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reichp

Hitchhiking/Trampen in Grossbritanien

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Abendchen,

 

Seit ein paar Tagen quaellt mich die Schnappsidee, das Land ein Bisschen besser kennenzulernen und zwar per Anhalter. Die Forensuche habe ich ordentlich betaetigt und eher negative Meinungen gefunden: funktioniert heute nicht, zu gefaehrlich, sogar ein Wandergeselle verzichtete auf das Trampen.

 

Gegoogelt habe ich natuerlich auch und zwar gibt es keine Trampenvereine in GB und keine Trampermeisterschaften, eine Karte mit aktuellen Hitchhiking Spots finde ich aber ganz toll. 

Hat hier jemand Trampen auf der Insel ausprobiert oder interessiert sich dafuer? 

 

Das Trampen entdecke ich vor 9 Jahren, in einem Alter, wo man schon genug verdient um mit oeffentlichen Verkehrsmitteln reisen zu koennen, per Anhalter lernt man das Land samt Leute aber viel besser kennen. Ich besuchte damals ein paar Abendlektionen in einem Trampenverein und las ein paar Buecher, bereiste mehrmals die Anfaengerstrecken Vyborg-Petersburg-Moskau allein und zu zweit, lernte mich schneller fortzubewegen, so dass ich am Anfang 16 Stunden fuer die 750km Strecke brauchte und spaeter mit ein Bisschen Erfahrung nur 9 Stunden. Alle Reisen damals zusammengemommen, stoppte ich etwa 70 Verkehrsmittel und legte etwa 5000km zurueck.

Ich stand normalerweise in einer sicheren aber sichtbaren Entfernung von der Fahrbahn, so dass Autofahrer mich sehen und genug Platz zum Anhalten hatten - also ohne auf einer Tankstelle Leute mit Fragen zu belaestigen. Hoffe dieselbe Methode wird auch hier funktionieren.

 

Nun, ob es tatsaechlich so gut in Grossbritanien mit Trampen klappen wuerde, weiss ich nicht - ich las ein paar Berichte und es scheint immer noch zu funktionieren. Anfangen wuerde ich mit einer Anfaengerstrecke, z.B. nach Devonshire oder Wales mit Uebernachtung in Hotel, wenn ich 350km in 8-15 Stunden bei Tageslicht nicht schaffe, kann ich immer mit dem Bus/Zug heim- oder weiterkommen, 20-50km zu Fuss waere auch nichts besonderes.

 

Oder gehe ich immer noch zu blauaeugig an die Sache an?

 

Gruesse,

Pavel.

Edited by reichp

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Erfahrungen habe ich keine (mir wurde das hitchhiken hier gleich ganz am Anfang ausgeredet), aber ich faend's gut, wenn du deine hinterher postest.

 

Das groesste Problem wird sein, Leute zu finden, die anhalten. Da ist die Tankstellen- / Raststaettenversion wahrscheinlich erfolgreicher, aber was weiss ich schon.

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Super Idee, zu meiner Zeit habe ich etliche 1000 km trampenderweise zurueckgelegt- damals war es aber nicht exotisch sondern normal, da standen schon mal locker 20 Tramper an einer Autobahnauffahrt :icon_razz:

Ich wusste nicht, dass es schon Buecher darueber gibt. Mein top tip fuer Sicherheit: Bauchgefuehl und nie erst sagen wo du hinwillst, sondern den Fahrer fragen wo er hinfaehrt. Das ist oberstes Gebot.

An einer Tanke kann man sich schon gut plazieren, dann aber mit Schild und Blickkontakt arbeiten, nicht Leute einfach wahllos anquatschen. Sauberes Auftreten und nicht zu viel Gepaeck, so stehen, dass der Fahrer sicher sein kann,dass keine weiteren Leute aus dem Gebuesch springen.

 

UK war vor 30 Jahren easy zu trampen- heute glaube ich ist's ueberall schwierig. Viel Glueck und berichte bitte wie's dir ergangen ist.

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Berichten wuerde ich gerne, das Wissen muss ja geteilt werden. 

 

Ich werde vermutlich versuchen jemanden als Begleitung zu finden, egal ob mit oder ohne Trampenerfahrung - zwei Koepfe denken i.d.R. besser als einer. 

 

Ein paar Tramper aus Russland hatten ueber 1Mio km weltweit zurueckgelegt und darueber ziemlich dicke Berichte geschrieben und als Buecher veroeffentlicht und vor allem elektronisch verteilt wurden.

 

Mit der Sicherheit klar vertraue ich dem Bauchgefuhl und auch Statistiken, vorher gefundenen und selbst gesammelten. Ich habe es allerdings so gelernt, den Fahrer zu fragen ob er Richtung Sueden/Moskau/Finland/usw. hinfaehrt, das Reiseziel des Fahrers darf ja seine private Sache bleiben. Leute an der Tankestelle anzusprechen ist mir auch neu, ich habe es immer so organisiert, dass der Autofahrer seine Initiative zeigen soll und nicht ich ihn ansprechen - mal sehen, ob es weiterso funktionieren wuerde. Bis 20-50 Autos zaehlen und dann eine andere Strategie ausprobieren kann ich immer, zumindest solange der Autoverkehr zu schwach ist.

 

Gruene Spots auf hitchwiki.org/maps wirken irgendwie beruhigend, ich will an einem sonnigen Samstag um 7-8 Uhr starten, der Autoverkehr erreicht den Hoechstand um 11 Uhr und den Autoverkehr auf verschiedenen Strecken kann ich eben aus diesen Daten vergleichen.

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Mit der Sicherheit klar vertraue ich dem Bauchgefuhl und auch Statistiken, vorher gefundenen und selbst gesammelten. Ich habe es allerdings so gelernt, den Fahrer zu fragen ob er Richtung Sueden/Moskau/Finland/usw. hinfaehrt, das Reiseziel des Fahrers darf ja seine private Sache bleiben. Leute an der Tankestelle anzusprechen ist mir auch neu, ich habe es immer so organisiert, dass der Autofahrer seine Initiative zeigen soll und nicht ich ihn ansprechen - mal sehen, ob es weiterso funktionieren wuerde. Bis 20-50 Autos zaehlen und dann eine andere Strategie ausprobieren kann ich immer, zumindest solange der Autoverkehr zu schwach ist.

 

 

 

Eigene Erfahrung: (Obwohl, du bist vielleicht maennlich, trotzdem) wenn du dem Fahrer sagst du willst nach xyz und er hatte schon fragwuerdige Absichten, wird er sagen dass er/ sie auch dahin will. obwohl es eigentlich in eine andere Richtung gehen sollte und die Mitnahme des Anhalters nur der Verfolgung eigener Absichten dient. Ohne jetzt auf Einzelheiten einzugehen, x mal selbst erlebt. Das kann auch Maennern passieren. Im Allgemeinen laesst man sich ja an einer Ausfahrt oder im Stadtzentrum absetzen, die Privatsphaere des Fahrers bleibt also gewahrt, deine Sicherheit geht vor.

Wenn man mit einem Schild an der Tanke/ am Little Chef/ am Farmers Market steht, da wo die Leute langsam in die Richtung fahren in die du willst oder moeglichst stellst du dich dahin wo sie in ihr Auto einsteigen, kann man mit Blickkontakt abschaetzen, ob man sie ansprechen kann oder nicht. Das ist Erfahrungssache, kann ich nicht naeher erklaeren.

Zu Begleitern kann ich nur sagen, dass es unwahrscheinlicher wird mitgenommen zu werden, wenn man zu zweit oder gar zu dritt trampt.

 

Toi toi toi.

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Ich habe in London oefters das Stadt-Trampen probiert, immer wenn alle anderen Transportmoeglichkeiten irgendein Problem hatten.

 

Ich bin noch nie mitgenommen worden und schaue seitdem selbstkritisch in den Spiegel.

 

Aber probieren wuerde ich es immer wieder - wenns denn sein muss.

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Ich bin in London schon oefter mitgenommen worden, an Streiktagen an denen man an Bushaltestellen verschimmelte. Das ist allerdings auch 15 Jahre her, solche Streiks gibt es ja zum Glueck nicht mehr und der liebe Gott hat  working from home erfunden sodas es mir auch egal waere.

( ich schaue auch selbstkritisch in den Spiegel CvC, ich finde aber erschrecken wird sich Deiner nicht.  :icon_lol: )

 

Nun ist ja in Moskow jeder Privatwagen ein potentielles Taxi, vielleicht ist die Russische Mentalitaet da einfach anders? Selbst bei so Sachen wie Fahrgemeinschaften sind die Englaender ja doch recht zurueckhaltend. 

Unmoeglich wird es nicht sein, wir haben frueher auch oefter Anhalter mitgenommen, oft auch die mit den trade plates. generell sind Anhalter so ein bisschen vom Strassenbild verschwunden.

Was Jaby sagt ist hilfreich, Tankstellen-Raststaetten sind schon ganz gut, da kann mal ein Wort gewechselt werden, erhoeht die Chancen.

 

Generell wuerde ich es nicht von London auch versuchen und glaube je laendlicher desto besser, Schottland und Irland vielleicht eher, in Ireland hilft es ungemein einen Kuehlschrank dabei zu haben.  :icon_mrgreen:

 

Wuensche viel Spass. Vielleicht wird ja auch ein Buch draus. 

 

Nachtrag: Mensch, da faellt mir doch glatt die Geschichte wieder ein als wir im Nachbus eingepennt sind und am AdW gestrandet waren-kein anderer Weg zurueck, das letze Pfund war auf den Bus draufgegangen da sind wir auch getraempt und mussten in so einem kleinen Lieferwagen hinten zwischen Farbdosen hocken und der Typ war so merkwuerdig dachten wir, der wollte unbedingt wissen wo genau wir wohnen, aber wir waren natuerlich nicht doof und haben es nicht verraten-als er und dann an unserem Wunschort rauslies war er richtig sauer-aber nicht weil er uns verschleppen wollte sondern weil er sich solche Sorgen gemacht hat das zwei angeschickerte Maedels im Morgengrauen zu Fremden ins Auto gestiegen sind, der wollte und noch Taxigeld fuer die Weiterfahrt geben und entlies uns mit einer gewaschenen, vaeterlichen Standpauke.  :icon_razz:

Edited by claudiad
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Ich persönlich würde es mich nicht trauen, bei allem was heutzutage so passiert - bin aber auch erst nen 20jähriges ziemlich übervorsichtiges Mädel und mir wurde von Geburt an eingeprägt, dass ich sowas nie machen darf. :D

 

Trotzdem finde ich es schon eine interessante Sache, viel Erfolg und bitte berichten!

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och Jolly-das war frueher auch nicht anders, uns wurde das auch eingepraegt. Ich glaube auch nicht das heute mehr passiert, nur das wir dank des Internets mehr wissen. Ich finde heute ist es ungefaehrlicher da alle Leute Handys haben und man immer allzeit erreichbar sein kann und um Hilfe rufen. 

 

Stimme allerdings zu: Wenn man Bedenken hat soll man es lieber lassen und es gibt auch keinen kommerziellen Grund mehr, seit Billigflug,-und Busgesellschaften. Man kommt auch ohne trampen weiter. 

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Ja, ich bin maennlich, 184cm gross und mir ist noch nie passiert, dass der Autofahrer meinetwegen sein Reiseziel aendern wuerde.

1.1% der UK-Bevoelkerung sind homosexuell, weitere 0.5% sind bisexuell und 3.5% sind nicht sicher - die Chancen einer Reisezielaenderung fuer einen Tramper sind also deutlich geringer als fuer eine Tramperin.  

Zu zweit (M+F) konnte ich ungefaehr so schnell reisen wie allein. Zu dritt oder mit einem Skinhead waere nichts aus dem Trampen.

 

Laut der Hitchability-Karte (Tabelle) steht Grossbritanien mit 3.4/5 (50 Personen abgestimmt) deutlich unter Deutschland 4.2/5 (166) oder Russland 4.3/5 (35). Aber z.B. in Italien sieht mit dem Trampen noch schlimmer aus: 2.5/5 (75). Besonders in Suedost-England sieht mit dem Trampen nicht so toll aus. 

 

Trampen fuer eine Dame empfinde eben ich als zu gefaehrlich, es sei denn sie trampt zu zweit (F+M oder F+F) oder mit GPS-Sender + 30 Pfeffersprays..

 

Und mit Risiken allgemein, keine Zeitung wuerde von einem Verkehrsunfall berichten (Lady Di ist eher eine Ausnahme), Flugzeugabstuerze passieren selten genug um in die Schlagzeilen zu geraten..

 

Ob Trampen ausstirbt, bezweifle ich sehr, in den Niederlanden gibt es Tramperhaltestellen und in Deutschland wollen die Tramppiraten so was aehnliches.

Edited by reichp

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On the road,da werden Erinnerungen wach!Ich bin 1965 Von Kairo via Libya,Tunis ,Algeria,Morocco,Spain,South France and Swiss nachhause (Nuernberg )getrampt.Ein tolles Erlebnis.

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Ich bin frueher sehr viel getrampt aber da war es auch noch normal und man auch sehr viele Tramper am Strassenrand den Daumen hochhalten gesehen. Ich kann mich aber gar nicht mehr so wirklich daran erinnern, wenn ich den letzten Tramper gesehen habe - es war jedenfalls nicht hier in England.

 

Ich finde die Idee sehr gut und freue mich schon auf die Erlebnisberichte - Daumen hoch (aeh gedrueckt), dass es klappt!

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och Jolly-das war frueher auch nicht anders, uns wurde das auch eingepraegt.

 

Mir wurde das nur in Grossbritannien eingepraegt. Meine Eltern hatten nie was dagegen, wenn ich in Deutschland, der Schweiz und in Schweden per Anhalter fuhr - meistens sogar allein.

 

Das Problem ist halt v.a. dass wenn (wie in UK) die allermeisten glauben, per Anhalter fahren sei gefaehrlich, und zwar sowohl fuer den Fahrer als auch fuer den Fahrgast, dann gibt es irgendwann fast nur noch zwielichte Gestalten, die das machen (sowohl als Fahrer als auch als Fahrgast), wodurch es dann wirklich gefaehrlicher wird.

 

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Eine meiner Lieblingszenen aus Trigger Happy TV

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    • Einfallsreichtum bei der Namensgebung hatten wir schon mal nicht und neue User auẞerhalb Londons werden eher abgeschreckt. Irgendwie schade. Bin gespannt, wie viele am Ende bleiben werden. Bei mir ist das fraglich - DiL Wanderungen würden mir fehlen, wenn ich mal wieder zu Besuch käme.  
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    • Habe kein Facebook, stimme auch für den Namen Deutsche in London und freue mich, dass dieser erhalten bleibt.  Bin technisch überhaupt nicht versiert und kenne reddit auch nicht. Wie kann ich mir die Webseite zukünftig vorstellen.  Wird es die gleichen Unterrubriken geben, wie wir sie jetzt auf DIL haben?  Bin seit 2007 hier mal mehr, mal weniger aktiv, aber ich habe das Forum immer als sehr nützlich empfunden. So habe ich den einen oder anderen Job über DIL bekommen, Dinge über den Marktplatz gekauft, auch mal an dem einen oder anderen Treffen teilgenommen und,  und,  ....  gerade vor ein paar Monaten unseren Umzug innerhalb Londons organisiert.  Wäre toll, wenn die Rubriken erhalten blieben.         
    • Eine people's vote/referendum mit absoluter Mehrheit als Bedingung wuerde in der Tat ein klareres Ergebnis bringen. Kann es durchaus noch vor der Wahl geben, aber dazu muesste die EU warscheinlich uber 31.1.20 hinaus verlaengern, weil das laenger braucht um organisiert zu werden. Und es sind derzeit nicht genug MPs, die fuer eine PV stimmen wuerden. Jezza und BJ haben jedenfalls gerade vertagt. Die GE im November waere auch vom Datum her kontrovers, im Winter, Wahlorte alle schon anderweitig genutzt, die Leute sind muede, keiner geht hin...nicht ideal. Da ist dann warscheinlich der Tory Gewinn vorprogramiert, bei sehr geringer Wahlbeteiligung kommen die Tory Waehler meist leichter zu dn urnen da hoeherer % an aelteren Waehlern mit Zeit und Auto.     
    • Hm deutschesforum beispielsweise stand nicht zur Wahl und unter den gegebenen Alternativen. Und nicht jeder will sich mit Klarnamen melden, wie bei Facebook-Umfragen. Meine Stimme ist daher nicht eingegangen. Ich werde demnächst einen reddit account anlegen, und dann gibt es dort viele Gruppen, die mit Interessen außerhalb dieses Molochs London eine bessere Schnittmenge bieten. Alles ändert sich, nur der Wandel bleibt beständig.
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