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    Hallo ihr Lieben,

     

    ich lebe seit einigen Monaten in UK und bin mir immer noch nicht so ganz schlüssig über das Gesundheitssystem hier. Deshalb bin ich nach wie vor in Deutschland krankenversichert, was durch meinen Studentenstatus möglich ist. Allerdings endet mein Studium bald und eine freiwillige Versicherung in Deutschland ist finanziell absolut nicht machbar. Das heißt ab sofort werde ich mich wohl auf die UK Ärzte verlassen müssen. Die bisher wenigen Erfahrungen die ich hier gemacht habe, waren leider durchweg alle eher negativ. Erst vorletzte Woche hatte ich eine massive Kniegelenksschwellung aufgrund einer rheumatischen Artritis, die in Deutschland von meiner Rheumatologin sofort mit Kortisonspritze und Entwässerung des Gelenks behandelt wird. Hier in UK war mein Gang zunächst zum GP, der mich wiederum an eine Klinik mit Spezialisten weitergeleitet hat. Vielmehr hat er einen Brief mit der Bitte für einen Termin geschrieben. Auf den Termin für den Spezialisten würde ich heute noch, zwei Wochen später, warten. Ich war damals aber dreist und verzweifelt genug mich abends selbst ins Krankenhaus in die A&E einzuweisen und bestand auf mein Kortison, welches dann aus einem anderen Krankenhaus nach fünf (!!!) Stunden Diskussion per Kurier gebracht wurde. Die Ärzte waren alle super nett und hilfsbereit, aber die Zustände selber und die Tatsache dass ein City Hospital im gesamten Haus keine Kortisonspritze vorhanden war, hat mich echt geschockt. Auch dass man hier scheinbar selbst in akuten Zuständen wochenlang auf einen Termin warten muss, beruhigt mich in keinster Weise.

     

    Nun meine Frage: Gibt es bei euch vielleicht noch andere mit einer chronischen Autoimmunerkrankung und ihr könnt mir ein wenig von euren Erfahrungen berichten oder sogar Tipps geben? Ändert die Registrierung bei der NHS evtl die Wartezeiten in solchen Notfällen?

     

    Für ein paar Anregungen wäre ich euch sehr dankbar! Falls es zufällig noch andere Patienten mit Sklerodermie gibt, was ich in Anbetracht der Seltenheit zwar bezweifle, würde ich mich über Kontakt von euch freuen. :)

     

    Liebe Grüße

    Cora

     

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    Ja, so ist es leider hier - es dauert weitaus laenger, bis man zu einem Facharzt kommt, und es wird auch insgesamt viel weniger gemacht. Vielleicht waere es ratsam, dich hier privat zu versichern? Allerdings muesstest du genau abchecken, was die Privatversicherung (z.B. Bupa) auch wirklich abdeckt. 

     

    Alles Gute und viel Glueck!

     

    Kristine 

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    Du musst für Deine Erkrankung einen spezialisierten Dienst finden und Dich "ins System" begeben, dann wird es einfacher. Dafür musst Du Dich aber beim NHS registrieren. Dann würde ich fragen, in welches Krankenhaus Du in solchen Notfällen gehen sollst, wer sich besser auskennt und die Medikamente dort hat. Es ist immer schwierig sich in ein neues System zu begeben. Meine Erfahrung ist, um Menschen mit schweren chronischen Erkrankungen kümmert sich der NHS sehr gut. Aber es dauert seine Zeit bis alles anläuft und man als solcher wahrgenommen wird. Mach Dich bei Selbsthilfeorganisationen schlau, wer Dir im NHS helfen kann und wohin sie Dich überweisen sollen. Die können Dir sicher auch was zu Notfällen sagen. Ich habe zusätzlich eine private Krankenversicherung und wenn es mir zu lange dauert beim NHS, geh ich privat. Einzelpersonen-Privatversicherungen schließen allerdings oft Vorerkrankungen aus, ist man über die Firma versichert, ist das inklusive. Zudem sind Privatärzte hier viel billiger als in Deutschland, selbst in sehr guten Kliniken ist es oft bezahlbar im Notfall.

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    Vielen lieben Dank euch für die tollen und lieben Ratschläge! Nach vier Wochen Wartezeit, habe ich nun auch endlich meinen Termin in einer Rheumaklinik bekommen (für September!). Ich bin gespannt, ob sich die lange Wartezeit lohnt und mir dort entsprechend wie in Deutschland geholfen werden kann. Die Sache mit der privaten Versicherung werde ich mal ins Auge fassen, vielen lieben Dank!

     

     

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    Du musst ... Dich "ins System" begeben, dann wird es einfacher...

     

    Versuch erst gar nicht das System zu bekämpfen - las es für Dich Arbeiten.

     

    Dazu gehört als erstes Informieren und noch mehr Informieren (SelbsthilfeGruppen / HilfsOrg's / ... ) die Ärzte haben nicht die Zeit (wird von NHS genau vorgegeben wie lange er Zeit für den Patienten haben darf) um an alles zu Denken - das ist eher schon deine Aufgabe Ihm das , was Du gerne hättest,  zu Empfehlen.

     

    Ist am Anfang etwas "Komisch"  aber nur das Ergebniss zählt

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     Also ich hab keine so negative Erfahrungen mit dem NHS gemacht: Bei nicht akuten Untersuchungen hab ich auch meine 3-4 Wochen gewartet, war ja auch egal und ok, weil eben nicht akut. Aber 2x schon hatte ich was akutes und war am nächsten Vormittag nach dem GP-Besuch schon beim Facharzt im St. Marys Hospital in Paddington und es wurde sehr gut, effizient und schnell behandelt.

     

    Zusätzlich weiss ich von einem anderen Fall, dass es einen ganz guten Telefondienst gibt, der sich die Schilderung anhört und dann Ratschläge erteilt. Das ist aber wohl eher für allgemeine Sachen und hilft weniger bei Deiner schweren Erkrankung? Anyway, wenn Du Dir die notwendigen Infos bei den Selbsthilfegruppen etc. wie schon angeraten holst, Dich beim NHS und bei einem MÖGLICHST GUTEN GP in Deiner Umgebung registrieren lässt (Da gibts recht große Unterschiede - vielleicht mal Nachbarn um Rat fragen?), ist das System eigentlich recht erträglich und ich finde auch nicht schlechter als in D....aber in welchem Land schimpfen die Leute nicht über das Gesundheitssystem??

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    Vielen Dank für eure großartige Unterstützung und die vielen Infos. Ich bin mittlerweile in einer Selbsthilfegruppe und habe auch schon die ersten Spezialistentermine hinter mir. Es ist definitiv anders als in Deutschland, aber keine Katastrophe wie bei meinen ersten "Gehversuchen" hier. ;)  

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    Hallo,

     

    ich schreibe mal hier rein, da die Überschrift zum Thema passt und es vielleicht für andere die danach suchen relevant ist.

     

    Ich werde demnächst eine Stelle in der UK annehmen, bei der ich die Hälfte der Zeit in der UK verbinge die andere im deutschsprachigen Europa, hauptsächlich Deutschland.

    Momentan bekomme ich alle paar Wochen ein teures Medikament wegen einer chronischen Autoimmunerkrankung (IBD bzw. deutsch CED - auch wenn die nach aktuellen Erkenntnissen keine Autoimmunerkrankung mehr ist - ändert nix an der Behandlung/dem Problem hier ;) ).

    Sonst geht es mir seit Jahren gut. Es war für mich schon schwer eine vernünftige Behandlung in D zu bekommen und die Arbeit will ich mir ungern "kaputt" machen. Daneben wäre ich oft genug in Deutschland, um dort zum Arzt zu gehen.

    Die NGO-Homepages zur Krankheit haben meine Fragen leider nicht beantwortet.

     

    1. Kann ich mich trotz UK-Arbeitsvertrag in Deutschland versichern? Soweit ich weiß gibt es keine Meldepflicht in der UK und ich könnte mich in D freiwillig (privat)versichern!?! Die Beiträge würde ich trotzdem an die NHS abführen, aber wäre dann in einer deutschen privaten KV. Wegen einer laufenden Anwartschaft müssen die mich nehmen ;)

     

    2. Wie hoch fällt die Zuzahlung aus, wenn ich mich auf die NHS verlassen muss? Ist es wie in D eher eine Rezeptgebühr (10€ pro Rezept) oder anteilig auf die Kosten des Medikaments gerechnet? Ich hab hier irgendwo was von £7 gelesen, aber bleibt das auch so wenn das Medikament ein paar Nullen vor dem Komma hat?

     

    3. Wie abhängig ist man von lokalen Ärzten/Krankenhäusern? Wenn jetzt doch mal mehr sein sollte als die Medikation? Kann ich mich leicht zu einem Krankenhaus mit Ärzten überweisen lassen, die auf die Krankheit spezialisiert sind oder bin ich aufs nächstgelegene Kh mit einer Abteilung für Innere Medizin festgelegt?

     

    Danke schön :)

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    Lies dich am besten mal durch die Hauptseite und die gefuehlten 1000 Threads zum Thema NHS. Das laeuft alles ein bisschen anders hier. Was du privat in Deutschland machst, ist dein Privatvergnuegen. Beim NHS zahlt man keine Beitraege.

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    Dass der NHS keine KV wie in Deutschland ist, ist mir klar. Auch dass der sich über die NICs finanziert und nicht durch extra bezahlte Beiträge. Ich wollte damit nur sagen, dass ich wenn ich in der UK Steuern und NIC zahle, auch automatisch über den NHS versichert bin.

     

    Mir geht es hauptsächlich um die Medikamentenzuzahlung. Da hab ich bisher nur gefunden, dass es die gibt, aber nicht wie die aufgebaut ist.

    Denn wenn ich relativ zu den Kosten zuzahlen muss, kann ich die Jobzusage besser zurückziehen.

     

    Mit der privaten Vollversicherung bin ich mir nicht sicher, da ich dann doppelt versichert wäre, was ja eigentlich nicht sein darf. Eine private Versicherung in der UK wird ja eher als Zusatzversicherung laufen?! Das Problem hab ich hier so auch noch nicht gefunden.

    Auf der anderen Seite bietet meine Situation vielleicht mehr Schlupflöcher als beim typischen Auswanderer, der sich auch zu 90% der Zeit in der UK aufhält und dort zum Arzt geht..

    bearbeitet von _Paul_

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    @ Paul

    wir haben hie so was wie eine Suchfunktion und wenn man da "Frage zur Medikamentenzuzahlung" eingibt kommt das hier raus http://www.deutsche-in-london.net/forum/topic/52090-frage-zur-medikamentenzuzahlung-und-mitnahme-von-krankenakte/ und da wiederrum die #4 und #5 beantwortet , eigentlich, deine Frage

     

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    Ich vermute, es gibt nur 2 Wege, das sicher und verlässlich herauszufinden:

     

    1. eine schriftliche Anfrage an den NHS z.B. per email stellen (ich würde das nicht mündlich machen, denn daran errinnert sich im Notfall keiner) und

    2. bei Deinem nächsten Besuch hier einen GP aufsuchen und ihm anbieten, die Beratung/ das Gespräch selbst zu zahlen, denn als Besucher hast Du ja noch keine NIC und so könntest Du zumindest sicher herausfinden, was geht und was nicht und wie hoch die Zuzahlungen sind. Ich kenne das auch nur mit den 7 GBP, aber es ist eben die Frage, ob das Medikament überhaupt übernommen wird. Dort könntest Du vermutlich auch am ehesten die Versorgung im KH/ Ernstfall klären.

     

    Und Du solltest zumindest 2 weitere Dinge klären und im Auge behalten. Zum einen, dass jede neuabzuschließende Zusatzversicherung - egal ob in D oder UK - bei einer schweren chronischen anzugebenden Vorerkrankung vermutlich einen heiden Beitrag kostet, sodass Du wahrscheinlich auch genauso mehr zuzahlen kannst. Zum anderen wäre auch wichtig, das Stichwort Postcode Lotterie zu diesem Thema abzuklären, da der NHS in unterschiedlichen Gebieten auch unterschiedliche Hilfen gewährt und das leider keinesfalls egal ist, wo Du wohnst.

     

    Viel Glück!

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    Prescription charges sind  GBP 7.85 pro Verschreibung fix. Wenn du haeufiger Medikamente verschrieben bekommst, koenntest du ein prepayment certificate in Betracht ziehen. Das sind dann ca GBP 30 alle drei Monate plus 2 pro Woche, wenn was verschrieben wird. http://www.nhs.uk/NHSEngland/Healthcosts/Pages/Prescriptioncosts.aspx

     

    Edit: Pruefe vielleicht auch mal, ob im NHS dein spezielles Medikament verschrieben wird. Das ist nicht immer identisch. Die NHS Choices Website kann dir da vielleicht weiterhelfen. Zu IBD sollte es auch NICE Guidelines mit Behandlungsrichtlinien geben. Der Medikamentenvergleich wird hier strenger ausgelegt als in D, dh gegebenfalls koennte dir ein guenstigeres (aber vielleicht fuer dich nicht ganz so optimales) Produkt verschrieben werden. 

    bearbeitet von Stellar
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    Hallo,

     

    ich schreibe mal hier rein, da die Überschrift zum Thema passt und es vielleicht für andere die danach suchen relevant ist.

     

    Ich werde demnächst eine Stelle in der UK annehmen, bei der ich die Hälfte der Zeit in der UK verbinge die andere im deutschsprachigen Europa, hauptsächlich Deutschland.

    Momentan bekomme ich alle paar Wochen ein teures Medikament wegen einer chronischen Autoimmunerkrankung (IBD bzw. deutsch CED - auch wenn die nach aktuellen Erkenntnissen keine Autoimmunerkrankung mehr ist - ändert nix an der Behandlung/dem Problem hier ;) ).

    Sonst geht es mir seit Jahren gut. Es war für mich schon schwer eine vernünftige Behandlung in D zu bekommen und die Arbeit will ich mir ungern "kaputt" machen. Daneben wäre ich oft genug in Deutschland, um dort zum Arzt zu gehen.

    Die NGO-Homepages zur Krankheit haben meine Fragen leider nicht beantwortet.

     

    1. Kann ich mich trotz UK-Arbeitsvertrag in Deutschland versichern? Soweit ich weiß gibt es keine Meldepflicht in der UK und ich könnte mich in D freiwillig (privat)versichern!?! Die Beiträge würde ich trotzdem an die NHS abführen, aber wäre dann in einer deutschen privaten KV. Wegen einer laufenden Anwartschaft müssen die mich nehmen ;)

     

    2. Wie hoch fällt die Zuzahlung aus, wenn ich mich auf die NHS verlassen muss? Ist es wie in D eher eine Rezeptgebühr (10€ pro Rezept) oder anteilig auf die Kosten des Medikaments gerechnet? Ich hab hier irgendwo was von £7 gelesen, aber bleibt das auch so wenn das Medikament ein paar Nullen vor dem Komma hat?

     

    3. Wie abhängig ist man von lokalen Ärzten/Krankenhäusern? Wenn jetzt doch mal mehr sein sollte als die Medikation? Kann ich mich leicht zu einem Krankenhaus mit Ärzten überweisen lassen, die auf die Krankheit spezialisiert sind oder bin ich aufs nächstgelegene Kh mit einer Abteilung für Innere Medizin festgelegt?

     

    Danke schön :)

     

    In Deinem Fall ist zunächst zu klären, welches Land/Krankenkasse für Deine Gesundheitsversorgung zuständig ist. Das kannst Du Dir nicht nach Belieben aussuchen, sondern hängt von einer Vielzahl von Details ab. Weil dem so ist, hat die DVKA einen Fragebogen herausgegeben. Erst wenn Du diese Fragen beantwortet hast und dieser ausgewertet wurde, erhältst Du eine zuverlässige Antwort.

     

    http://www.dvka.de/oeffentlicheseiten/pdf-Dateien/Antraege883/13_1_auslaendische_AG/13_1_auslaendische_AG.pdf
     

    bearbeitet von kaufmann
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    Danke für die Antworten.

     

    Werde mal abklären, wo ich mich versichern muss. Das man in dem Fall festgelegt wird, war mir bisher nicht bewusst. Meine Vorgänger waren alle im NHS versichert, aber auch gesund und es hat sich sicher niemand drum gekümmert, ob man sich vielleicht anders versichern müsste ;)

     

    Eine Zusatzversicherung brauche ich wegen der Krankheit nicht abschließen, da die das Medikament bzw. alles was mit meiner Krankheit zu tun hat ausklammern (außer ich bekomm eine die über den Arbeitgeber läuft). Die einzige Alternative wäre wohl über die deutsche Vollversicherung, die mich nehmen muss. Kosten wären hoch aber machbar, aber liegt dann in der Hand der DKVA.

     

    Habe mal nach den Guidelines gesucht bzw. bin noch dabei. Hersteller ist bei dem Medi egal, doof wäre nur eine "Therapieumstellung aus Kostengründen", da das natürlich immer ein nicht unerhebliches Risiko birgt.

    Eine schriftliche Anfrage an den NHS wäre vielleicht die sicherste Lösung.

     

    Aber mit den Informationen bin ich schon ein ganzes Stück weiter, vielen Dank!

     

     

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    Wo im UK soll es denn hingehen? In Schottland gibt es beispielsweise keine Rezeptgebuehren, ausserdem ist der Medikamentenkatalog anders. NICE gibt Empfehlungen zu neuen Medikamenten, ansonsten wird ueber Medikamentenvergabe lokal entschieden.

    bearbeitet von firegirl

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    Hi zusammen,

    sorry, falls ich das  noch nicht ganz richtig verstanden habe:
    Ich habe Multiple Sklerose (chronische Autoimmunkrankheit) und brauche regelmäßig 1 Medikament (und bei einem Schub Kortison).

    Aus den Beiträgen habe ich entnommen, dass ich mich bei einem Umzug nach England sowieso im NHS anmelden muss, bei einer privaten Krankenversicherung aber sicherlich für mich unleistbare Beiträge zahlen müsste.
    Mein Medikament kostet mehrere tausend Euro (kriege immer 86 Sück, reicht für 3 Monate) und die Kosten werden in DE von der gesetzlichen KK übernommen.

    Käme für mich das Prescription prepayment certificate in Frage, sodass ich 104,- GBP bezahle im Jahr und die Medikamentenkosten (nur für das 1 Medikament) übernommen werden? Oder kann ich mich 'als behindert' melden und hätte dadurch irgendwelche Vorteile? Wie gesagt sind die Beiträge der privaten KV sicherlich nicht leistbar für mich. (oder sollte ich lieber gleich ganz in DE bleiben?) 😥
    https://www.nhsbsa.nhs.uk/help-nhs-prescription-costs/prescription-prepayment-certificates

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    Am 5.10.2018 um 20:58 schrieb Henriette:

    oder sollte ich lieber gleich ganz in DE bleiben?

    Hi, willkommen im Forum.

    Es ist schwer zu sagen, hüben wie drüben wird kräftig gekürzt. In Deutschland sieht es mit der Pflege vielleicht etwas besser aus, Medikamente in UK zahlt generell das NHS, du brauchst keine private KV. Wovon wolltest du denn leben - kannst du mit der MS noch langfristig arbeiten?

    Nach EU Recht (also bis März nächstes Jahr) musst du hier Vertragsrechte ausüben, d.h. arbeiten, studieren, finanziell unabhängig oder Rentnerin sein, dann zahlt NHS alles und du bekommst die NHS üblichen Medikamente (ggf. vielleicht nicht exakt das Gleiche wie in Deutschland)  kostenlos und zahlst weniger Rezeptgebühr, da chronisch krank.

    Nach Settled Status/Anwartschaft darauf, falls der wie erwartet ab April in Kraft tritt, gilt das mit den EU Rechten nicht mehr, es wird wohl auf "ordinarily resident" hinauslaufen, "living in the UK on a lawful and properly settled basis for the time being", siehe https://www.nhs.uk/using-the-nhs/nhs-services/visiting-or-moving-to-england/moving-to-england-from-the-european-economic-area-eea-or-switzerland/, was auch immer damit gemeint ist.

    Staatliche Leistungen für Behinderte (d.h. wenn man nicht arbeiten kann und/oder auf finanzielle Unterstützung angewiesen ist) sind hier miserabel, ein aktueller Bericht bezeichnet das System als kafkaesk: https://www.theguardian.com/society/2018/oct/06/former-watchdog-chief-labels-disabled-benefits-process-a-hostile-environment

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    Im Bereich MS gibt es einen recht detaillierten europaweiten Vergleich, einfach mal nach "MS Barometer" googeln. Da gibt es schon recht eklatante Unterschiede zwischen den verschiedenen Ländern und DE ist da bisher eigentlich qualitativ mit an der Spitze. UK eher so im Mittelfeld. 

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    Hi Henriette,

    Wie das mit den Medis laeuft, weiss ich nicht, aber ich arbeite hier seit 2005 als Ergo und die Lage ist hier sowohl in der NHS als auch im local government finanziell sehr angespannt.

    Den Artikel den Hafi gepostet hat, hatte ich auch schon gelesen und bestaetigt leider die momentane Situation. 

    Ich weiss nicht, ob Du vorhaettest hier permanent zu leben oder nur voruebergehend?

     

     

     

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    Hallo zusammen,

    erstmal vielen Dank für eure Antworten 😊

    Ich würde natürlich nicht nach England gehen, um irgendwelche Leistungen abgreifen zu wollen!!!

    Zu meinem Hintergrund: Bin jetzt 32 und gehe Vollzeit arbeiten. Ich bin Content Editor/Online-Redakteurin und die MS merkt man mir weniger an, es sei denn, ich bin übermüdet oder so, dann humpele ich ein bisschen und ich bin in meiner Freizeit dann nicht mehr so aktiv wie vielleicht andere in meinem Alter, sondern bleibe dann lieber zu Hause und lese oder so 😉

    Was ich eben brauche, ist regelmäßig mein sehr teures Medikament (Tablette) und wenn ich einen Schub habe (passiert eventuell 1x im Jahr) zustäzlich intravenös Kortison (das kann ich hier ambulant bekommen). Da frage ich mich nach den Kosten, ansonsten kann ich meinen Lebensunterhalt selbst bestreiten, aber keine tausende Euro für mein Medikament ausgeben! (Und bin dann meistens 1 Woche krank geschrieben bei einem Schub)
    Bei der MS kann man nicht sagen, wie sie verlaufen wird, ich hatte immer sehr viel Glück und ziemlich alle Symptome haben sich nach einem Schub zurückgebildet und ich möchte die Zeit nutzen, solange "es mir noch so gut geht".

    Ich habe schon als Schülerin eine Schule besucht, die Geografieunterricht auf Englisch angeboten hatte, danach habe ich Anglistik (Englische Literaturwissenschaft) studiert, hatte aber nie genug Geld für einen längeren England-Aufenthalt.

    Jetzt möchte ich vor dem Brexit ein Praktikum für 3 Monate in England machen und danach nach England auswandern (das 2. ist mein großer Traum!).
    Ist natürlich blöd vom Zeitpunkt her bezüglich Brexit, aber musste mir erst selbst das Geld zusammensparen (Grundlage wären jetzt 10.000 €)

    Habe aber schon gehört, dass nach dem Brexit wohl keine "Geringverdiener" mehr zuwandern sollten und man ein Grundeinkommen von mindestens 33.000 Euro im Jahr haben soll, aber das ist dann wohl wieder ein anderes Thema, denn soviel verdiene ich nicht (ca. 20.000/Jahr) ...

    LG

     

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    Solange du in UK normal arbeiten gehst, zahlt NHS deine Medikamente, auf den Kosten bleibst du nicht sitzen, der Gesundheitsdienst ist kostenlos fuer alle, die ihren dauerhaften Wohnsitz hier haben, mit den obengenannten Zugangsvoraussetzungen. Deine spezifische Frage nach diesem Medikament kann vielleicht die britische MS Society beantworten https://www.mssociety.org.uk

    Es freut mich dass es dir so gut geht mit der MS. Ich habe (anno dazumal) in Deutschland MS Patienten betreut die auf den Rollstuhl angewiesen waren, daher meine kritische Frage nach dem "was ist wenn du mal Hilfe brauchst".

    Von alledem abgesehen finde ich die kulturelle Einstellung in UK offener und (behinderten-)freundlicher als in Deutschland. Gerade chronische Erkrankungen werden, wenn man einmal drin ist im NHS System, gut betreut.

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