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inkyy123

PGCE - MFL

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Hallo,

 

Ich weiß, dass das Thema PGCE hier schon einige Male durchgekaut worden ist, ein paar Fragen sind bei mir dennoch offen geblieben. Ich studiere zur Zeit Spanisch und Französisch im Master und denke darüber nach, nächstes Jahr anstelle des Referendariats das PGCE in Modern Foreign Languages zu machen (mit den Sprachen Spanisch und Französisch logischerweise). Gibt es hier jemanden, der mit dieser Kombination das PGCE absolviert hat oder eventuell gerade dabei ist und kann mir ein bisschen von seinen Erfahrungen berichten? Ist es richtig, dass man sich bei MFL auf nur eine Sprache "spezialisiert"? Und was bedeutet das genau? Wird man in der zweiten Fremdsprache "weniger gut" ausgebildet? Außerdem würde mich interessieren, wie die Chancen stehen, als deutscher Bewerber ein Stipendium zu erhalten. Ich habe gelesen, dass man zwar einen student loan beantragen kann, jedoch habe ich auch gehört, dass die shortage subjects, zu denen die MFL mittlerweile ja gehören, z.T. zusätzlich gefördert werden. 

 

Ich würde mich über ein paar Infos& Erfahrungen sehr freuen :)

 

Liebe Grüße,

 

Inka

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Hallo Inka,

 

ich habe keine aktuellen Erfahrungen (meine sind 5 Jahre alt), aber es sollte kein Problem sein, das EU-Ausländer Zugang zu denselben loans (bei den grants kann es anders aussehen zu meiner Zeit konnte ich das fachspezifische Stipendium für MFL bekommen, nicht aber den maintenance grant) zu bekommen.

 

Von der Arbeit als Lehrer in England kann ich jedoch nur rundherum abraten - einige Eindrücke:

 

http://www.theguardian.com/teacher-network/teacher-blog/2013/feb/09/nqt-bullying-secret-teacher

https://teachingbattleground.wordpress.com/2012/08/02/how-to-destroy-nqts/

https://community.tes.com/threads/ridiculous-comments-given-at-lesson-observations.732295/ (Das ist ganz witzig zu lesen - aber wenn von solchen Leuten Bestehen oder Nichtbestehen abhängt, wird's weniger witzig!)

 

In der Zwischenzeit haben die Tories die Arbeitsbedingungen und auch die Bezahlung nochmal deutlich verschlechtert - landesweite Bezahlung nach Tarif gibt es praktisch nicht mehr, seit die Privatisierung durch die Hintertür mittels academisation schon mehr als die Hälfte aller Schulen betrifft.  Der PGCE als Qualifikation wird durch eine unüberschaubare Anzahl von Alternativrouten (bei denen man der Willkür der jeweiligen Schule noch stärker ausgesetzt ist als sowieso schon) mittelfristig kompett entwertet bzw. bedeutungslos werden. 

 

Eine Ausbildung in einer der beiden Sprachen wirst Du nicht erhalten - ist auch nicht nötig, denn es geht nur darum, die Kinder auf ein C zu hieven, ,damit die Schule in den league tables nicht völlig abgleitet.  Vom fachlichen Niveau kannst Du Dir bei den Unterrichtsmaterialien auf www.tes.co.uk ein Bild machen. 

 

Ich habe nie wieder eine Stelle gehabt, in der ich so ungerechter und negativer Bewertung unterworfen war, Urteile von Vorgesetzten, die von jedweder Sach- und Fachkenntnis völlig unbeleckt waren, über Werden und Vergehen entschieden, bei der ich in Situationen verbaler und physischer Gewalt (nicht nur von Schülern!) so alleingelassen war.  Die Selbstmordraten englischer Lehrer sprechen für sich.  Mit Bildung oder Erziehung hat der Beruf in England überhaupt nichts zu tun - selbst baulich gleichen englische Schulen ja eher Gefängnissen als Bildungseinrichtungen.

 

Ich fühlte mich ungefähr so:

 

"I am a robot, please complete meaningless 5 minute task.

"I am a robot, please wast time writing down the prescribed learning objective.

"I am a robot, please look at my power point and undertake several short tasks that add up to not very much.

"'Excuse me Sir/Miss, please explain about Macbeth's regicide and why it is important.'

"That does not compute, I am a robot, subject knowledge isn't needed.  Please continue with power point tasks.

"Knock, knock.  I am robot SLT pleae excuse me while I ensure the children's books have more of your writing, in cerise pen, than theirs.  Oh dear one of these books has more pupil writing than teacher writing, this does not compute.

"I am a robot, please now consolidate your work and let a fellow pupil mark it."

 

Das ist ein Beitrag aus dem mittlerweile offline genommenen TES-Forum, der Autor kommentierte weiter: "I don't normally post but I'm just so sick of seeing this and being asked to do this." und so ging's mir auch.

 

Bildung ist ein ein politischer Fußball, und Du wirst kaum ehrliche Aussagen zu den Zuständen an englischen Schulen finden - Papier ist geduldig, und das DfE bedruckt viele Hochglanzbroschüren. Als ich das erste Mal britische Schulen betrat, war ich begeistert - IWBs, viele Aktivitäten, tausende Computer - alles potjemkinsche Dörfer.  

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Vielen Dank für deine ausführliche Antwort, Lasse! Ich versuche mal, mich davon nicht allzu sehr entmutigen zu lassen  :icon_mrgreen:  Aber das klingt ja schon mal nicht so super. Darf ich fragen, wie lange du dort als Lehrer tätig warst? Ich werde mal versuchen, für einige Tage einen Hospitationsplatz an einer secondary school zu bekommen, damit ich mal einen Einblick in den englischen Schulalltag bekomme. Solche Horrorgeschichten habe ich jedoch auch schon des öfteren von Bekannten im Ref. gehört. Ich schätze mal, dass es auch stark von den einzelnen Schulen abhängt, deshalb hoffe ich, dass hier noch ein paar andere von ihren Erfahrungen berichten x)

 

LG,

 

Inka

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Bist du schon hier oder in Deutschland?

Wenn nicht hier, dann würde auch ich davon abraten, hier das/ den PGCE zu machen oder hier zu unterrichten.

Deine Fächerkombi ist gut, Spanisch ist im Moment anscheinend die Sprache, die gelernt wird, gefolgt von Französisch (zumindest hier oben). Deutsch ist in der Minderheit.

Aber, Schulen hier haben im Moment riesige Budgetprobleme und viele müssen Stellen abbauen (wobei du als billiges Personal wohl noch eher Chancen hast als jemand, der schon etwas länger dabei ist). Mit dem Plan, alle Schulen in academies umzuwandeln, kann es zu großen Problemen kommen.
Schüler sind immer unmotivierter, da der Druck immer früher beginnt.

Ich lese soviel von Kollegen, die den Job lieben aber trotzdem ihre Kündigung einreichen, weil sie ganz gerne etwas vom Leben hätten bzw sie nicht mehr den Job machen können, den sie machen wollen, nämlich unterrichten.
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Kenniblue, auch dir Vielen Dank für deine Antwort! Ich bin zur Zeit noch in D, mache wie gesagt erstmal meinen Master hier zu ende und werde voraussichtlich nächsten Sommer fertig sein. Habe also noch etwas Zeit mir das alles gut zu überlegen. Wie äußern sich diese Budgetkürzungen denn genau im Schulalltag, bzw was ist für deine Kollegen ausschlaggebend, ihren Job zu kündigen, obwohl sie gerne unterrichten? Unmotivierte Schüler und Lehrer, die sich über zu viele Arbeitsstunden beschweren sehe ich hier auch tagtäglich, mache zur Zeit gerade mein Praxissemester. Da hier durch neue Änderungen in der Bildungspolitik eine zweite Fremdsprache nicht mehr verpflichtend ist, sieht die Zukunft in D für Fremdsprachenlehrer also auch nicht mehr so rosig aus, vor allem mit der Kombi Spanisch& Französisch... :icon_oha:

Liebe Grüße,

 

Inka

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Ich meinte auch Sommer nächstes Jahr, sorry falls das falsch rüberkam. Dieses Jahr wollte ich, wenn möglich, nur ein bisschen hospitieren..;)

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Hallo inky123, die Links geben Dir schon einen Einblick.  Klar hängt es von der Schule ab (viel stärker als in Deutschland) - aber die Stellen in den guten Schulen sind recht rar gesät, trotz des Lehrermangels.  Ich glaube, die Links geben schon einen guten Einblick: Micromanagement bis ins kleinste Details (Schriftgrößen und Farben auf Powerpoints), ständiges Hinterherkontrollieren (Manager kommen während des Unterrichts ins Klassenzimmer, greifen sich zwei Hefte, verschwinden, am Nachmittag darfst Du Dich rechtfertigen, weshalb Du in einer Klasse, die Du einmal pro Woche siehst, das letzte Mal vor zwei Wochen korrigiert hast, und noch dazu bei einem Schüler mit einer Halbsatzantwort nicht herausgestellt hast, was gut gelaufen ist/bei einem funktionalen Analphabeten nicht in der Fremdsprache korrigiert hast/bei einem A-Kandidaten nicht auf Englisch korrigiert hast), kein Rückhalt durch Manager selbst bei extremstem, kriminellen Fehlverhalten von Schülern.  Ich selbst habe nach dem PGCE 1/2 Jahr an einer auf dem Papier "good mit outstanding features"-Schule unterrichtet. 

 

Die Gängelei durchs Management hat nach dem NQT-Jahr keinesfalls ein Ende sondern ist fester Bestandteil des Lehrerberufs hier. 

 

Ganz ehrlich und ohne Dir zu nahe treten zu wollen - vielmehr, weil ich selbst wünschte, ich hätte es damals schon verstanden -, wenn Du aus der deutschen Schulerfahrung heraus denkst, Du hättest Erfahrung mit dem ,was Dich an englischen Schulen erwartet, ist das so, wie wenn Berliner sich über die steigenden Mieten beklagen und denken, sie wären damit auf das, was sie in London erwartet, vorbereitet.

 

Ich kann nur wiederholen, was ich in einem anderen Thread schon geschrieben habe: 40 % der englischen Lehrer geben in weniger als einem Jahr nach Erlangungen des QTS (also Abschluss des PGCE) auf.  Du weißt, wie hoch die Studiengebühren sind: Das sind alles Leute mit 10tausenden Pfund Schulden, KEINER von ihnen hat diese Entscheidung leichtfertig getroffen!

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Vieles von dem, was Lasse sagt.

In einer ehemaligen Schule wird es ähnlich gehandhabt wie er beschreibt. Viele meiner alten Kollegen sind gegangen. Es wird korrigiert, Kinder machen Korrekkturen, es wird ein zweites Mal korrigiert. Aber alles bitte in der korrekten Schriftfarbe. Korrigieren braucht ewig, weil man nicht nur Fehler korrigiert, nein, man schreibt einen Code daneben, dann schreibt man dazu, was gut gemacht wurde und was besser gemacht werden muss, aber bitte als Frage, welche die Kinder dann beantworten, und man selber soll darauf dann auch nocheinmal reagieren, s.d. Ein Lerngespraech entsteht. Die Theorie ist toll, machbar jede Woche bei einem vollen Stundenplan eher nicht. Ich habe heute einen Stapel Heft korrigiert, viel Zeit vergangen ist seit dem letzten Mal nicht, trotzdem hat es bei 28 Kindern gut drei Stunden gedauert. Ich habe Glück, ich habe nur 7 verschiedene Klassen plus zwei Abiklassen. Meine Freundin unterrichtet RE, sie sieht jede Klasse einmal pro Woche. Bei zwanzig Unterrichtsstunden kannst du dir ausrechnen, wieviel Zeit sie mit Korrekturen verbringt.

Es gibt viele vorgeschriebene Wege wie unterrichtet werden soll, in vielen Schulen.
Noch vor ein paar Jahren wurde gesagt, Schueler müssen sich alles selber erarbeiten, der Lehrer soll so wenig wie möglich erklären/ reden. Jetzt wird das wieder anders gemacht. Wenn man da nicht mitmacht in bestimmten Schulen, dann kommt man halt ins Disziplinarverfahren, besonders praktisch, wenn man den Kollegen eh loswerden will.

In den Ferien wird erwartet, dass man extra Unterricht anbietet, meist unentgeltlich. Macht man das nicht und die Ergebnisse sind nicht so wie vorausgesagt (nein, darauf hast du keinen Einfluss, das errechnet sich aus den Ergenbissen in den Prüfungen Ende der sechsten Klasse in Englisch und Mathe. Das in der sechsten Klasse alles außer Englisch und Mathe auf den backburner geht, ist uninteressant), muss man sich rechtfertigen.

Die Prüfungen ändern sich schon wieder, ich habe in meinem eingangshefter im Email Programm mittlerweile drei GCSE Hefter. Nun machen wir wieder das, von dem uns vor fünf/ sechs Jahren oder so (ich habe mittlerweile den Überblick verloren), dass das ja so nicht geht. Nun dürfen wir also wieder Rollenspiele machen.

anstatt etwas zu ändern, wenn die Kinder in der ersten Klasse anfangen, macht man das halt mal mittendrin, denn die Regierung ist ja jetzt am regieren und wollen in ihrer Amtszeit zeigen, dass sie ja die Schrauben angezogen haben und die Ergebnisse sind trotzdem höher (wie Lasse schon erwähnte, politischer Spielball) - das wir unseren Kindern damit schaden, ist den werten Damen und Herren relativ schnurz. Als Beispiel, die 6 Klaessler dieses Jahr hatten letztes Jahr und dieses Jshr Zeit, sich auf die neuen SATs vorzubereiten, es wird sehr viel mehr verlangt (gerade um den Englischtest gibt es mäßig Diskussionen, da selbst Leute, die Englisch studieren bzw. sich viel damit beschäftigen, Schwierigkeiten haben und es in diesen Tests nicht nur eine korrekte Antwort gibt, aber nur eine zugelassen wird). Wenn ein Schüler nicht mindestens den Durchschnitt schafft, dann wird er/ sie den Test wiederholen müssen, in der siebten Klasse. Noch ein Grund mehr, warum Schüler weniger Lust auf Schule haben werden, denn sie werden als familiäre abgestempelt, sie sind ja nicht gut genug.

Sprachen. Viele Schulen unterrichten nur noch eine, mehr kann man sich finanziell nicht leisten. Ich habe in meiner Zeit Informatik, PSHE, functional Skills, Biologie, Deutsch und Französisch unterrichtet. Das ich in den meisten Faechern keine Weitere Qualifikation als Abitur habe, interessiert nicht. Und das wird mehr. Es gibt Schulen, in denen HLTAs eingesetzt werden, um zu unterrichten. In der Grundschule meines Sohnes werden diese eingesetzt, um die Freistunden der Klassenlehrer zu covern.
Klassen werden größer, wir haben mittlerweile Klassen mit 33 Schuelern, nicht genug Platz, nicht genügend Stühle oder Tische.

Wenn jetzt jemand geht, wird sehr vorsichtig geschaut, wer diese Person ersetzt, muss sie ersetzt werden oder kann ein Kollege das machen? Selbst wenn es nicht das eigene Fach ist.
Anschaffungen werden vorsichtig überdacht, Ausflüge werden seltener, Professional Development weniger, auf jeden Fall in der Schulzeit, wenn Vertretung gebraucht wird.
Stellenabbau passiert in vielen Schulen, da sie sich das Personal nicht leisten können.

Lies dich durch die Links, schau bei teacher roar nach. Google Michael Rosen und lies seinen Blog.
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Ups, ein Roman geworden.

Btw, ich liebe meinen Job, aber von allen Jobs, die ich bisher gemacht habe, ist er bei weitem der anstrengendste und der, wo ich nicht sagen kann :"Ich bin fertig." Hätte ich nicht meine Kinder, würde ich jeden Tag bis in die Puppen sitzen, Unterricht vorbereiten und korrigieren. So muss ich Abstriche machen, da ich meine Kinder sonst nicht sehen würde, Edited by kenniblue
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Ich habe mir mittlerweile die meisten Links durchgelesen und noch einige weitere. Das stimmt so ziemlich mit dem überein, was ihr mir hier berichtet habt. Im Moment scheinen Großbritannien und der Lehrerberuf zwei Dinge zu sein, die sich nur sehr schlecht kombinieren lassen. Da kann man ja echt nur hoffen, dass sich da bald einiges ändert =/...Vielen Dank für eure ausführlichen Antworten! Hatte heute zufällig einen Unterrichtsbesuch und dachte danach, dass ja wirklich jedes kleinste Detail in der Nachbesprechung bis zum Gehtnichtmehr "durchgekaut" und auseinander genommen wird, aber wenn ich dann daran denke, was ihr so schreibt, scheint das dagegen ja noch gar nichts zu sein. Ich hoffe trotzdem, dass ich selber auch mal die Möglichkeit bekomme, an einer englischen Schule zu hospitieren, auch wenn es nur dazu dient, dass ich mich danach einfach wieder auf das deutsche Schulsystem freue (was ja auch nicht perfekt ist). Ich mag England wirklich, die Menschen, ihre Art, die Lebensweise und natürlich die tollen Landschaften ;). Mein Freund ist Engländer und lebt in Nottinghamshire, ich bin dort also recht regelmäßig und habe mich wirklich in das Land verliebt und könnte mir sehr gut vorstellen, dort einmal zu leben. Jedoch ist der Lehrerberuf eigentlich mein Traumjob und so, wie die momentane Situation für Lehrer dort aussieht, bin ich nicht sicher, ob ich damit leben könnte. Die Schwester meines Freundes ist Grundschullehrerin in der Nähe von Chester und berichtet eigentlich immer sehr positiv von ihrem Job, aber vermutlich sieht das ganze an Primary schools nochmal ganz anders aus...

 

Liebe Grüße und nochmals vielen Dank für eure Antworten,

 

Inka

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Da kann man ja echt nur hoffen, dass sich da bald einiges ändert

 

Wie heisst es nochmal ... "die Hoffnung stirbt als letztes"

bereits unter Thatcher fing das teacher bashing an und selbst Blair/Brown haben da nix dran geaendert.  Aber vielleicht kommt ja mit Corbyn die Revolution.

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Primary schools werden auch immer schlimmer. Mittlerweile hat meine Tochter in der Vorschule schon Hausaufgsben. Man kann nur noch den Kopf schütteln.

Und der Druck in den Grundschulen steigt, da die Liebe Regierung mittlerweile wieder ks1 Test eingeführt hat, die dieses Jahr das erste Mal wieder stattfinden, ohne spelling Test, dank der Unfaehigkeit des dfe. Und am Ende des KS2.

Nur gut, dass die Werte Morgan, oder wer immer ihre Briefe schreibt, genau das falsch macht, was unsere 11 Jaehrigen können müssen.
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Ich schließe mich meinen Vorrednern in allen Punkten an und rate dir DRINGENDST davon ab, den Lehrerberuf in England als Berufsperspektive in Betracht zu ziehen. Von den 3 nicht-Engländern, die mit mir zusammen das PGCE gemacht haben unterrichtet keiner mehr in England, mich eingeschlossen. Eine ist sofort nach dem PGCE zurück nach D gegangen, zwei haben das NQT Jahr noch zu Ende gemacht und haben dann die Beine in die Hand genommen, und ich habe es 6 Wochen vor Ende des NQT Jahres nicht mehr ausgehalten und bin zurück nach D gegangen.

Auf die Gründe warum es so schlimm ist möchte ich an dieser Stelle nicht auch noch näher eingehen.Es ist jedoch in der Tat so, dass der Lehrerberuf in England nichts, aber auch rein gar nichts mit dem Lehrerberuf wie man ihn aus D kennt gemein hat. Es geht in England nicht um die Vermittlung von Wissen (und in Fremdsprachen erst recht nicht) sondern einzig und allein darum, die Schüler durch die Prüfung zu bringen, und das mit allen Mitteln, die erlaubt und nicht erlaubt sind. Als Lehrer bist du für die Ergebnisse deiner Schüler verantwortlich und wirst neuerdings auch gemessen an diesen bezahlt. Mobbing seitens des Management ist an der Tagesordnung, eine Wochenarbeitszeit von unter 50h die Ausnahme und die Bezahlung so gering, dass du dir keine eigene Wohnung wirst leisten können. Ich hatte vor dem PGCE schon 9 Jahre Berufserfahrung - die (knapp) zwei Jahre an englischen Schulen war die schlimmste berufliche Erfahrung meines Lebens. Und ich hatte bei der Auswahl meiner Schulen noch großes Glück, da ich an grammar schools unterrichtet habe. 

Ich würde dir dringend raten, zuerst das Ref in D zu machen und anschließend nach England zu gehen wenn du es möchtest. Dort kannst du dann dein Glück als Lehrer versuchen, mit der Gewissheit, jederzeit nach D zurückgehen zu können. Alternativ kannst du dir auch in England etwas ganz anderes suchen, denn in dieser Hinsicht ist England wesentlich offener als D. Wenn du unbedingt nächstes Jahr schon nach England gehen willst, kannst du auch dort das PGCE + QTS machen und es dir anschließend in D anerkennen lassen. Beides zusammen muss in D anerkannt werden (solange UK in der EU ist) und mit abgeschlossenem deutschem Master wirst du da keine Probleme haben. Du musst dir nur Bewusst sein, dass du in diesem Falle zwingend das PGCE und QTS Jahr durchziehen musst - viel Spass dabei...

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Hallo ametisto,

 

habe eben erst deinen Beitrag gelesen, war länger nicht mehr hier. Vielen Dank für deine ausführliche Antwort! :) Bevor ich mich weiter mit dem PGCE usw beschäftige, werde ich erstmal gucken, dass ich nach den Sommerferien eventuell mal in einer englischen Schule ein wenig hospitieren kann, damit ich selber mal ein Bild davon bekomme, aber eure ganzen Beiträge haben mir auf jeden Fall schon mal einen eindeutigen Eindruck vermittelt...;) Was genau meinst du denn mit etwas ganz anderes? Also in einem anderen Bereich etwas mit Sprachen? Ja habe schon gehört, dass die da etwas lockerer sind im Vergleich zu Deutschland...das wäre auch eine Alternative. 

 

Liebe Grüße,

 

Inka

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Und was ich auch noch einmal nachfragen wollte war, wo man das nachlesen kann, dass das PGCE+QTS ohne Probleme in D anerkannt wird. Gibt es da irgendwas "offizielles" wo das steht oder wo kann man sich da erkundigen?

 

LG,

 

Inka

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"Was genau meinst du denn mit etwas ganz anderes? Also in einem anderen Bereich etwas mit Sprachen?"

Nicht zwingend nur im Bereich Sprachen. Du könntest ebenso versuchen in einen der vielen Graduate jobs zu kommen und dich anlernen zu lassen. Diese Graduate Programme laufen in D soweit ich weiß unter dem Namen Traineeprogramme. Diese Programme sind offen für Absolventen aller Fachrichtungen und man lernt on the job. Wie schon gesagt, Großbritannien ist wesentlich offener was den Arbeitsmarkt angeht. Man ist, anders als in D, sehr wenig an den Beruf gebunden, den man gelernt hat. Und wenn man mal was anderes ausprobieren möchte, dann retrained man einfach. Viele Engländer haben im Laufe ihres Lebens mehrere careers in völlig unterschiedlichen Branchen. In Großbritannien herrscht die Meinung vor, dass man mit dem richtigen Training alles machen kann. Du könntest dich ja als Bildungs- oder Gesundheitsminister zur Verfügung stellen. Wie man sieht brauchen die ganz besonders wenig Ahnung von der Materie haben, über die sie herrschen:) (Wobei du für den Job des Bildungsministers wahrscheinlich schon überqualifiziert bist)
 

"Und was ich auch noch einmal nachfragen wollte war, wo man das nachlesen kann, dass das PGCE+QTS ohne Probleme in D anerkannt wird. Gibt es da irgendwas "offizielles" wo das steht oder wo kann man sich da erkundigen?"

Google mal nach Anerkennung PGCE oder besser noch ruf bei den zuständigen Bildungsministerien der Länder an und lass dich beraten. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass sie sehr hilfsbereit sind. Es ist einfach so, dass EU Abschlüsse anerkannt werden müssen, und die meisten Bundesländer haben jetzt schon Regelungen getroffen, wie sie die Anerkennung handhaben. Ruf einfach mal dort an. 

Die Dinge haben sich seit dem 23. Juni jetzt aber so grundlegend geändert, dass man sich jetzt vielleicht noch ernsthafter überlegen sollte, ob es sich lohnt nach England zu gehen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass der 23. September den Fremdsprachen den Todesstoß versetzt hat.

 


 

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    • Melde dich bei Facebook auf UKCEN (UK Citizenship for European Citizens) an. Die helfen auch mit Settled Status und haben eine Reihe Immigration Solicitors in Ihren Reihen, die pro bono Rat und Hilfe geben. Wir verstehen nicht genug davon, um wirklich Rat zu geben. 
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