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saschoar

Versteuern von Einkünften aus selbstständiger Tätigkeit / Vertragsarbeit in UK

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Moin zusammen, zuerst mal zu meiner Situation:

 

Ich gehe von Juli bis Dezember diesen Jahres (also 6 Monate) nach London.

Dort werde ich auf Vertragsbasis (monatliche Auszahlung) als Programmierer für eine kleine Firma arbeiten. D.h., ich bin dort kein "Permanent Employee" und muss mich um Steuerangelegenheiten und NI selbst kümmern. Die Firma benötigt lediglich meine Bankdaten (zur Geldauszahlung) und einen P45 (falls ich bereits einen besitze).

 

Bisher dachte ich, ich gehe so vor:

  • Weil ich noch nie in UK Geld verdient habe, besitze ich noch keinen P45 und keine NI-Nummer.
  • Um die NI-Nummer zu beantragen, melde ich mich sobald ich in UK bin beim Jobcentre Plus, vereinbare ein kurzes Interview und bekomme danach meine Nummer.
  • Damit (und mit anderen Angaben) kann ich dann die HMRC "Starter Checklist" (http://www.hmrc.gov.uk/working/forms/paye-forms.htm#6) ausfüllen. Die gebe ich dann bei der Firma ab und die kümmern sich dann um die P45-Beantragung.

Aber dabei habe ich bzgl. Einkommen und Steuern noch einige Fragen:

  1. Brauche ich überhaupt einen P45, wenn ich auf Vertragsbasis, nicht direkt angestellt, arbeite?
  2. Sind meine Einnahmen in UK in diesem Fall aus selbstständiger Tätigkeit ("self-employed") entstanden? Wenn ja, brauche ich so etwas wie einen Gewerbeschein? Lohnt sich das für diesen kurzen Zeitraum?
  3. Ich habe für diese Tätigkeit (Programmierer) aber ein angemeldetes Gewerbe (inkl. Steuernummer) hier in Deutschland.
    Wo und wie kann/muss ich das UK-Einkommen überhaupt versteuern? Und, falls es egal ist, ob in Deutschland oder UK, was ist steuergünstiger und unbürokratischer?
  4. Und noch eine kurze Frage zur Wohnung: Meine deutsche Wohnung wird in dieser Zeit untervermietet (ich bleibe also Hauptmieter). Gilt die Wohnung, in der ich innerhalb der 6 Monate in UK lebe, als Zweitwohnsitz und muss ich diesbezüglich etwas beachten?

Danke schon mal für Eure Hilfe!

 

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Ich kann dir zwar nicht kompetent helfen, aber ich find's super WIE du Hilfe suchst. Kein Vergleich zu manch anderen hier...   :icon_top:

P.S. Viel Erfolg und Spass in London.

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Mir geht's wie Frank. Aber ich glaube, wir warten einfach mal auf Kaufmann. Der wird sich bestimmt noch zu Wort melden. Der hat bestimmt kompetente Antworten auf deine kompetenten Fragen.

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Wenn Dein Arbeitgeber ein P45 will,wil

l er ja doch versteuern...ansonsten braucht er kein P45 oder P60 und wenn es kein P45 gibt,muss er halt ein P46 nehmen,so war das bei meiner Frau,weil Ihr letztes P60 von 2011 war.Wohnung 2.Wohnsitz ist vielleicht fuer Deutschland relevant,will sicher kein Schwein wissen.

 

Edited by che68

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Wenn Dein Arbeitgeber ein P45 will,wil

l er ja doch versteuern...ansonsten braucht er kein P45 oder P60 und wenn es kein P45 gibt,muss er halt ein P46 nehmen,so war das bei meiner Frau,weil Ihr letztes P60 von 2011 war.Wohnung 2.Wohnsitz ist vielleicht fuer Deutschland relevant,will sicher kein Schwein wissen.

 

Ok danke erstmal, dann wäre die erste Frage mit dem P45 ja schon mal geklärt. P.S.: einen P46 gibt es seit diesem Jahr nicht mehr.

 

Dann brauche ich wohl auch diese "Starter Checklist" von HMRC nicht. Eine NI-Nummer würde ich mir natürlich trotzdem holen.

 

Bleiben noch meine Fragen 2-4, also hauptsächlich, ob ich mich in UK "self-employen" muss/sollte (weil es ggf. Steuervorteile bringt) oder ob ich das ganze über mein in Deutschland angemeldetes Gewerbe laufen lassen soll:

  • Im ersten Fall würde ich mich als "Self-Employed/Contractor", und zwar als "Sole Trader" betrachten. Ich würde mich also bei HMRC anmelden, NI und Einkommenssteuer zahlen, und nach den 6 Monaten mein "Self Assessment tax return" schicken. Klingt alles relativ plausibel und einfach.
  • Im zweiten Fall würde ich für jedes Einkommen dort wohl eine Rechnung schreiben müssen und alles dann bei der deutschen Steuererklärung als "Einnahmen aus dem Ausland" deklarieren müssen.

Bei beiden Optionen weiß ich aber nicht, welche Vor-/Nachteile das hat, steuerlich gesehen. Es wäre also gut, wenn jemand Feedback abgibt der das evtl. schon mal selbst gemacht hat oder sich mit den Details auskennt (z.B. kaufmann).

 

Auch bei der Sache mit dem Zweiwohnsitz würde gerne Genaueres wissen. Besonders, falls ich in UK einen festen Wohnsitz haben muss (z.B. für NI-Nummer oder Anmeldung als Self-Employed), wäre ich bzgl. Zweiwohnsitzanmeldung gerne auf der sicheren Seite.

Edited by saschoar

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Wohnsitz hier definiert sich doch meist an utility bills oder council tax,etc.Falls Du Bankauszuege oder Rechnungen vorlegen kannst ,hast Du einen Wohnsitz,ob Du dort wohnst hat meines wissens noch niemand nachgeprueft.

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Um Deine Fragen beantworten zu können, müsste man wissen, ob Du Deine Tätigkeit im UK als Arbeitnehmer oder als Selbständiger verrichtest. Das kannst Du Dir nur bedingt aussuchen, weil bestimmte Kriterien massgebend sind. Diese sind in D als auch im UK ziemlich identisch. HMRC hat sie hier aufgeführt :

 

http://www.hmrc.gov.uk/employment-status/index.htm#1

 

Wenn Dein Status eindeutig feststeht, kann man weitersehen.

 

 

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Ok, danke -- hat nun etwas gedauert, aber ich bin self-employed gemäß der Liste. Die Londoner Firma hat das auch so bestätigt.

Ich brauche demnach schon mal keinen P45.

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Wenn Deine Firma eine juristische Person wäre, könnte diese Dich zur vorübergehenden Arbeitsaufnahme nach GB entsenden. Dann wärst Du für das halbe Jahr wie bisher nur in D steuerpflichtig und hättest mit HMRC nichts zu tun. Das wäre die einfachste Lösung.

 

Da Du aber offenbar in D als Einzelunternehmer tätig bist, ist eine Entsendung leider nicht möglich, da man sich nicht selbst entsenden kann.

 

Wie Du schon oben richtig erwähnt hast, musst Du Dich daher in GB als Gewerbetreibender registrieren lassen und eine GB-Eink.-Steuererklärung abgeben. Deinen GB-Kunden schreibst Du normale Rechnungen mit der GB-VAT. Deine GB-Einkünfte musst Du dann in der D-Eink.-St.-Erklärung nochmals angeben; diese werden dann in D progressiv versteuert (die Steuer auf Dein D-Inlandseinkommen kann sich dadurch etwas erhöhen).

 

Es gäbe da noch Konstruktionen mit einer Betriebsstätte, Rechnungsstellung aus D und ähnliches. Das ist aber für diesen Zeitraum zu umständlich und braucht deshalb nicht in Erwägung gezogen zu werden.

 

 

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