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Hering

Private KV für Psychotherapie in London

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Liebe Forums-Mitglieder,

 

erst einmal möchte ich mal loswerden, wie schön es ist, dass ein so hilfreiches Forum wie dieses existiert, in dem tatsächlich so viele Mitglieder aktiv und konstruktiv helfen. :D Big love to 'deutsche-in-london.net'!!

 

Ich bin 27 (momentan nicht mehr familienversichert, sonder als Student in einer gesetzl. KV) und werde bald nach London ziehen und dort für 3 Jahren studieren. So eine lange Zeitspanne bedeutet für mich, dass ich "auswandere".

 

Genauso wie in D auch, scheint das NHS System bezüglich Psychotherapie in mittelalterlichem Zustand zu sein und die wenige Ärzten die durch die NHS finanziert werden, wohl auch Jahrhunderte Wartezeit beanspruchen. Ich wollte aber schon seit längerem eine Psychotherapie anfangen, welches ich jedoch jedesmal aufgrund unklarer Zukunftsplanung aufgeschoben habe (langsam wird es wirklich Zeit; habe inzwischen kaum zu verkraftende schwer depressive Phasen mit kurz weilenden Suizidgedanken). Nun weiß ich, dass ich 3 Jahre in London sein werde, und würde dort gerne ein Psychotherapie beginnen.

 

Meine Frage: Kann ich eine private Zusatzversicherung abschließen um leichteren Zugang zu Psychotherapeuten in London zu bekommen (am liebsten eine psychoanalytische Therapie mit 3 Jahren Laufzeit). Und wenn ja, wo sollte ich diese abschließen: in D oder in UK? Habt ihr da Tipps für private KV? Ich habe keinerlei Eintragung (also Geschichte) in der Richtung und hoffe eigentlich, dass es dadurch kein Problem sein sollte eine private ZusatzKV zu bekommen. Da ich ein armer Student bin, der sich lediglich   durch   ein  Stipendium  (etwa 1050€ im Monat) finanzier  en kann und leider keine Unterstützung durch Familie/Verwandte bekommen kann, darf diese Versicherung aber auch nicht zu teuer sein.

 

Ich bedanke mich ganz herzlich für jeglichen Rat schonmal im Voraus!

 

Beste Grüße

 

Euer Sebastian

 

P.S. Die gesetztl. Studenten-KV hier sollte ich wahrscheinlich kündigen, da die NHS das gleiche Leistungsspektrum abdeckt, oder?

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Lieber Sebastian,

 

Ich denke, du hast die Lage hier in England ganz richtig erkannt. Psychotherapie auf Krankenschein gibt es hier max für ein Jahr, soviel ich weiß. Die Wartezeiten sind lang und meistens kann man den Therapeuten dann auch nicht auswählen.

Es gibt aber die Möglichkeit, sich bei sogenannten "low-cost" clinics von Ausbildungsstätten zu melden, von denen es hier einige gibt. Auch Therapeuten in Ausbildung und oft auch erfahrene Therapeuten haben "low-cost" Plätze zur Verfügung.

Ich arbeite im Südwesten von London und bin ab September im letzten Jahr meiner analytischen Ausbildung. Wenn das von Interesse für dich ist, kannst du dich auch gerne bei mir melden.

 

Alles Gute,

Elisabeth

eatherapy.co.uk

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Der Zugang zu Psychotherapie in London ist eigentlich sehr leicht. Es gibt reichlich Therapeuten und die Preise fuer Therapiestunden sind insgesamt deutlich guenstiger als in D. Eher so wie Gesangstunden (e.g. 40-50£). Man kann dann verhandeln, wie viele man braucht, wie oft man sich trifft und so weiter.

 

Wenn du gerne jemand haettest, mit dem du auf deutsch sprechen kannst, kannst du in einigen Datenbanken auch nach Sprachkenntnissen suchen http://www.itsgoodtotalk.org.uk/therapists/advanced_search. Die Muttersprachler erkennt man ohnehin am Namen. Man sollte auf Mitgliedschaften und Registrierung achten und ansonsten eine oder mehrere Probesitzungen vereinbaren.

 

Die einzige Versicherung, die ich kenne, die UK Dienste von D aus absichert, schliesst Psychotherapie aus (Allianz). Du koenntest dir auch ueberlegen, ob du erst den NHS testest und dich dann entscheidest.

 

Edited by Stellar

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@Frau Auer: Danke für den Hinweis mit den "low-cost"-Plätzen, das war mir bislang neu. In meiner Region (Niedersachsen) gibt es nur sehr wenige Psychoanalytiker: Von der AOK habe ich eine Liste für meine Stadt bekommen, da war nur eine Praxis. Die meisten machen Verhaltenstherapie und bei Tiefenpsychologie werden es dann schon weniger. Die Analytiker, für welche man wohl eine Zusatzausbildung in D braucht sind sehr rar. Die Ausbildung soll wohl auch sehr teuer sein.

 

Ich möchte auch auf die Problematik des Kulturschocks aufmerksam machen. Anfangs geht man laut Literatur mit großer Euphorie ins Ausland und dann macht sich langsam Ernüchterung breit, wo man sich nach Hause wünscht. Letztendlich stabilisiert sich das aber wieder. (W-Kurve bei Auslandseinsätzen genannt..)

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LiebeR Mankind75,

 

Die psychoanalytische Psychotherapie ist in England relativ weit verbreitet (Voraussetzung ist Eigentherapie mind. 2 mal wöchentlich), aber es gibt hier auch noch Ausbildungsstätten, die klassische Analyseausbildungen (4-5 mal wöchentlich) anbieten. Die Inhalte überschneiden sich allerdings häufig.

 

Die Sache mit dem Kulturschock ist wohl vielen von uns bekannt. Neue Sprache, neues Land, neue Beziehungen, neuer Job und Abschied. Das zu bewältigen und vor allem sich selbst und anderen einzugestehen, dass das Leben in der Fremde auch Schwierigkeiten mit sich bringt, ist nicht einfach.

 

Danke für den Hinweis auf die "W-Kurve". Das habe ich soeben gegoogelt und es scheint ein sehr interessantes Modell zu sein.

 

Liebe Grüße, Elisabeth

 

 

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Es gibt private KVs, die Psychotherapie einschliessen, diese sind aber sehr teuer. Da kann es u.U. sogar billiger sein, die Kosten fuer die Behandlung selbst zu tragen.

 

Den Experten hier kann ich nichts hinzufuegen, aber ich moechte noch darauf hinweisen, dass die meisten Unis einen counselling service anbieten, der zumindest kurzfristige, kostenlose Sitzungen durchfuehren kann und auch bei der weiteren Orientierung und einem Therapieplan helfen kann. Dieser Dienst ist natuerlich nicht auf Deutsch und ersetzt auch keine langfristige Therapie, aber er kann vielleicht als erste Anlaufstelle nuetzlich sein.

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Den Experten hier kann ich nichts hinzufuegen, aber ich moechte noch darauf hinweisen, dass die meisten Unis einen counselling service anbieten, der zumindest kurzfristige, kostenlose Sitzungen durchfuehren kann und auch bei der weiteren Orientierung und einem Therapieplan helfen kann.

 

Bei meinem Auslandsstudium (European Business Administration in Nottingham) ging die "International Orientation Week" etwas früher als die "Fresher's Week" für die englischen Studenten los. Dort wurden wir auf die Problematik des Kulturschocks aufmerksam gemacht, dass das halt etwas ganz normales ist. Nottingham Trent ist diesbezüglich, meines Erachtens nach, eine sehr gute Uni.

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Liebe alle,

 

vielen lieben Dank für eure Ideen, Anregungen und Tipps! Ich denke, dass ich wohl am besten damit fahre, mich erstmal versicherungstechnisch beraten zu lassen und im Notfall versuche durch das NHS was zu bekommen. Private Therapiestunden werde ich mich auch im low-cost Bereich denke ich mit meinem Mini-Stipendium nicht leisten können.

 

Beste Grüße

 

Sebastian

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Hi, ich bin mir nicht sicher, dass es Psychoanalyse ueber den NHS ueberhaupt gibt. Aus meiner Erfahrung (habe im dem Feld gearbeitet) ist der Ansatz eher verhaltenstherapeutisch.

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Ich meine man kann zwischen Gespraechs- und Verhaltenstherapie auswaehlen, aber bei Psychoanalyse bin ich mir auch nicht sicher.

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Sieh dir doch mal die Seite der Tavistoc Clinic an. Die ist dem NHS angeschlossen, man kann sich aber auch direkt an sie wenden. Dort gibt es alle Arten von Therapie, von psychologischer Beratung bis zur klassischen Analyse. Allerdings, genau wie in Deutschland auch, gibt's auch hier längere Wartezeiten für Therapieplätze.

 

Was Versicherungen angeht, würde ich davon ausgehen, dass wenn du jetzt bereits das Bedürfnis nach Therapie hast, das unter pre-existing conditions fällt und damit von der Versicherung ausgeschlossen ist. Andernfalls musst du auch eine Karenzzeit abwarten, bis du dich um einen Therapieplatz bemühen kannst, ohne dass bei der Versicherung die Alamglocken läuten, von wg. das hatte der vorher schon. Ich sach nur...

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Viele Privatversicherungen schliessen sogar durch bestehende oder fruehere Erkrankungen entstandene Neuerkrankungen aus. Alles schon erlebt. Die sind wirklich nicht das Papier wert, auf dem sie gedruckt werden. Wenn man auf dem Anmeldeformular zugibt, irgendwann mal geniest zu haben, ist es aus... (sort of)

 

es gibt schon auch Privatversicherungen, die bereits bestehende Erkrankungen behandeln (MHD - Medical History Disregarded) - die sind aber in der Regel so teuer, dass man beispielsweise fuer Therapien auch gleich aus eigener Tasche zahlen kann. Werden meiner Erfahrung nach auch eher mit company benefits angeboten.

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Viele Privatversicherungen schliessen sogar durch bestehende oder fruehere Erkrankungen entstandene Neuerkrankungen aus. Alles schon erlebt. Die sind wirklich nicht das Papier wert, auf dem sie gedruckt werden. Wenn man auf dem Anmeldeformular zugibt, irgendwann mal geniest zu haben, ist es aus... (sort of)

wenn man es nicht angibt, ist es auch aus, weil sie dann sagen, dass man die Versicherung falsch informiert hat.

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