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Guest Winterkind

Anrede(n) in internationalem Bewerbungsgespräch und ein bisschen mehr...

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Guest Winterkind
Guten Tag :)

Ich bin noch taufrisch auf der Page und im Forum und zu UK gekommen wie die Jungfrau zum Kinde bzw. wie in meiner Branche üblich durch schnödes Abwerben.

Nette Telefoninterviews mit einem deutschen, in UK lebenden Manager und seinem original britischen Vorgesetzten habe ich erfolgreich hinter mich gebracht.

Jetzt steht nächste Woche das Interview face-to-face in UK an und ich bin etwas unsortiert. Das geht mit folgendem "Problem" los:
Der britische Vorgesetzte des Managers bot mir (so habe ich das verstanden) am Ende des Gespräches den Vornamen an, indem er mich beim Vornamen nannte und sich noch einmal vergewisserte, wie man ihn ausspricht. Folglich würde ich ihn - meiner Denke nach - auch mit Vornamen ansprechen. Mit dem deutschsprachigen Manager bin ich natürlich (wie deutschüblich) per Sie. Dann kommen im Interview voraussichtlich noch weitere Personen hinzu, die ich höflich mit Mr. XY ansprechen würde - aber wie sieht denn das aus, wenn ich jeden anders anspreche? Und zudem auch noch den Vorgesetzten mit Vornamen und den Manager darunter mit Mr. XY?

Außerdem würde mir anbetracht der Uhrzeit in Deutschland ein gemeinsames Mittagessen "drohen" - ist das in UK üblich?

Noch ein paar Details:
Ich habe mir sagen lassen, Briten wären betont desinteressiert an privaten Dingen ihrer Kollegen und/oder Mitarbeiter. Bedeutet das, ich verzichte bei Fragen nach "tell sth. about yourself" am besten auf nebensächlich Privates und beziehe die Frage auf meinen beruflichen Werdegang?

Wie stehen Briten zum Reitsport? Ich wanke zwischen "ist ja doch recht angesehen auf den Inseln" und "Risikosportart!".

Ich fliege einen Tag früher. Das wurde so gebucht um mir zu ermöglichen, mir Birmingham genauer anzusehen - Birmingham interessiert mich aber ehrlich gesagt gar nicht, zu erst will ich die Stadt sehen, in der ich ggf. wohl leben würde. Könnte das negativ ankommen, sofern ich danach gefragt werde, wie ich den vorangegangenen Tag verbracht habe?

*seufz*
Ist schon peinlich.. in Deutschland bin ich Bewerbungsprofi. Ich habe aber das Gefühl, das nützt mir wenig in UK. :(

Danke im Voraus für alle hilfreichen Antworten
und
liebe Grüße
Winterkind

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Guest Winterkind
Und - das habe ich vergessen (und den Edit-Button finde ich nicht..?):

Was hat es mit der privaten Krankenversicherung auf sich, die mein potentieller Arbeitgeber grundsätzlich als Bonbon draufsetzt? Ist das 1zu1 vergleichbar mit einer deutschen privaten Krankenversicherung, die tatsächlich praktisch alle Kosten abdeckt inklusive Zahnersatz etc.? Wie verhält sich das?

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Bz. Vorname:

Das ist hier vollkommen normal das man sich mit dem Vornamen anredet.

Wenn Du Dir unsicher sein solltest, koenntest Du beim Interview ja immernoch fragen"Do you mind if i call you by your First Name as well?" Aber wenn Die Dich mit dem Vornamen anreden, steig einfach auch drauf ein und rede Sie genauso an. Das wird Dir hier schon keiner uebelnehmen, das geht hier halt alles ein wenig lockerer zu-aber trotzdem doch immernoch professionell-also lass Dich nicht taeuschen.

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Guest Winterkind
Vielen Dank für die Antwort.

Aber wie mache ich das mit dem Mischmasch in der anstehenden Situation? Ist es dann auch üblich, denjenigen weiter beim Vornamen zu nennen, während man die übrigen weiterhin "siezt" alias mit Nachnamen anspricht?


Gruß
Winterkind

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Mach es doch einfach so und rede den jenigen an, wie er Dich anredet.

Wenn er Dich mit Deinem Vornamen anredet, sprich Ihn genau so an.

Wenn Dich jemand mit Mr/Mrs. anredet antworte Ihm einfach genauso-Er/Sie kann Dir ja immer noch anbieten, das Du Ihn beim Vornamen nennen kannst.

Mit dieser Methode solltest Du eigentlich nicht verkehrt liegen

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winterkind, in welcher branche arbeitest du denn?

mir ist es hier in london in meiner gesamten "laufbahn" ehrlich gesagt noch nie passiert, dass ich jemanden mit "mr oder mrs" anreden sollte - hm... aber ich wuerde auch sagen, wenn du jemanden vorgestellt wirst und er sagt "my name is mr smith" dann vorsichtshalber dabei bleiben - aber wie gesagt, glaube ich kaum dass das passiert... :icon_keineahnung:

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Wenn Du Dich gerne ein bischen in die Materie einlesen moechtest und du auch die Zeit dafuer hast wuerde ich Dir sehr "Watching the English" von Kate Fox empfehlen.

Das hat eine englische Anthropologin geschrieben und es lehrt einen unglaublich viele Dinge ueber Feinfuehligkeiten, die Bedeutung des "Ueber das Wetter" Redens und die Regeln des "Pub talks".

Es ist zudem auch einfach nur lustig, meine englische Mitbewohnerin findet es auch super.

Das mit dem Desinteresse an persoenlichen Dingen glaube ich gar nicht so, ich denke, das ist eventuell einfach nur Hoeflichkeit und Vorsicht, so eine Art Kontrollversuch, sich bei Konversationen erstmal auf "topis" zu konzentrieren, die fuer niemanden "offensive" sind oder zu tief gehen.

Hoffe, das hilft ein bischen, ansonsten, viel Spass hier!

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vielleicht wollen Sie, dass du Birmingham anguckst, weil die stadt in der du arbeiten würdest ein kleines harmloses marktstädtchen ist. man wohnt gern in kleinen beschaulichen orten, orientiert sich aber an den kulturell interessanteren städten, fährt regelmäßig nach Birmingham oder London. Birmingham ist sehenswert. Geh dir doch die innenstadt angucken: die wahnsinns-shoppingmall bullring, die etwas kleinere mailbox mit netten kanälen auf dem weg. wenn du glück hast ist abends ein schönes kulturevent in der symphony hall oder ein schrammeliges konzert im barfly. die custard factory ist mit kleinen designershops sehenswert und als kunstgalerie empfehle ich die ikon-gallery. kostet alles keinen eintritt und ist fußläufig erreichbar. die orte sind zentral gelegen und damit hast du ein schönes, interessantes und vorzeigbares tagesprogramm.
magst du indisches essen? blue mango, zwischen symphony hall und mailbox am kanal gelegen ist einen besuch wert.

(namen jeweils googeln, dann hast du sofort alle adressen)


"watching the english" ist klasse und sehr unterhaltsam.

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- zu der anrede: du bist ja nicht gezwungen, den namen zu verwenden und das "you" ist doch neutral. insofern könntest du bei unsicherheit einfach die anrede neutral halten und vermeiden.

- krankenversicherung: ob alle zahnversicherungsleistungen übernommen werden, ist von dem modell abhängig. und nach den details wirst du im vorstellungsgespräch wohl kaum fragen wollen. such mal nach krankenversicherungen hier im forum, es gibt diverse threads dazu.

ansonsten: willkommen im forum.

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Guest Winterkind
Je wo kommen denn plötzlich die ganzen Antworten her  :icon_biggrin:
Danke dafür!

@Dr. Horn
Ich befürchte eben, dass durch es durch die Gruppensituation komisch wirkt, wenn ich einen davon mit Vornamen anspreche und den Rest nicht. In Deutschland wüsste ich, wie ich das löst. Aber Vorname ist ja nicht gleichbedeutend mit Duzen in England...

@anuschka
Ich bin Headhunterin :)
Und das mit dem Charme kriege ich hin, wenn die alle so sympathisch sind wie die beiden bisherigen.  :icon_top:

@woolly
Klasse Tip, danke!
Ob ich das noch rechtzeitig besorgen kann muss ich schaun, klingt aber sehr hilfreich, da mache ich mich in jedem Fall mal schlau.

Also darf ich "sth. about yourself" durchaus auf mich als Gesamtkunstwerk beziehen?

@Anfloet
Gut möglich, dass die Idee daher kam.
Der Punkt ist, das "Städtchen", bzw. die "Gemeinde"(?) der es angehört hat immernoch gemütliche 90K Einwohner.. wieviele die Stadt selbst hat weiß ich gar nicht und finde es auf anhieb im Netz jetzt auch nicht.. Ich hatte jetzt eigentlich vor, mir erst einmal die Dimensionen in der Stadt anzusehen, dann den Reitstall, den ich mir ausgeguckt habe  :icon_razz:, in jedem Fall den Weg zur Firma schon einmal abzulaufen (ist fußläufig erreichbar vom Hotel aus) und mir dann einen gemütlichen Nachmittag/Abend zu machen nebst Vorbereitung auf das Gespräch am folgenden Tag. Vor einer ein-Frau-allein-in-UK-Wanderung in Birmingham habe ich etwas Respekt. Nicht, dass ich nachher dastehe und gehe verloren und mein Termin platzt!

Das mit der Krankenversicherung versuche ich seit einigen Tagen in diversen Suchmaschinen und auch hier, aber ich komme dauernd auf das staatliche System... Ich versuche es einfach nochmal.



Gruß
Winterkind

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um welche stadt handelt es sich denn?

keine angst, in Birmingham gehst du nicht verloren. das ist recht übersichtlich und die von mir genannten orte sind in der stadt auch alle ausgeschildert. notfalls einen stadtplan einstecken. wenn du dich auf das kleine städtchen (den arbeitsort) konzentrierst, wirst du dort womöglich nicht anfangen wollen...

zur krankenversicherung: such mal hier im forum nach "bupa", das ist einer der privaten anbieter. das thema fände ich aber in deiner situation nebensächlich. mit einer privaten zusatzversicherung bist du hier bestens versorgt.

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bei "something about yourself" habe ich immer so ein bisschen erzaehlt, woher ich komme, was ich bis jetzt gemacht habe... aber nicht allzu viel persoenliches einfliessen lassen. und wie von wooly schon erwaehnt, ich glaub das ist auch einfach die englische art, nicht zuviel preiszugeben.

viel erfolg und melde dich doch mal um zu berichten, wie es gelaufen ist.

@wooly: watching the english hatte ich schon des oefteren in den haenden und werde ich mir nun endgueltig zulegen  :icon_wink:

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Ja, viel Spass beim Lesen!

Ich find's jetzt gerade umso lustiger, weil meine Mitbewohnerin sich jetzt immer selber erkennt und wir uns austauschen koennen, was an England/ Englaender so exzentrisch ist.

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Bz. Vorname:

Das ist hier vollkommen normal das man sich mit dem Vornamen anredet.

Wenn Du Dir unsicher sein solltest, koenntest Du beim Interview ja immernoch fragen"Do you mind if i call you by your First Name as well?" Aber wenn Die Dich mit dem Vornamen anreden, steig einfach auch drauf ein und rede Sie genauso an. Das wird Dir hier schon keiner uebelnehmen, das geht hier halt alles ein wenig lockerer zu-aber trotzdem doch immernoch professionell-also lass Dich nicht taeuschen.

ich wuerde beim persoenlichen gespraech mit 'my name is 'sonja', nice to meet you' mit handschutteln beginnen. dein gegenueber wird dir dann sagen, wie sein/ihr name ist. mit dem redest du die person dann an. selbst dein deutschsprachiger potentieller vorgesetzter/kollege wird dir seinen namen nennen, und den nimmst du dann einfach auch.

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Mal kurz zu deiner Frage wegen Reitsport erwaehnen oder nicht:

Meine Empfehlung: immer ehrlich sein. Du scheinst das ja als Hobby zu haben, und wenn sie dich nach deinen Hobbies fragen, wuerd ichs auch erwaehnen. Eventuell sind se ja auch reitbegeistert und schon hastn Stein im Brett.

Falls nicht, werden sie das hoffentlich nicht in die Waagschale legen, weils ein Risikosport ist.

Das waer ja Skifahren usw auch...

Ich wuerds riskieren und erwaehnen falls es passt.

Ansonsten schon mal "viel Erfolg"!

PS: Headhunter werden hier ziemlich gut bezahlt, also hoch einsteigen bei der Gehaltsverhandlung!

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Guest Winterkind
Nochmals danke für die vielen weiteren Antworten  :icon_biggrin:

@Anfloet

Knowle, Solihull
Okay, dann schau ich mal nach "Bupa".

@anuschka

Also bisschen persönlich aber bedeckt halten. Alles klar. Danke! :)

@Svea

Den Namen meines deutschsprachigen Gesprächspartners kenne ich doch? Der nennt ihn noch einmal im Auftakt des Gespräches?  Das wird ja immer komplizierter  :icon_warumnur:

@pipilongstocking

Es steht im CV, also ist mit verschweigen ohnehin nicht. Es geht mir eher um die "Ausprägung" der Schilderungen, sprich, ob ich eher in Richtung "mache ich manchmal, wenn ich GANZ viel zeit habe weil es die koordination schult" oder eher Richtung "Ja, Reiten ist ein toller Sport. Ich reite regelmäßig" gehe.

Und das mit dem Gehalt..
Da mache ich mir keine Sorgen. Soweit dahingehend schon gesprochen wurde, war ich sehr zufrieden. Was konkretes erfahre ich sowieso erst in UK selbst. Allerdings hatte ich mich wegen grober Gehaltsrichtlinien bereits mit einem andren britischen Headhunter in London kurzgeschlossen und der empfahl mir eine Forderung, die unter dem vorläufigen Grobangebot liegt, das ich bekommen habe. Scheint also fair zu sein. Was heißt bei dir denn "gut bezahlt" grob in ner jahresgehaltlichen Summe? Wenn das nämlich doch wieder eine andre Welt wäre, würde ich nochmal genauer nachforschen wollen..

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Hi Winterkind,

ich kann dir leider keine exakte Summe nennen, weil ich das selber nicht weiss. Aber ein Freund von mir erwaehnte, dass eine befreundetet Headhunterin mehr verdient als ihr Freund, der Pilot ist. Das war schon beeindruckend.

Aber wenn du ja schon Zahlen genannt bekommen hast von anderen Headhuntern ist das doch super. Bitte bedenken, dass es auch einen grossen Unterschied macht, ob du in London oder Manchester wohnst...

Ansonsten, wie schon gesagt, dass hoert sich alles super an! Schnapp dir den Job!

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Guest Winterkind
Huhu,

wie gesagt, der Headhunter, mit dem ich mich zum Vergleich kurzgeschlossen habe war regelrecht baff, dass ich außerhalb Londons ein besseres Angebot bekommen habe, als er selbst in London ansetzen würde.

Um nicht zu sagen - ich glaube, der hat mir nicht ganz geglaubt..

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Knowle, Solihull

tu dir den Gefallen in solihull zu wohnen und dir dies städtchen anzugucken. es gibt eine high street und eine ausnahmsweise ansprechende shopping-mall, die als sternförmige galerie gestaltet ist. das wars auch schon. ohne knowle zu kennen - der größe nach, gibt es dort nichts zu sehen, selbst solihull ist schon recht überschaubar.
von solihull kannst du nach knowle dann mit dem taxi fahren, [url=http://maps.google.com/maps?f=q&hl=de&geocode=&q=knowle,+solihull,+uk&sll=37.0625,-95.677068&sspn=44.069599,81.5625&ie=UTF8&ll=52.399329,-1.747513&spn=0.033307,0.079651&t=h&z=14&om=1]das ist nicht weit[/url]

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Das mit der Anrede ist tatsaechlich etwas verwirrend. Wir sind einmal im Jahr auf einer Messe, wo die Leute auf dem Stand gegenueber Deutsche sind. Ich rede meistens deutsch mit denen und verwende folglich 'Sie' und den Nachnamen. Wenn dann noch Englaender dabei sind und wir englisch reden, komme ich mir auch etwas bloed vor, weil ich die einzige bin, die die Leute nicht mit Vornamen anspricht... Gluecklicherweise habe ich das Problem nur einmal im Jahr und nicht bei der Arbeit.

Wenn du das Gefuehl hast, dass die Leute ganz nett sind und / oder die ganze Sache ueber Monate zu einem richtigen Problem ausarten koennte, wuerde ich einfach in dem Gespraech sagen, dass du etwas konfus bist, wie du nun den Deutschen anreden sollst.

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