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Brexit. Wie geht´s weiter?

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Die Einkomnensschere in Deutschland geht ebenfalls seit den frühen 2000er Jahren drastisch auseinander.

Es geht nicht nur dir so CvC. Mein Vater, einst standfester Sozialdemokrat und sicher kein Radikaler, hat auf seine alten Tage zum Sozialismus gewechselt, seit Schröders "Reform"politik.

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Hier in England sagen die immer, dass die Schroederjahre die einzigen weit und breit waren, in denen in D. sich etwas nach vorne bewegte.

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vor 2 Stunden schrieb CvC:

Hier in England sagen die immer, dass die Schroederjahre die einzigen weit und breit waren, in denen in D. sich etwas nach vorne bewegte.

In diesen Jahren wurde sicher der Grundstein für den heutigen Aufschwung der Industrie gelegt. Leider partizipieren die AN daran unter-proportional.

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Schätzungen nach wird der Zinssatz am Geldmarkt der Türkei auf über 20% gehen und trotzdem stürzt die Lira ab. Was unterscheidet eigentlich die Türkei von Grossbritannien? Eine schwächere Wirtschaft, ein schlecherer Ruf der Lira, ein autokratisches System, aber in der Unabhängigkeit der Notenbank fällte es mir schwer, den Unterschied zu erkennen. In der Türkei befürchtet man einen massenhaften Ankauf von Staatsanleihen, in Grossbritannien heißt der gleiche Vorgang Quantitative Easing. Und auch der Kursrutsch des Sterling liegt vielleicht nicht unmittelbar am Brexit, sondern vielmehr der Erwartung neuer QE-Programme im Falle wirtschaftlicher Schwierigkeiten.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/lira-verfall-der-tuerkei-koennte-es-wie-venezuela-oder-simbabwe-ergehen-a-1222951.html

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In der Sunday Times von vorgestern war ein Artikel der erzaehlte das das Treasury ihre Euro-Vorraete aufgestockt hat.

Das UK haelt jetzt mehr Euro als USD.

Vielleicht ist das die erste Massnahme um die Wirtschaft zu stuetzen, falls im Maerz die Hoelle losgeht.

suoyarvi

 

 

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3 hours ago, Kreuzberger said:

Schätzungen nach wird der Zinssatz am Geldmarkt der Türkei auf über 20% gehen und trotzdem stürzt die Lira ab. Was unterscheidet eigentlich die Türkei von Grossbritannien? Eine schwächere Wirtschaft, ein schlecherer Ruf der Lira, ein autokratisches System, aber in der Unabhängigkeit der Notenbank fällte es mir schwer, den Unterschied zu erkennen. In der Türkei befürchtet man einen massenhaften Ankauf von Staatsanleihen, in Grossbritannien heißt der gleiche Vorgang Quantitative Easing. Und auch der Kursrutsch des Sterling liegt vielleicht nicht unmittelbar am Brexit, sondern vielmehr der Erwartung neuer QE-Programme im Falle wirtschaftlicher Schwierigkeiten.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/lira-verfall-der-tuerkei-koennte-es-wie-venezuela-oder-simbabwe-ergehen-a-1222951.html

Wird in der €-Zone nicht auch massiv quantitative easing betrieben? Und was die TARGET2 Salden anbelangt, sehe ich da auch wenig Hoffnung, diese Schulen einzutreiben. Und der US Haushalt ist auch seit Jahren stark defizitär und die Exportbilanz negativ und trotzdem hält sich der Dollar irgendwie.

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10 hours ago, Mofolo said:

Wird in der €-Zone nicht auch massiv quantitative easing betrieben? Und was die TARGET2 Salden anbelangt, sehe ich da auch wenig Hoffnung, diese Schulen einzutreiben. Und der US Haushalt ist auch seit Jahren stark defizitär und die Exportbilanz negativ und trotzdem hält sich der Dollar irgendwie.

Ich denke, $, £ und € waren relativ zueinander stabil, weil die Notenbanken ähnlich expansive Programme hatten. Überall wurden Staatsanleihen gekauft mit der Begründung, es drohe sonst eine Deflation. Sobald die Wirtschaft wieder brummt, sollten die Zinsen zusammen mit der Inflation anziehen. Bloß was macht man mit $20 000 Milliarden Staatsschulden, die zwar durch 15% Inflation entwertet, aber gleichzeitig durch 10% Rezession aufgewertet werden und eine restriktive Notenbankpolitik mit 17% Zinsen angezeigt wäre? Das würde den Haushalt mit $3000 Milliarden Schuldzinsen belasten, während Steuereinnahmen sinken und zur keynesianischen Wirtschaftsankurbelung Investitionen gebraucht würden.

Ich halte solche Horrorszenarien nicht für wahrscheinlich, aber wenn es sie im UK geben sollte, wäre der Brexit Auslöser und nicht Ursache.

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4 hours ago, Kreuzberger said:

Ich denke, $, £ und € waren relativ zueinander stabil, weil die Notenbanken ähnlich expansive Programme hatten. Überall wurden Staatsanleihen gekauft mit der Begründung, es drohe sonst eine Deflation. Sobald die Wirtschaft wieder brummt, sollten die Zinsen zusammen mit der Inflation anziehen. Bloß was macht man mit $20 000 Milliarden Staatsschulden, die zwar durch 15% Inflation entwertet, aber gleichzeitig durch 10% Rezession aufgewertet werden und eine restriktive Notenbankpolitik mit 17% Zinsen angezeigt wäre? Das würde den Haushalt mit $3000 Milliarden Schuldzinsen belasten, während Steuereinnahmen sinken und zur keynesianischen Wirtschaftsankurbelung Investitionen gebraucht würden.

Ich halte solche Horrorszenarien nicht für wahrscheinlich, aber wenn es sie im UK geben sollte, wäre der Brexit Auslöser und nicht Ursache.

Der Euro hat die letzte Zeit ja auch wieder massiv an Wert verloren.   War er schon deutlich ueber 1.20 zum USD, so muss man heute froh sein, dass er ueber 1.14 ist.   Zum CAD das Gleiche.   Ich selbst halte den UK Pfund, wenngleich auch dzt. historisch schwach, immer noch die bessere Alternative, im Vergleich zum Euro.

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Das Pfund stand vor zehn Jahren mal bei knapp 1,90 zum Dollar, jetzt aktuell unter 1,30. Da sind die Ausschläge beim Euro insgesamt sogar geringer, dort sieht man hauptsächlich die Aufwertung des Dollars im Zuge der Euro-Krise (was das Pfund nicht betroffen hat) und einen Euro-Verfall gegen Ende 2014, dessen Ursache ich mir aktuell nicht erklären kann (den das Pfund auch erlitten hat). In der aktuellen Situation das Pfund als stärker zu bewerten, erscheint doch recht gewagt.

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vor 15 Stunden schrieb Sorgi:

Das Pfund stand vor zehn Jahren mal bei knapp 1,90 zum Dollar, jetzt aktuell unter 1,30. Da sind die Ausschläge beim Euro insgesamt sogar geringer, dort sieht man hauptsächlich die Aufwertung des Dollars im Zuge der Euro-Krise (was das Pfund nicht betroffen hat) und einen Euro-Verfall gegen Ende 2014, dessen Ursache ich mir aktuell nicht erklären kann (den das Pfund auch erlitten hat). In der aktuellen Situation das Pfund als stärker zu bewerten, erscheint doch recht gewagt.

Ich würde empfehlen die 1,90 zu ignorieren. Das war ein Ausreisser ausgelöst durch die ersten QE Implementierungen in den USA nach dem Financial meltdown. Der peak korreliert zeitlich mit QE in den USA und kurz danach in UK.

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Wechselkurschwankungen so um Faktor 2 sind bei frei fluktuierenden Währungen nicht ungewöhnlich; im Vergleich zum Dollar waren es beim Sterling in den letzten 10 Jahren gerade mal 35%. Die Türkische Lira hat im gleichen Zeitraum 82% Wert eingebüßt, also Faktor 5. Bei einem Kursrutsch in dieser Größenordnung müsste auch die BoE im Interesse der politischen und ökonomischen Stabilität Grossbritanniens die Zinsen erhöhen. Wenn wir die Türkei als Meßlatte nehmen, wären 10% noch zu knapp. Ich halte das nicht für wahrscheinlich, es sei denn es käme nach einem no-deal Brexit wirklich der Cliff-Edge.

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Good news coming out of No.10


1.9million Leave voters say they would now vote to Remain. But 2.4million Remain voters would now vote to Leave. The country hasn’t changed its mind.    

No 10 comms chief Robbie Gibb on Twitter

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vor 13 Minuten schrieb Ricard0:

Good news coming out of No.10


1.9million Leave voters say they would now vote to Remain. But 2.4million Remain voters would now vote to Leave. The country hasn’t changed its mind.    

No 10 comms chief Robbie Gibb on Twitter

jeder glaubt seine Statistik die er hören möchte. Es gibt andere. Mir inzwischen auch egal.

Ich hatte Dir übrigens zu einem "Posting" von Dir eine Frage gestellt. Gut, mit damit gerechnet, daß Du ernsthaft antwortest, hatte ich nun nicht. Aber mal als kleiner Reminder....

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vor 57 Minuten schrieb stonki:

jeder glaubt seine Statistik die er hören möchte. Es gibt andere. 

Mich würde wirklich mal interessieren, ob es da eine halbwegs zuverlässige Aussage zu gibt. Also entweder eine Umfrage, von der man zurecht sagen kann dass sie ausgewogen und realistisch ist, oder eine Art Umfrage-Metaanalyse (wenn man den Mittelwert aller Umfragen nimmt, ist das Ergebnis evtl auch genauer, da sich Faktoren ggf. rausmitteln). Weiss da was jemand zu?

Mein Verständnis (aber ich verfolge es nicht im Detail) ist, dass sich im Wesentlichen nicht so viel geändert hat, und bei einem erneuten Referendum durchaus nochmal Brexit bei rauskommen könnte...

viele Grüße,

Andre

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vor einer Stunde schrieb andre_xs:

Mich würde wirklich mal interessieren, ob es da eine halbwegs zuverlässige Aussage zu gibt. Also entweder eine Umfrage, von der man zurecht sagen kann dass sie ausgewogen und realistisch ist, oder eine Art Umfrage-Metaanalyse (wenn man den Mittelwert aller Umfragen nimmt, ist das Ergebnis evtl auch genauer, da sich Faktoren ggf. rausmitteln). Weiss da was jemand zu?

Mein Verständnis (aber ich verfolge es nicht im Detail) ist, dass sich im Wesentlichen nicht so viel geändert hat, und bei einem erneuten Referendum durchaus nochmal Brexit bei rauskommen könnte...

 

Natürlich gibt es keine halbwegs zuverlässige Aussage – kann es auch nicht geben. Und wenn es sie gäbe, würde auch die von jedem anders interpretiert werden.

Dein Verständnis, dass sich im Wesentlichen nicht viel geändert hat, teile ich aber auch.

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vor 26 Minuten schrieb Thomas aus Franken:

Natürlich gibt es keine halbwegs zuverlässige Aussage – kann es auch nicht geben.

Na dass es sowas nicht geben kann, da würde ich aber widersprechen. Natürlich kann man eine Umfrage machen, die:

- eine verhältnismässig grosse Stichprobe hat

- bei der die Stichprobe repräsentativ ist

- die Fragen neutral formuliert sind (und die Fragen bzw. der ganze Fragebogen / Text veröffentlich ist)

Damit könnte man ein gutes Meinungsbild der Gesellschaft erfassen.

Was man aber in der Tat nicht kann ist den Ausgang eines Referendums vorherzusagen, da man nicht weiss, wer tatsächlich zur Wahl geht. Es ging mir aber erstmal nur um die Meinung in der Bevölkerung...

 

viele Grüße,

Andre

 

 

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Gibt es eigentlich spieltheoretische Analysen eines zweiten Referendums? Etwa der Art, wenn es keines gibt, bleibt es beim jetzigen Schlamassel. Wenn es aber eins gibt, entweder einen härteren Brexit falls Leave gewinnt, oder erneuten Zwist mit möglicher Spaltung der Tories und vermutlich massiven Zugewinnen für die UKIP im Falle einer Mehrheit für Remain. Also eine gesellschaftliche Kosten/Nutzen-Berechnung.

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Die Diskussionen dazu, wie jetzt die Stimmung ist und wie ein zweites Referendum ausgehen wuerde, sind reine Gedankenspielerei. Kann man interessant finden. Mir geht's wie Stonki, mir ist's egal.

Es gibt doch kein Szenario, in dem ein zweites Referendum stattfinden wird. Die Regierung will keins, die sogenannte Opposition will keins. Also? Vollkommen wurscht, oder?

PS: Ich muss auch sagen, dass ich es insgesamt so richtig finde. Es war vorher klar, dass es nur ein Referendum gibt. Die zweite Chance war die Parlamentswahl 2017 - hat niemand genutzt. Seitdem hat es noch allerlei Lokalwahlen und Nachwahlen gegeben, dabei ist auch kein Denkzettel an die Brexit-Parteien herausgekommen. Egal was man davon haelt, die meisten Waehler wollen diesen Brexit oder koennen sich zumindest nicht dazu durchringen, dagegen zu stimmen.

Edited by Schokominza
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Das stimmt aus meiner Sicht nicht. Die Tatsache, dass im politischen Establishment keiner ein zweites Referendum will heisst nicht, dass das in der Bevoelkerung auch so ist. Bei der Parlamentswahl hattest Du nur die LibDems als Option, und das ist nicht realistisch. Sonst haetten die 48% remain Waehler fuer die gestimmt. Dann koenntest Du auch argumentieren, UKIP ist in der Versenkung verschwunden, also will keiner mehr Brexit.

Im Ergebnis stimme ich Dir zu, es wird aus meiner Sicht auch keine zweite Abstimmung geben. Inhaltlich richtig wuerde ich es nach den Luegen und den zwischenzeitlich nachgewiesenen Betruegereien, sowie dem starken Verdacht der russischen Einflussnahme, dennoch finden. Und egal ist es mit Sicherheit nicht.

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1 hour ago, mcschwabe said:

Das stimmt aus meiner Sicht nicht. Die Tatsache, dass im politischen Establishment keiner ein zweites Referendum will heisst nicht, dass das in der Bevoelkerung auch so ist.

Was bereits das Mob Rulez Argument gegen das erste Referendum war. Die meisten im Establishment, inklusive Urheber David Cameron, halten es für einen Fehler. Dass Teilen der Bevölkerung diese Einsicht abgeht sollte Grund genug sein, keine Wiederholung anzustreben. Wobei ich stark vermute, eine wissenschaftliche / spieltheoretische Untersuchung käme zum gleichen Ergebnis.

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13 hours ago, Kreuzberger said:

Was bereits das Mob Rulez Argument gegen das erste Referendum war. Die meisten im Establishment, inklusive Urheber David Cameron, halten es für einen Fehler. Dass Teilen der Bevölkerung diese Einsicht abgeht sollte Grund genug sein, keine Wiederholung anzustreben. Wobei ich stark vermute, eine wissenschaftliche / spieltheoretische Untersuchung käme zum gleichen Ergebnis.

Das heisst wenn man einen Fehler gemacht hat, sollte man nicht versuchen ihn zu korrigieren, weil man ihn sonst wiederholen koennte? Auch eine Logik. Und wenn David Cameron was fuer einen Fehler haelt, dann ist es im Zweifel die richtige Entscheidung.

Edited by mcschwabe
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vor einer Stunde schrieb mcschwabe:

Das heisst wenn man einen Fehler gemacht hat, sollte man nicht versuchen ihn zu korrigieren, weil man ihn sonst wiederholen koennte? 

 

Nein, man sollte versuchen, den Fehler zu korrigieren. Man sollte ihn nicht wiederholen, in der Hoffnung, dass der Fehler diesmal kein Fehler ist.

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