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Also, wir haben uns ja hier weitgehend darauf geeinigt, dass der NHS nicht unbedingt schlechter ist, sondern nur anders, und auch seine Vorteile hat, und dass er nur eine Grundversorgung darstellt, und man daher seine Ansprüche runterschrauben sollte. So weit, so gut.

Aber diese Krankenhausskandale sind dann doch starker Tobak. Auf Radio 4 war gestern so eine Sondersendung, und wenn man da hört, was die Angehörigen der Opfer mitmachen mussten, und wie sich die Krankenhausleitungen zum Teil raus-weaseln, könnte man schon 1. das kalte Kotzen kriegen und 2. hoffen, dass man nicht selber in einem dieser Krankenhäuser landet. Ein Dialog lief in etwa so:
"The death rate in your hospital was nearly 20% above the national average and yet when you reviewed 1,100 deaths you didn't find any mistakes whatsoever in the hospital staff's behaviour?"
"Yes."
"Do you realise how unconvincing this sounds?"
"Yes. But it's the facts."
Ein weiteres Krankenhaus lag 42% (!) über dem expected national average für Todesfälle und hat bei einer Inspektion trotzdem eine "clean bill of health" (the irony!) gekriegt.

Mir geht da ein Haufen Fragen durch den Kopf ...
Sind das Einzelfälle, d. h. werden diese Skandalkrankenhäuser so schlecht geführt und woanders ist alles supi oder zumindest besser? Oder sind das nur diejenigen, die erwischt wurden, und die anderen sind froh, dass der Kelch an ihnen vorübergezogen ist? Ist das eine reine Geldfrage oder spielt auch das britische Sich-nicht-beschweren-wollen eine Rolle (Theorie von meinem engl. Mitbewohner)?

Ohne jetzt Schwarzmalerei betreiben zu wollen, finde ich das Versagen in dem Ausmaß (also systematisches Versagen, nicht das Versage einzelner Mediziner) schon extrem besorgniserregend. Daher ist die wichtigste Frage wahrscheinlich: Wird sich das in Zukunft dank strengerer Kontrollen bessern oder sind das "signs of things to come" - Stichwort NHS-Reform - und alles wird den Bach runtergehen? *grusel*
Gibt's auch Positivmeldungen?!

Hat jemand Antworten? Oder noch mehr Fragen? Immer her damit!

Edited by kraut_pleaser

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Der NHS ist sicherlich kein Grund, seine Ansprüche an die medizinische Versorgung „herunterzuschrauben“. Warum das denn?

 

Und sind denn alle Krankenhäuser tatsächlich so gleich, dass man mit landesweiten Durchschnitten arbeiten und sagen kann „so viele Patienten dürfen bei euch im Jahr sterben, alles andere ist nicht akzeptabel“?

 

Das britische „Sich-nicht-beschweren-wollen“ ist eine naheliegende Erklärung (als ein Grund von vielen), aber da andere Länder (auch Deutschland) ja die gleichen Probleme und Skandale haben, wird es wohl doch eher auf's Geld hinauslaufen. Weniger Personal heißt weniger Kosten, aber eben auch weniger Pflege.

 

Was mich auch immer ein bisschen stört, ist, dass die Schuld immer komplett auf den NHS und das Pflegepersonal abgeladen wird. Da berichten Menschen, dass ihre alten und gebrechlichen Angehörigen im Krankenhaus tagelang nichts zu essen oder trinken bekommen haben. Da frage ich mich immer, wo war denn da die Familie? Warum haben die das nicht gemerkt und den Opa gefüttert oder dem Pflegepersonal gesagt, dass es ein Problem gibt? In Südeuropa und anderen eher familiär geprägten Gesellschaften ist es z.B. völlig normal, dass Familienangehörige im Krankenhaus dabei sind - wenn nötig oft oft rund um die Uhr. Klar, für uns wirkt das übertrieben und wir sehen es vielleicht sogar als störend und daher der Genesung eher abträglich, aber vielleicht sollten wir uns wirklich angewöhnen, auch mal wieder ein bisschen Eigenverantwortung zu übernehmen.

 

Aber ansonsten fehlt mir natürlich (wie vermutlich fast allen hier) das nötige Insider-Wissen, um mit mehr als ein paar Daily-Mail-tauglichen Schlagworten aufzuwarten.

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Bei mir ist es so, dass ich auf keinen Fall in ein englisches Krankenhaus gehen wollte.

 

Es gibt aktuell aber auch kein anderes Land, wo ich in ein Krankenhaus gehen wollte.

Edited by marc80
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Hier ein guter Artikel dazu:

http://www.guardian.co.uk/society/2013/feb/06/nhs-mid-staffs

The culture is to blame, bloss neimanden persoenlich verantwortlich machen.

 

Als health professional habe ich schon einiges erlebt, was Vernachlaessigung in Krankenhaeusern angeht.

Was genau die Ursachen sind, kann ich Dir nicht genau erklaeren. Ob scheint einfach zu wenig Personal da zu sein.

Leider kommen einige meiner Klienten doch in schlechterem Zustand aus dem Krankenhaus als bei Aufnahme.

Ich beobachte eine Kultur, die nicht dazu ermutigt wird den Klienten/Patienten ganzheitlich zu sehen, sondern nur auf das eine Problem fixiert zu sein.

Als Beispiel: ein 80 jaehriger Mann der dement ist, kommt mit internistischen Problemen ins KH.

Aus Personalmangel (oder Ignoranz?) wird kein Physiotherapeut damit beauftragt, ihn taeglich aus dem Bett zu bewegen und mit ihm zu laufen sondern er bleibt 3 Wochen im Bett.  ja so praktisch fuer die Krankenschwestern.

Nach der Entlassung ist er total entkraeftet (Stichwort: Deconditioning), kann nicht mehr gehen, ist womoeglich nun auch noch inkontinent.

Muss also in der Community dann erstmal Pflege und Therapie verordnetet beommen. Aber ist ja ok, die care package wird ja vom Council getragen, nicht von der NHS.

Having said this, ich erlebe auch durchaus viel Positives und moechte auf keinen Fall bestimmte Berufsgruppen schlecht machen.

Mal abgesehen von Beispielen wie diesem, habe ich persoenlich sehr gute Erfahrungen mit der NHS gemacht. Ich bin aber allerdings mit guter Gesundheit gesegnet und kann mich gut behaupten, wenn was schlecht laeuft.

Leider sind es halt doch immer die Schwaechsten der Gesellschaft, die durchs Raster fallen.

Stichwort: verhungerte Patienten mit learning difficulties oder ein Patient, der verdurstete, weill jemand in den Befund schrieb, er haette eine "water fixation". Er musste dann die Polizei anrufen, weil er so durstig war.

http://www.yourlocalguardian.co.uk/news/9794753.Hospital_patient_dialled_999_after_not_getting_drink/

 

 

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Der NHS ist sicherlich kein Grund, seine Ansprüche an die medizinische Versorgung „herunterzuschrauben“. Warum das denn?

 

Naja, ich meine jetzt z. B. Ansprüche an freie Arztwahl, schnelle Überweisung zum Facharzt (oder gar gleich hingehen können), blitzblanke Wartezimmer usw.

 

Und sind denn alle Krankenhäuser tatsächlich so gleich, dass man mit landesweiten Durchschnitten arbeiten und sagen kann „so viele Patienten dürfen bei euch im Jahr sterben, alles andere ist nicht akzeptabel“?

Naja, irgendeine Vergleichsgröße braucht man ja.

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Naja, wobei ich bei so Durchschnittswerten auch immer skeptisch bin. Krankenhäuser haben doch total unterschiedliche Profile, und dass in einem Krankenhaus mit einer großen und womöglich berühmten Onkologie (die dementsprechend mehr "schwierige Fälle" betreuen) prozentual deutlich mehr Patienten sterben als in einem Kleinstadtkrankenhaus, in dem in erster Linie gebrochene Arme und Neugeborene versorgt werden, ist doch klar.

 

Und auch lokal gibt es Unterschiede: in ländlichen Gegenden irgendwo in Wales wird es mehr alte Menschen geben als in einem hippen Stadtteil in London, und dementsprechend werden die Patienten dort auch einfach häufiger an vergleichweise "kleinen" Dingen sterben, weil ihre Körper eine OP z.B. nicht mehr so leicht verkraften.

 

Der nationale Mittelwert hat doch daher gar keine Bedeutung.

 

...und Krankehaus-Skandale gibt es doch in Deutschland auch immer wieder: vor ein paar Jahren starben in Mönchengladbach 15 Patienten, weil sie komplett falsch behandelt wurden, und der Skandal in der Neugeborenen-Station in Bremen hat ja auch die Runden gemacht. Sollte man deswegen jetzt nicht mehr in Deutschland entbinden?

Edited by lindemaa
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Traue keiner Statistik, die du nicht selber gefälscht hast.

 

Was für Krankenhäuser zählen mit rein in die Statistik? Woran sind die Menschen gestorben? Auf welcher Station? Welche Vorerkrankungen lagen vor?

 

Wenn man ne Klinik, spezialisiert auf Orthopädie hat, dann werden da im Jahr weniger Todesfälle sein als ne Klinik, wo die Notaufnahme für einige Landkreise ist.

 

Es gibt numal Stationen wo es ne höhere Sterblichkeitsrate gibt, einfach weil man Patienten mit höheren Risiko behandelt: Herzkrankheiten, schwere Brandverletzungen, Onkologie, Frühchenstationen.

 

Sterben die Patienten an schlechter Pflege? Falscher Behandlung? Hygienemängel? Oder war(en) ihre Krankheit(en) / Verletzung(en) einfach zu schwer?

 

Solang die Hintergrundinformationen und genaue Zahlen nicht weitergegeben werden, sind Prozentvergleiche reine Effekthascherei.

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Die Medizinische Versorgung ist/scheint OK.

Wobei es allerdings zu hapern scheint (und das ganz gewaltig) ist die Pflege auf den Stationen* oder auch Zuhause.

Es würde (vermutlich) mehr Personal/Pfleger/Pflegeassistenten bedürfen um wirklich etwas zu verbessern.

 

*disclaimer, habe persönlich nur Erfahrung mit dem Post-Natal Ward von 2 Krankenhäusern in London und A&E in einigen mehr :icon_redface: sowohl in D als auch UK

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Ich will ja nix sagen, aber den Beruf des Statistikers gibt es sicher nicht umsonst. Und auf die Idee, dass man Äpfel nicht mit Birnen vergleichen kann, ist man sicher auch beim NHS schon gekommen.

Der Link hier ist von der Mayo Clinic, aber ich denke, Statistiker treffen sich auch mal bei internationalen Kongressen und tauschen Informationen aus.
http://www.mayoclinic.org/quality/adjusted-mortality.html

In einem Fall (wurde gestern berichtet) haben sie auch nicht nur die Sterberate im Krankenhaus, sondern die während der 30 Tage nach Entlassung mitgezählt. Ein bisschen mehr "refined" sind die Zahlen also schon. Und bei knapp 20% oder gar 42% über dem Landesdurchschnitt sollten eh die Alarmglocken läuten und man zumindest mal nach den Gründen forschen, egal, welches Modell man anwendet.

Und ja, zumindest in den besprochenen Fällen ging es hauptsächlich um lack of care. Und die Verwandten waren da und haben die Ärzte und Schwestern drauf angesprochen (z. B. auf schwarzes Blut im Stuhl, das weiß ja sogar ich, dass das auf innere Blutungen hindeuten kann!) und wurden abgewiegelt, alles sei in Ordnung. Aber wie schon jemand sagte, es trifft oft die Schwächsten, z. B. die ohne Verwandten, die für sie eintreten.

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Kraut-Pleaser - warum denn gleich so aggresiv?

MattyCat und ich haben doch lediglich gesagt, dass wir - ganz persoenlich - bei Statistiken skeptisch sind und Vorsicht walten lassen.

 

Den Beruf des Immobilienmaklers gibt es auch nicht umsonst, trotzdem stehe denen kritisch gegenüber.

Edited by lindemaa

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PiPaPo, das mag sein. Ich saß auch mal mehrere Stunden im A&E, gottseidank ohne Schmerzen (allerdings wie sich dann rausstellte mit gerissener Sehne), und die waren schon ziemlich unterbesetzt. Da saß z. B. eine stöhnende ältere Frau im Rollstuhl, die "in and out of consciousness" gedriftet ist oder Leute mit übelsten Schnittverletzungen, die nicht vorgezogen wurden. Und die Toilette sah aus wie ich mir das Klo am Bahnhof Zoo zu Christiane F.s Zeiten vorstelle (cue Nina Hagen ...).

 

(Also jetzt als Beispiel für Unterbesetzung)

Edited by kraut_pleaser

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Warst du schon mal in einem deutschen Krankenhaus? Da koennte ich dir jetzt auch Geschichten erzaehlen ....

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Ich will ja nix sagen, aber den Beruf des Statistikers gibt es sicher nicht umsonst. Und auf die Idee, dass man Äpfel nicht mit Birnen vergleichen kann, ist man sicher auch beim NHS schon gekommen.
 

 

Den Job des Statistikers gibt es, weil die Statistiker anhand von Statistiken 'beweisen' konnten wie wertvoll sie sein koennen fuer Leute die ihre Statisken bestellen um deren Agenda voranzutreiben.

 

oder in den Worten Mark Twains: "There are three kinds of lies: lies, damned lies, and statistics."

Edited by Gunnar

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Den Job des Statistikers gibt es, weil die Statistiker anhand von Statistiken 'beweisen' konnten wie wertvoll sie sein koennen fuer Leute die ihre Statisken bestellen um deren Agenda voranzutreiben.

 

Na denn. Wozu regen wir uns dann auf? Paar hundert Tote mehr hier oder da, macht doch den Kohl auch nicht fett. Ohne die bösen Statistiker fällt das auch gar nicht auf.

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Nur noch eine Anmerkung, zum Thema: "Wo waren da die Angehoerigen?"

Tatsaechlich gibt es sehr viele Menschen, die tatsaechlich einfach keine Angehoerigen (mehr) haben.

Oder die sich vielleicht selbst durch Sucht oder mental health Probleme so sehr isoliert haben, dass sie komplett darauf angewiesen sind, dass z.B das Krankenhaus und der local council miteinander kommunizieren.

Dass z.B die Agentur informiert wird, dass Mr Smith am Donnerstag wieder nach Hause kommt, dass der Pfleger dann auch tatsaechlich auf der Matte steht und ihm mit dem Essen hilft.

Wieviele Menschen unglaublich einsam sind, ist mir erst bewusst, seit ich hier in der Grosstadt in der Community arbeite.

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Wir brauchen doch die Krankenhäuser und den NHS hier überhaupt nich in Schutz nehmen...mal ehrlich, was hier ab geht, ist nicht normal - zumindest nicht für mich. Was ich hier schon erlebt habe, geht echt auf keine Kuhhaut. 


Es kann doch nicht sein, dass ich andauernd nur mit einer nurse Vorlieb nehmen muss, und die sich dann weigert mich endlich mal an einen Arzt weiterzuleiten. Die gleiche Person verschreibt mir Antibiotika obwohl ich sie mehrfach darauf hingewiesen habe, dass ich erst meine Werte untersucht haben möchte. Natürlich stellte sich raus, dass ich das Antibiotika nie hätte nehmen sollen und ich dann endlich zu einer andern nurse (wieder kein Arzt) vertröstet wurde. 

 

Im Wartezimmer hängt ein riesen Informationszettel zum Thema antibiotic resistance ....aber schön immer Tabletten verschreiben, ohne wirklich dem Grund der Krankheit/Symptome nachzugehen.


Wie das Woolly schon gesagt hat, mir scheint es, als wollen die GP's/nurses nicht den Menschen als Ganzes sehen....klar, versuchen sie die gegebenen Symptome zu beheben, aber die root des Problems wollen sie nicht erforschen. 


Zum zweiten, wie kann es denn bitte normal sein, dass man als Frau nur alle 3 Jahre einen Abstrich bekommt? Komisch, im Radio hör ich hier fast täglich eine Werbung das jede zweite Frau an Brust- oder Unterleibskrebs etc leidet, und es geraten wird, Routineuntersuchungen machen zulassen. Als ich die gyno-nurse daraufhin angesprochen habe, wurde ich nur belächelt. 

Klar, wenn denn etwas (alle drei Jahre) festgestellt wird, wird man ins Krankenhaus oder zum Gyno überwiesen, aber da kann es schon längst zu spät sein.

 

Das ist einfach alles sehr widersprüchlich und grenzwertig für mich.

Tut mir leid das ich mich hier so aufrege...ist nur meine persönliche Meinung  :icon_razz:

Ich habe nun auch schon in ein Paar Ländern gelebt, und das System hier ist für mich mit Abstand das schlechteste. 

Da ich auch die ganzen Gruselgeschichten von den Krankenhäusern gelesen habe, und wie gesagt selbst viel zu viele schlecht Erfahrungen gemacht habe, sind mein Mann und ich jetzt noch privat versichert. Ich werde zusätzlich noch den GP/Practice wechseln und dann hoffe ich, dass ich mich endlich besser aufgehoben fühle. 
 


 

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Den Job des Statistikers gibt es, weil die Statistiker anhand von Statistiken 'beweisen' konnten wie wertvoll sie sein koennen fuer Leute die ihre Statisken bestellen um deren Agenda voranzutreiben.

 

Na denn. Wozu regen wir uns dann auf? Paar hundert Tote mehr hier oder da, macht doch den Kohl auch nicht fett. Ohne die bösen Statistiker fällt das auch gar nicht auf.

Statistiken sind natuerlich notwendig und die gibt es im NHS ohne Ende. Aber hier geht es darum, ob bzw in welchem Masse man daraus Fehlverhalten ableiten kann. Der Inquiry Bericht zu Mid Staffs war mit absoluten Zahlen recht vorsichtig und hat von Schaetzwerten gesprochen. Der Einzelfall ist retrospektiv einfach sehr schwer zu rekonstruieren und die reine Sterberate sagt eben wenig darueber aus, warum der Patient gestorben ist.

 

Politik und Medien sehen das natuerlich anders. Politisches NHS bashing gehoert hier zum guten Ton und der Skandal ist fuer manche auch eine nette Gelegenheit, die Privatisierungsagenda weiter voranzutreiben. Die Medien sehen sich als Watchdog (zu recht) und hauen mehrheitlich in die gleiche Kerbe. Aber es wird um das Ausmass und die Verantwortlichkeiten gestritten, nicht darum, ob es passiert ist, das ist inzwischen voellig unstrittig. Individuelles Fehlverhalten, Missmanagement ueber mehrere Ebenen hinweg und Systemversagen innerhalb des NHS werden da alle gleichermassen zur Erklaerung herangezogen. Wo da genau die Wahrheit liegt und ob man sie noch rekonstruieren kann, ist mir auch nicht klar. Der "Fall" schlaegt jedenfalls grosse Wellen (ebenfalls zu recht).

 

Aber von Panikmache halte ich nichts. Not my cup of tea.

Edited by Stellar
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Also als NHS bashing hab ich den Beitrag gestern nicht empfunden. Eher als Suche nach den Ursachen und den Stellen, wo "das System" versagt hat. Und ums in-die-Zwickmühle-Nehmen von Verantwortlichen. (Zwickmühle? Schwitzkasten?!)

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Radio 4 halte ich da auch fuer unverdaechtig. ;)

 

Ins Kreuzverhoer?

Edited by Stellar

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Den Job des Statistikers gibt es, weil die Statistiker anhand von Statistiken 'beweisen' konnten wie wertvoll sie sein koennen fuer Leute die ihre Statisken bestellen um deren Agenda voranzutreiben.

 

Na denn. Wozu regen wir uns dann auf? Paar hundert Tote mehr hier oder da, macht doch den Kohl auch nicht fett. Ohne die bösen Statistiker fällt das auch gar nicht auf.

 

Speziell am lezten Satz mag was wahres dran sein. Ich kann mich nicht erinnern in D. in 32 Jahren dortiger Lebenszeit auch nur einmal im Radio oder TV  eine Statistik solcher Art gehoert oder gesehen zu haben.
 

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Meinste in DE gibt's keine Erbsenzähler? ;-)
Oder dass die das gar nicht überprüfen?
 

 

Er wird nicht veroeffentlicht (um die Bevoelkerung nicht zu beunruhigen)
 

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Na ein zentralisiertes System ist erstens einfacher zu ueberpruefen und intern zu vergleichen und zweitens macht es in der Presse mehr her. Wenn in Deutschland im Krankenhaus von Hinterschneckenhausen Schindluder getrieben wird, kommt das nur in die lokale Presse. Hier ist es gleich "der NHS", der mit irgendeinem Provinz-Krankenhaus Schlagzeilen macht. Es gibt da sicher genau so Unterschiede in den NHS Krankenhaeusern wie in Deutschland.

 

So eine zentralisierte Statistik wuerde man doch in D alleine schon wegen der foederalen Struktur gar nicht hinkriegen.

Edited by kerstintoo
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Eine Statiskik kann man leicht faelschen. Mehr als 30 Jahre in Japan und knapp 2 Jahre in  London sollten aber genuegen, um sich ein Bild machen zu koennen. UK hat medizinitechnisch einfach nichts zu bieten, und das sage ich als Jemand, der privat versichert ist und dessen Schwaegerin Aerztin ist, mich also nicht unbedingt mit den Unanehmlichkeiten des NHS herumzuschlagen brauche und auch Referenzen habe, medizinische Versorgung zu vergleichen.

Wie es in anderen europaeischen Laendern aussieht, kann ich nicht beurteilen. Ich kann das UK stets nur mit Japan vergleichen - und da wird mir schlecht. Ich hoffe nur, niemals in einem UK Krankenhaus behandelt werden zu muessen. 

 

Natuerlich wird mir meine Meinung hier von vielen uebel genommen; aber ich kann Euch versichern: Es ist mir egal. :icon_smoke:

Edited by London1615
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    • Danke, Lasse und Jensemann, für die guten weiteren Infos. V.a. das mit der "Wegzugsbesteuerung" - was es nicht alles gibt - ist eine weitere neue Kopfschmerzquelle...  Ich hatte eh vor, professionelle Hilfe für die Steuerangelegenheiten in Anspruch zu nehmen, wollte aber nicht völlig ahnungslos auftauchen. Denn wie man ja an der sinnfreien Beratung vom immigration agent sieht, ist nicht jeder Profi auch gleichzeitig gut... Je mehr man selber weiß, umso besser. Als Fazit bleibt, wenn ich das richtig verstehe, dass ich ab September ( bis maximal 31.6.21) jederzeit nach UK kommen kann und mich, wenn ich hier bin, für preSS anmelden kann.  Das ist, wenn ich das weiterhin richtig verstanden habe, unabhängig davon, ob ich hier arbeite oder in Deutschland, ich muss dann lediglich in UK wohnen (was ich ja auch möchte...). Was ich nachweisen könnte durch die Wohnung, die wir gemeinsam gemietet haben (und ab 20. April beziehen). Ich würde dann sicherstellen, dass utility bills und ähnliches auch auf meinen Namen ausgestellt werden.  Damit wäre der Umzugs- und Steueraspekt geklärt (hoffe ich...). Habt Ihr eine Ahnung, was mit den Sozialabgaben ist? Wenn ich in UK wohne und PreSS habe, bin ich dann nicht in UK sozialversicherungspflichtig? Was passiert dann mit den Sozialabgaben in Deutschland, ich würde ja voll in Deutschland arbeiten...  Ich danke Euch sehr für die bisherige HIlfe, Ihr seid super. 🙂  
    • Werde ich beim Nachfolge Forum machen, danke fuer den Tip.https://deutsche-in-london.freeforums.net/
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    • Von genau dem hängt es am Ende auch ab. Durch die Wohnung, die dir in Deutschland jederzeit zur Verfügung steht, ergibt sich erst einmal die unbeschränkte Steuerpflicht in Deutschland. Zur Anwendung käme hier § 1 Abs. 1 EStG (https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__1.html) und § 8 AO (https://www.gesetze-im-internet.de/ao_1977/__8.html). Dadurch, dass du mit deiner Frau in UK lebst, liegt der Lebensmittelpunkt dort allerdings bereits nahe, die 183-Tage Regel, wäre hier nur ein weiterer Indikator für den UK-Wohnsitz. Aus dieser Situation heraus, wird dann auch UK, dich als Steuerzahler heranziehen wollen. Genau diese Situation, also die doppelte Besteuerung, soll dann das DBA vermeiden, denn dieses klärt dann, wer auf was das Anrecht der Besteuerung hat. Die gute Nachricht: Das DBA ist bilateral zwischen Deutschland und UK und daher durch den Brexit nicht automatisch betroffen. Die Schlechte ist, dass ich zu professioneller Hilfe raten würde, auch weil mir aktuell nicht gänzlich klar ist, ob dein Anteil am Start-up eine Wegzugsbesteuerung auslösen könnte, zu der, zu allem Überfluss, Änderungen in den Schubladen von Olaf Scholz liegen, nach denen die Stundung bei Wegzug innerhalb der EU wegfallen würde, aber selbst ohne diese Änderung, könnte der Brexit hier möglicherweise zur Falle werden.
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