benötigen, sondern auf Leute, denen ihre Regierung die Ausstellunge eines Passes verweigert (zB dem nordkoreanischen Dissdenten), Kriegsflüchtlinge etc. zutrifft.

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Er dokumentiert exakt das, Unflexibilität und Unfähigkeit, eine tödliche Kombination. - Der Brief als solcher entbehrt jeder Legalität und würde bei mir gerahmt und aufs Klo gehängt, zum allgemeinen Amusement. Trotzdem.

 

Wie gesagt, ich vermute, daß dies Briefe tatsächlich nur für Bewerber, deren Bewerbung abgelehnt wurde (die eben noch iene Erlaubnis haben) und nicht für Permanetn Residents, die einfach nur den Wisch wollen gedacht ist und der Sachbearbeiter schreibt ja solche Briefe nicht selber, sondern da gibt es Vorlagen, die von der Rechtsabteilung mal abgesegnt wurden und die er nicht verändern darf. Klar, Rechtsabteilung hat gepennt, aber das ganze administrative System ist doch momentan überfordert und für wissen wie langsam Beamtenbürokratie arbeitet.

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Die Inkompetenz der britischen Passbehörde ist bekannt und macht ja auch immer wieder den Briten selbst zu schaffen. Um ehrlich zu sein, ist diese generelle Überforderung und Inkompetenz die einzige Beruhigung, wenn wansich die besessene Datensammlerei des Innenministeriums ansieht. Wäre ich nicht ganz sicher, dass sie es nie svhaffen werden, diese Daten wirklich brauchbar und generell abrufbar auszuwerten, ich wär schon völlig paranoid, vor allem in London, wo ständig mindestens 3 Kameras auf einen starren. Aber so...

Mir missfällt die Abwesenheit britischer Grosszügigkeit, dieses 5 gerade sein lassen, das ich an den Briten so schätze. Ich denke, das liegt an der schlechten Ausbildung der vielen neuen Sachbearbeiter und der daraus erwachsenden Unsicherheit und Unfähigkeit Unregelmässigkeiten richtig einzuschätzen. - Die Child Maintenance Agency hat seinerzeit hier in Hastings fast die komplette Postverwaltungsmannschaft übernommen, als die dichtgemacht und die CSA hierher verlegt wurde und nach einem langen Wochenende Umschulung wurden fie dann auf die Menschheit losgelassen. Da ist mindestens ein Jahr lang erstmal eine richtige Entscheidung jeweils nur zufällig rausgekommen.
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Speziell für Mofolo, der ja sofort wusste, dass die Antragstellerin schlich zu blöd war, es richtig zu machen, hier ein Posting aus dem 'Forum for UK Citizens' auf Facebook:
"Hi all,

Monique kindly made me aware of this group after I spoke with her yesterday on the topic of the Guardian article.
When I first saw the article I got in touch with the editor Lisa straight away as I am exactly in the same boat as Monique.

Here are a few more details about my case:

I phoned the home office helpline in September this year prior to my application of PR to ask about original passport submission. I was told if I can't send my passport due to my work commitments I can still apply and provide as much other documentation as I can - so I included my original marriage certificate ( Married to a British citizen ) a letter from my employer. As part of the form you provide your NI number which they can easily use to work out the length I have been and worked in the UK and how much tax I have paid.

Nevertheless I received the same rejection letter. It was written in bad English using phrases like "You has stated" ?!? I have also been asked to make arrangements to leave the UK but no time frame or detail was given to what this actually means? Shall I pack a suitcase? or book a cab to the airport?

The rejection letter and my supplied documents were posted using Royal mail signed for service which never got signed on delivery and the letter was just by pure luck pushed through the right letter box ( missing my 2 photographs - maybe they liked the look of me or they put one at Heathrow and one at Gatwick -lol )

Anyway, I have now got an appointment at the german embassy in order to get an ID card as up until now I only had a passport whilst in the UK. I may than repeat my PR application and send the ID card as original document.

I do hope the British government and the home office get their act together and sort out the mess they are in. Let's hope for a Better 2017
Happy new year to you! Lars"

I rest my case.
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@suseschwester: Der Lars ist offenbar auch nicht schlauer als die Monique. Wer ist denn so doof und verlässt sich auf ne telefonische Auskunft? Bei der bekannten Inkompetenz hier erhält man doch 5 verschiedene Auskünfte, wenn man dort 5x anruft. Und für den Zetiaufwand und den Kosten für den Perso hätte er auch gleich den Checking Service nutzen können.

 

Aber dumme Menschen suchen die Schuld ja lieber bei anderen, als sich selbst mal an die Nase zu fassen. Hauptsache man kann jammern, wie schlecht hier alles ist. Wer unbedingt deutsche Effizienz und Gründlichkeit will, der ist hier doch sowieso vollkommen fehl am Platze. Hier läuft doch alles irgendwie nach Wurstigkeitsprinzip, Lust ud Laune und Fuzzi-Logik. War für mich anfangs tatsächlich auch ein ungewohnter Lernprozeß (zB bei Ablehnung Bankkonto einfach beim nächsten Mitarbeiter oder ner aneren Filiale nochmal probieren) aber der hat keine 5 Jahre gedauert.

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Mofolo hat nicht ganz unrecht, es heisst nunmal bei den Antraegen, dass man den original Pass und andere relevante Dokumente einzusenden hat. Alles andere is eine automatische "Rejection". Das steht mehrfach auf diversen websites, auf dem Antrag, auf den Beiheften zu den Antraegen, etc. Ich find es ein bischen uberheblich von Leuten wie Monique und Lars zu denken, sie koennten sich ueber diese Regeln hinwegsetzen und dann zu schreien, wenn der Antrag abgelehnt wird. Sicherlich, das HO haette die Briefe nicht schicken duerfen und sollten sich dafuer entschuldigen aber der ursprungliche Fehler liegt bei den beiden Antragstellern. Jetzt zu jammern, dass sie den Antrag nochmal stellen muessen find ich unpassend. Falsch geschickter Antwort-Brief hin oder her. 

 

Gerade weil hier von deutscher Grundlichkeit gesprochen wird muesste es doch verstandlich sein, sich an die Antragsvorgaben zu halten und eben gruendlich alles zu schicken was das HO will. Das HO war effizient und gruendlich die Antrage abzulehnen. (Ok, mal von dem falsch geschickten Antwort-Brief abgesehen!)

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Immer wieder wenn ich von Deutscher Effizienz und Gruendlichkeit hoere, moechte ich genauer wissen - was wird gemeint? Ich habe noch nie in D gelebt, aber als externer Beobachter sehe ich D punkto effiziente Buerokratie ungefaehr unter dem Niveau von Finnland/Estland, klar viel hoeher als Simbabwe oder Russland. Ich sehe noch keinen Gruend Deutschland als Weltmeister in Effizienz und Gruendlichkeit zu nennen, zumindest solange es Laender wie Estland, Finnland, Singapur und Japan gibt.

 

Unter Effizienz und Gruendlichkeit in Buerokratie verstehe ich vor allem Usability, niedrige Bearbeitungskosten (=kluge Automatisierung) und eben Gruendlichkeit - die Falschen werden abgelehnt und die Richtigen bekommen Zusagen, die Anzahl von false positive und false negative Fehler soellte minimal sein. Es ist falsch und spricht von niedriger Usability, wo man ein 85-Seiten langes Formular abschicken muss und es abgelehnt wird falls nur Beweise fehlen, allerdings die Wahrscheinlichkeit, dass der Antragsteller wohl berechtigt sein soellte; stattdessen Beweise (eben Passport oder andere Beweise der EU-Staatsangehoerigkeit) soellten nachgereicht werden.

 

Ein gutes Webform mit 100+ Feldern sagt eben nicht "abgelehnt weil etwas falsch ist" wenn ein paar Felder nicht stimmen, sondern markiert die falsch ausgefuellten Eingabefelder und zwar idealerweise noch clientseitig um die Fehler in Bruchteilen der Sekunde zu zeigen und nicht nach Sekunden.

 

Der Buerokratie fehlt an Usabiity, die Beamten vergessen immer wieder, dass die Kunden bzw Steuerzahler die sie bezahlen, interessantere Aufgaben im Leben haben als bloede ellenlangen Formulare auszufuellen. Menschen, darunter eine in Cambridge studierte Mathematikerin oder einen PhD aus UCL als bloed zu bezeichnen, nur weil sie ihren Passierschein A38 falsch beantragt haben ist ebenfalls falsch. Dieses Buerokratieapparat muss circa 3m Antrage bearbeiten innerhalb von ein paar Jahren, da muss man an Usability tuefteln.

Ich finde die Artikel ueber die Niederlaenderin und den Deutschen aus UCL eigentlich gut, man soellten das Buerokratiesystem richtig aufschuetteln bevor es usable genug fuer die Bearbeitung von ~3m Antraegen wird.

 

Ich bezweifle sehr, dass Buerokratie in der BRD effizienter ist; zu den top 10 most efficient governments gehoert D gewiss nicht; in global competiveness index (eigentlich eine voellig andere Hausnummer als effiziente Buerokratie fuer Auslaender) ist die Schweiz am 1. Platz.

 

 

Edited by reichp
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@suseschwester: Der Lars ist offenbar auch nicht schlauer als die Monique.

Was Lebenserfahrung und Akademia der beiden angeht hat Mof nichts entgegenzusetzen ausser seiner ueblichen arroganten Ausfaelle

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Immer wieder wenn ich von Deutscher Effizienz und Gruendlichkeit hoere, moechte ich genauer wissen - was wird gemeint? Ich habe noch nie in D gelebt, aber als externer Beobachter sehe ich D punkto effiziente Buerokratie ungefaehr unter dem Niveau von Finnland/Estland, klar viel hoeher als Simbabwe oder Russland. Ich sehe noch keinen Gruend Deutschland als Weltmeister in Effizienz und Gruendlichkeit zu nennen, zumindest solange es Laender wie Estland, Finnland, Singapur und Japan gibt.

 

Unter Effizienz und Gruendlichkeit in Buerokratie verstehe ich vor allem Usability, niedrige Bearbeitungskosten (=kluge Automatisierung) und eben Gruendlichkeit - die Falschen werden abgelehnt und die Richtigen bekommen Zusagen, die Anzahl von false positive und false negative Fehler soellte minimal sein. Es ist falsch und spricht von niedriger Usability, wo man ein 85-Seiten langes Formular abschicken muss und es abgelehnt wird falls nur Beweise fehlen, allerdings die Wahrscheinlichkeit, dass der Antragsteller wohl berechtigt sein soellte; stattdessen Beweise (eben Passport oder andere Beweise der EU-Staatsangehoerigkeit) soellten nachgereicht werden.

 

Ein gutes Webform mit 100+ Feldern sagt eben nicht "abgelehnt weil etwas falsch ist" wenn ein paar Felder nicht stimmen, sondern markiert die falsch ausgefuellten Eingabefelder und zwar idealerweise noch clientseitig um die Fehler in Bruchteilen der Sekunde zu zeigen und nicht nach Sekunden.

 

Der Buerokratie fehlt an Usabiity, die Beamten vergessen immer wieder, dass die Kunden bzw Steuerzahler die sie bezahlen, interessantere Aufgaben im Leben haben als bloede ellenlangen Formulare auszufuellen. Menschen, darunter eine in Cambridge studierte Mathematikerin oder einen PhD aus UCL als bloed zu bezeichnen, nur weil sie ihren Passierschein A38 falsch beantragt haben ist ebenfalls falsch. Dieses Buerokratieapparat muss circa 3m Antrage bearbeiten innerhalb von ein paar Jahren, da muss man an Usability tuefteln.

Ich finde die Artikel ueber die Niederlaenderin und den Deutschen aus UCL eigentlich gut, man soellten das Buerokratiesystem richtig aufschuetteln bevor es usable genug fuer die Bearbeitung von ~3m Antraegen wird.

 

Ich bezweifle sehr, dass Buerokratie in der BRD effizienter ist; zu den top 10 most efficient governments gehoert D gewiss nicht; in global competiveness index (eigentlich eine voellig andere Hausnummer als effiziente Buerokratie fuer Auslaender) ist die Schweiz am 1. Platz.

 

Dir ist in diesem Fall aber shcon bewusst, daß das ganze Einbürgerungssystem darauf ausgelegt ist, Einbürgerungen nach Möglichkeit zu vermeiden, bzw. vom Antragssteller auch den entsprechenden Einsatz zu fordern, mit dem er soz. unter Beweis stellt, daß ihm die Sache was wert ist? Und aus Sicht der Behörde ist es eben einfachr und kostensparender, alles zurückzuschicken, wenn schon in der Vorprüfung festgestellt wird, daß die Grundvoraussetzungen nicht erfüllt sind, als jeden Antrag haarklein durchzugehen und den Antragssteller dann zu bitten, Fehlendes nachzureichen. Die Bringschuld liegt hier ganz klar beim Antragsteller und nicht beim Sachbearbeiter. Mag ärgerlich sein, aber es ist halt nicht freie Wirtschaft, wo man mit so einem Verhalten Kunden verlieren würde. Ich kenne jemand, dem wurde sein Führerscheinantrag abgelehnt, weil er mit blauer, statt mit schwarzer Tinte geschrieben war. Leicht verdiente 50GBP für die Staatskasse.

 

Deswegen immer unterscheiden: Will ich etwas von denen, oder die von mir? Und bei Ersterem versuche ich mich in deren Lage hineinzuversetzen und natürlich möchte sich jeder so wenig Arbeit wie möglich machen und je schneller ich einen Antrag bearbeiten kann, desto mehr Anträge schaffe ich und desto besser stehe ich beim Chef da. Und bei nem Tory geführten Ministerium freut sich Chef doch sogar noch drüber, daß ich so ne hohe Ablehnungquote habe, von daher muß das alles niet- und nagelfest sein, bevor ich das einreiche, mit mauligem Anspruchsdenken kommt man da nicht weit.

 

Mag man gut finden, is aber so, ich merke, daß sich da zumindest bei deutschen Behörden langsam was ändert, aber dann legt an trotzdem sein Schicksal in Hände des Sachbearebiters und wenn der grundsätzlich so'n Vorschrittenreiter ist oder nen schlechten Tag hat, hab ich Pech gehabt.

 

Kenne zB auch nen Fall aus dem Studium. Jurastudent gibt seine Seminararebit 3 Minuten nach 12 ab, Abgabetermin war aber 12 - wurde nicht mehr angenommen, durfte der das im nächsten Semester alles nochmal wiederholen. Fragt man sich auch, was soll der Scheiß, mir wurde erklärt, gerade im juristischen Bereich ist das Einhalten von Fristen immens wichtig, daher legt man da schon im Studium drauf wert.

 

Und natürlich wünsche ich mir so ein System wie z.B. Estland, aber ich muß halt mit dem leben, was ich hier habe und mich darauf entsprechend einstellen (oder eben woanders hingehen, wo mir das System besser gefällt).

 

Das ist so, wie sich drüber aufzuregen, daß der Leiferdienst keine Benachrichtigungskarte hinterlassen hat bzw. das nächste Depot zur Abholung meines Paketes so weit weg ist. Hab ich mich paar mal drüber geärgert, seitdem lasse ich entweder auf Arbeit oder eben an ne Adresse liefern, wo immer jedmand erreichbar ist. Fehler machen ist OK, aber dann sollte man veruschen, draus zu lernen und nicht einfach rumjammern.

 

Wieso berichten dei nicht einfach, daß man eben doch das Original einreichen muß und machen das dann beim Document Checking Service? Zumindest Lars scheint da zwar die geistige Transferleistung erbracht zu haben, sich bei der Botschaft ein weiteres Ausweisdolkument zu holen, das ist halt aber auch ein umständlicher Weg. Hilf Dir selbst, dann hilft Dir auch unser Herre Gott.
 

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Also ich habe den Guardian Artikel auch gelesen und halte es fuer vollkommen realistisch, dass sowas passiert. Ich habe mich auch erstmal innerlich von der Aufregerei distanziert, auch weil es mich gestoert hat, dass der Artikel etwas uebertrieben hat (da stand, dass sie ueber 24 Jahre nachweisen muss, wann sie sich ausserhalb UKs aufgehalten hat, was Quatsch ist, denn es sind nur fuenf Jahre).

 

Aber andererseits kann ich mich mit der Frustration voellig identifizieren, weil es mich auch vier Anlaeufe gekostet hat, bis ich das Dokument hatte, was meiner Ansicht nach ebenfalls nicht selbst verursacht war. Ich habe zweimal meine gesamten Dokumente zurueckbekommen, weil sie nicht im Stande waren, mein Geld einzuziehen. Beim dritten Mal wurde ich abgelehnt, weil meine P60 nicht vollstaendig waren und nicht offiziell genug aussahen. Sie hatten aber in der Zwischenzeit das Format des Arbeitgebernachweises geaendert und den vom Arbeitgeber (eine Uni) unterschriebenen und gestempelten Nachweis hatte ich vorher und bei der dritten Bewerbung mit eingereicht. Das war dann aber nicht mehr gut genug. Der ganze Spass hat mich fast ein Jahr gekostet und einiges an Porto etc. Ich habe auch versucht, das telefonisch zu klaeren, hatte aber null Erfolg. Wenn sie mich nochmal abgelehnt haetten, haette ich mir einen Anwalt genommen.

 

Ich kann mir dir Behoerdendenke dahinter gut vorstellen, nach dem Motto wir lehnen erstmal alles ab, was nicht astrein aussieht und irgendwie Aerger macht, denn wir haben sowieso viel zu tun und die Leute sind selber Schuld, wenn sie zu doof sind unseren Regeln zu folgen. Aber fair gegenueber dem Antragsteller ist das nicht. Und wie Monique in dem Artikel zitiert wurde "I gain nothing but the confirmation of the rights I already have". Dem kann ich nur zustimmen.

 

PS Was den Lieferdienst angeht, dazu koennte ich noch einen weiteres Essaylein schreiben. Was Parcelforce mit meinen IKEA- Schrankteilen gemacht hat, geht auf keine Kuhhaut. Es gibt Sachen, die kann man sich eben nur nach Hause liefern lassen und das kleinste Liefermaennchen muss die groessten Pakete tragen. Da ist soviel falsch ...

Edited by Stellar
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Ja, Unfähigkeit/ Unwilligkeit ist in dem Fall sicher auch ein Problem. Und nachdem ich ja hier bereits von Stellars Problemen mit Bezahlung per Bankeinzug gehört hatte, habe (schweren Herzens) meine Kreditkartendaten beigelegt. Zudem habe ich alles doppelt bzw. dreifach dokumentiert (wo möglich) z.B. nicht nur die P60, sondern auch noch die monatlichen pay slips etc. und behördenmitarbeitertauglich in Schnellhefter eingordnet und im Beischreiben nochmals genau aufgelistet, welche Dokumente nach welcher Ziffer des Antragsformulares für welchen Nachweis dienen (Paragraphenwissen erfreut den Sachbearbeiter, weil er da denkt, es mit einem Gleichgesinnten zu tun zu haben).

 

Die Dame vom Document Service war auch nicht auf dem aktuellen Stand, was auch schwierig ist, da sich ständig was ändert und offenbar das HO nicht alles optimal an die Council Mitarebiter kommuniziert, aber dank Internet ist es ja einigermaßen möglich, sich auf dem Laufenden zu halten.

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Ich habe zweimal meine gesamten Dokumente zurueckbekommen, weil sie nicht im Stande waren, mein Geld einzuziehen.

Ein aus Suedafrika stammender Ex-Kollege von mir hat vor zwei Jahren seinen Job verloren, weil ihm bei seiner citizenship application das gleiche passiert ist. Es gab Probleme beim Geldeinzug, und der ganze Antrag wurde abgewiesen. In der Zwischenzeit lief seine Aufenthaltsgenehmigung ab und er konnte nicht mehr legal in GB beschaftigt bleiben. Die ganze Sache ging schliesslich vor Gericht. Er musste bis zum Tag der Verhandlung ungefaehr sechs Monate lang arbeitslos zuhause herumsitzen, was ihn damals fast in den Wahnsinn getrieben hat. Das Urteil fiel schliesslich zu seinen Gunsten aus - selbst der Richter konnte wohl kaum glauben, wie es zu einer solch absurden Situation kommen konnte. Bei seinem ebenfalls suedafrikanischen Partner lief alles glatt und der hat sie dann zum Glueck beide finanziell ueber Wasser halten koennen.

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Dir ist in diesem Fall aber shcon bewusst, daß das ganze Einbürgerungssystem darauf ausgelegt ist, Einbürgerungen nach Möglichkeit zu vermeiden, bzw. vom Antragssteller auch den entsprechenden Einsatz zu fordern, mit dem er soz. unter Beweis stellt, daß ihm die Sache was wert ist? Und aus Sicht der Behörde ist es eben einfachr und kostensparender, alles zurückzuschicken, wenn schon in der Vorprüfung festgestellt wird, daß die Grundvoraussetzungen nicht erfüllt sind, als jeden Antrag haarklein durchzugehen und den Antragssteller dann zu bitten, Fehlendes nachzureichen. Die Bringschuld liegt hier ganz klar beim Antragsteller und nicht beim Sachbearbeiter. Mag ärgerlich sein, aber es ist halt nicht freie Wirtschaft, wo man mit so einem Verhalten Kunden verlieren würde. Ich kenne jemand, dem wurde sein Führerscheinantrag abgelehnt, weil er mit blauer, statt mit schwarzer Tinte geschrieben war. Leicht verdiente 50GBP für die Staatskasse.

 

 

 

Deswegen immer unterscheiden: Will ich etwas von denen, oder die von mir? Und bei Ersterem versuche ich mich in deren Lage hineinzuversetzen und natürlich möchte sich jeder so wenig Arbeit wie möglich machen und je schneller ich einen Antrag bearbeiten kann, desto mehr Anträge schaffe ich und desto besser stehe ich beim Chef da. Und bei nem Tory geführten Ministerium freut sich Chef doch sogar noch drüber, daß ich so ne hohe Ablehnungquote habe, von daher muß das alles niet- und nagelfest sein, bevor ich das einreiche, mit mauligem Anspruchsdenken kommt man da nicht weit.

 

Mag man gut finden, is aber so, ich merke, daß sich da zumindest bei deutschen Behörden langsam was ändert, aber dann legt an trotzdem sein Schicksal in Hände des Sachbearebiters und wenn der grundsätzlich so'n Vorschrittenreiter ist oder nen schlechten Tag hat, hab ich Pech gehabt.

 

Kenne zB auch nen Fall aus dem Studium. Jurastudent gibt seine Seminararebit 3 Minuten nach 12 ab, Abgabetermin war aber 12 - wurde nicht mehr angenommen, durfte der das im nächsten Semester alles nochmal wiederholen. Fragt man sich auch, was soll der Scheiß, mir wurde erklärt, gerade im juristischen Bereich ist das Einhalten von Fristen immens wichtig, daher legt man da schon im Studium drauf wert.

 

Und natürlich wünsche ich mir so ein System wie z.B. Estland, aber ich muß halt mit dem leben, was ich hier habe und mich darauf entsprechend einstellen (oder eben woanders hingehen, wo mir das System besser gefällt).

 

Das ist so, wie sich drüber aufzuregen, daß der Leiferdienst keine Benachrichtigungskarte hinterlassen hat bzw. das nächste Depot zur Abholung meines Paketes so weit weg ist. Hab ich mich paar mal drüber geärgert, seitdem lasse ich entweder auf Arbeit oder eben an ne Adresse liefern, wo immer jedmand erreichbar ist. Fehler machen ist OK, aber dann sollte man veruschen, draus zu lernen und nicht einfach rumjammern.

 

Wieso berichten dei nicht einfach, daß man eben doch das Original einreichen muß und machen das dann beim Document Checking Service? Zumindest Lars scheint da zwar die geistige Transferleistung erbracht zu haben, sich bei der Botschaft ein weiteres Ausweisdolkument zu holen, das ist halt aber auch ein umständlicher Weg. Hilf Dir selbst, dann hilft Dir auch unser Herre Gott.
 

 

 

Wenn der Antrag abgelehnt wird, heisst es noch lange nicht, dass die Sache vom Tisch sei, hoechstwahrscheinlich wird der Antrag wiederholt eingereicht, sehr wahrscheinlich mit noch ein paar Fehler. Die Bearbeitungskosten kann man dem Antragsteller in die Rechnung stellen und die monopolistische Lage der Behoerde dadurch ausnutzen, in einer Demokratie hat das aber auch Folgen. Die Idee auf so eine unfreundliche Art 3m Antraege innerhalb von 2 Jahren zu bearbeiten eher schlecht: man muss Beamten einstellen, die nach zwei Jahren wieder entlassen werden muessen (oder woanders eingesetzt); ich wuerde lieber hier Estnische Effizienz und Gruendlichkeit einsetzen: den Antrag elektronisch stellen mit Scans von Beweisen und guter Validierung der Eingaben; um Faelschungen zu vermeiden, muessen auch Originale von Beweisen eingereicht werden. 

 

Was nutzen diese 50gbp wenn man damit gute Steuerzahler vergrault (eine in Cambridge studierte Softwareentwicklerin z.B.), wenn wir von Wirtschaftlichkeit reden? Ausserdem verursacht solches Verhalten mehr Schaden als bloss diese zusaetzliche 50gbp: der Antragsteller koennte wichtige Termine verpassen usw. Ich verstehe unter Effizienz und Gruendlichkeit vor allem Maximen, die in einer non-zero game Gewinne schafft mit womoeglich niedrigen Kosten. Aber das sind meine Vorstellungen von Effizienz und Gruendlichkeit, die Bundesrepublik hat voellig andere Vorstellungen davon, ansonsten haette ich Schengenvisen in Deutschland und nicht in freundlicherem Frankreich beantragt.

 

Was Zulieferer und andere Murksproduzente angeht, ich schreibe jedes Jahr etliche Beschwerden: Feedback ist wichtig und 2 Minuten Zeit um eine sachliche E-Mail zu schreiben kann ich  mir noch leisten, es ist ja auch gut um Dampf abzulassen. 

 

Es gibt so viele wunderschone Sachen in der Welt, womit man sich beschaeftigen kann anstatt dummes Papierkram zu erledigen.

 

Journalisten recherchieren oft nicht gerade ordentlich und allgemein hat man eher wenig Ahnung von Gesetzen die Auslaender betreffen. 

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 habe (schweren Herzens) meine Kreditkartendaten beigelegt. Zudem habe ich alles doppelt bzw. dreifach dokumentiert (wo möglich) z.B. nicht nur die P60, sondern auch noch die monatlichen pay slips etc.

Ziehst dich bis auf die Knochen aus und zeigst freiwillig noch ein bischen extra um dich dann an der Kasse etwas zu genieren.

Das muss jedem das Herz brechen

Edited by oche_alaaf
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Was nutzen diese 50gbp wenn man damit gute Steuerzahler vergrault (eine in Cambridge studierte Softwareentwicklerin z.B.), wenn wir von Wirtschaftlichkeit reden? Ausserdem verursacht solches Verhalten mehr Schaden als bloss diese zusaetzliche 50gbp: der Antragsteller koennte wichtige Termine verpassen usw. Ich verstehe unter Effizienz und Gruendlichkeit vor allem Maximen, die in einer non-zero game Gewinne schafft mit womoeglich niedrigen Kosten. Aber das sind meine Vorstellungen von Effizienz und Gruendlichkeit, die Bundesrepublik hat voellig andere Vorstellungen davon, ansonsten haette ich Schengenvisen in Deutschland und nicht in freundlicherem Frankreich beantragt.

 

Der Widerspruch besteht darin das politisch gewollt ist die Immigranten Zahlen auf wenige zehntausend pro ano zu druecken anstatt 3 Millionen EU Buergern den Beantragungsweg zu erleichtern und somit das gesteckte politische Ziel zu unterminieren.

Policy ersetzt was logisch und effizient waere nach mathematischer Grundlage

 

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Madame hat's nun auch in den Guardian geschafft. Tollerweise hat sie ihre PR nun nach ein paar Wochen gekriegt. Ich warte schon seit Juli. 

 

Heutzutage bekommt halt jeder seine 15 Minuten Ruhm.

 

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