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Jensemann

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  1. Von der Leyen war eine Idee von Macron. Nachdem er Weber verhindert hat und sich negativ über Weidmann äußerte, musste er etwas tun um die Beziehung zu Berlin zu kitten und zog ihren Namen aus dem Hut. Für Macron ist die Personalie auch interessant, weil sie für eine Verteidigungsunion ist. Nach Brexit ist Frankreich das einzige EU-Land mit Atomwaffen und daher ein wichtiger Eckpfeiler eines solchen Vorhabens. Davon abgesehen, muss die Personalie, wie Pavel schon schrieb, durch das Parlament bestätigt werden. Über die Demokratie sorge ich mich, wenn man dafür mehrere Anläufe braucht und bei jedem Versuchen ihren Namen minimal anders schreibt 😉
  2. Bzgl. CO² Steuer: Ich mag die Idee einer CO² Dividende zur Umverteilung von Starkverschmutzern zu Wenigerschmutzern, so lässt sich auch dem Problem sozialer Tumulte begegnen. Was mir an der üblichen CO² Steuer ohne diese Umverteilung missfällt, ist das enorme benötigte Fingerspitzengefühl der Politik, genau die zu entschädigen, die mit ihrem Kleinwagen von der Pampa zur Arbeit kommen müssen und ähnliches. https://www.project-syndicate.org/commentary/carbon-dividend-better-than-tax-by-mark-paul-and-anthony-underwood-2019-05 Norwegens Idee der Beimischung ist interessant. Ich hatte mich neulich erst in die sehr begrenzten Möglichkeiten der Kerosinbesteuerung eingelesen um solche Biokraftstoffe konkurrenzfähiger zu machen. National sorgt die Kerosinsteuer nämlich nur zu Umwegen mit vollgetankteren Maschinen, also mehr Ausstoß und international ist die Besteuerung deulich erschwert, weil das alles auf die Chicago Convention von 1944 zurückgeht. Ich glaube nicht, dass man das knacken kann, weil sich zahlreiche Länder in und außerhalb der EU sich durch Nichtteilnahme quasi über Nacht zum Airlinehub ausbauen könnten. Für kleine Inseln wie Malta etwa, ist das auch eine enorme Chance, das würden die sich kaum entgehen lassen, aber auch Polen könnte sich unproblematisch etwas Wohlstand von Deutschland oder Frankreich "klauen".
  3. Nein, mir fällt auch bei jedem Besuch auf, bin gerade da, dass Menschen oft unvermittelt im Weg stehen bleiben, z. B. in Ausgängen oder unvermittelt auf der Straße und ich bin nicht der Einzige, habe da erst neulich mit jemandem drüber gesprochen.
  4. Richtig, aber Che versteht mich gewohnheitsmäßig falsch.
  5. Darf ich eine alternative Sichtweise (zu Greta) anbieten? Ja, was sie so teilweise fordert ist weltfremd, funktioniert praktisch nicht und ohnehin ist der Preis für Demokratie, dass Umsetzung hinter Machterlangung und Machterhaltung steht, denn sonst kann man gar nichts mehr bewegen. Die Machterhaltungssorge, bremst die große Koalition derweil in Deutschland ja auch, speziell nach den Gelbwesten in Frankreich. Die Grünen, müssten sich diese Sorge auch stellen und tatsächlich, hat zumindest die Parteiführung erkannt, dass es nur mit der Industrie geht und sucht den Kontakt um Gemeinsamkeiten auszuloten (und die existieren). Es wäre ja auch selten dämlich, gegen die Industrie zu arbeiten, wo es doch sonnenklar ist, dass den größten Beitrag den Deutschland leisten kann, CO² ärmere Autos, Techniken und Maschinen zu exportieren. Denn alles was in unseren kleinen europäischen Ländern passiert, verpufft tatsächlich. Innerhalb der deutschen Grenzen aber, sind die Exporte ein gutes Mittel die Welt etwas zu verbessern, zumindest ein greifbarer Weg, fern von Verbotsphantasien und der Haar-in-der-Suppe-suchererei, der alles-schlechtmachter. Gleichzeitig lässt sich nicht leugnen, dass auch gute Ideen Unterstützung vom Volk brauchen (siehe oben, Machterlangung und Machterhaltung) und Greta ist hier etwas in der Rolle des guten Populisten. Sie vermittelt, wie es die Werbung und alle anderen Politiker in allen mehr oder minder Reformbedürftigen Themen, eine Dringlichkeit. Würde ich mir wünschen wir könnten als Volk oder Völker, ganz sachlich etwas debattieren, beschließen und dann umsetzen? Klar. Dann hätten wir weder die Trassenprobleme, einen Atomausstieg vor dem Kohleausstieg noch Wohnungsnot. Nun, scheinbar können wir das nicht, weil keiner für die Dringlichkeit warb (also mit werberischen Mitteln wie Emotionen) und wir so alle fröhlich dem NIMBYism nachgehen können, soll der Sankt Florian doch das Haus meines Nachbarn niederbrennen, nur nicht meines, wir haben ja Zeit. Die Grünen sind zur Zeit eben auch eine typische Oppositionspartei, genau wie meine FDP, fällt es leicht nicht umsetzbares zu fordern, wenn man es eh nicht umsetzen muss. In UK lässt sich das auch bei einigen Brexitern beobachten. Die Grünen sind gegen Kohlekraft, gegen Kernkraft, gegen LNG Terminals und gegen Nord Stream 2, blöd nur, dass Deutschland, wenn Kohle und Kernkraft wegfällt, Gas als Fallback braucht wenn Sonne nicht scheint und Wind nicht weht. Wer tatsächlich führen muss, kann sich der Physik und der aktuell verfügbaren Technik eben nicht mehr entziehen, das gilt für Klimaschutzforderungen, genau wie für die irische Grenze und ob Dual Fluid Reaktoren vielleicht besser sind um dem Atommüll Herr zu werden als politisch unmögliche Endlagerstellen, ist auch so eine Frage, die man sich eigentlich jetzt schon stellen muss, es aber mangels gefühlter Dringlichkeit politisch nicht traut.
  6. Die Doku hatte ich auch gesehen. Es ergibt sich in der Tat die Frage, ob Wasserstoff nicht theoretisch die bessere Anschlusstechnologie wäre, auch im Hinblick auf das Stromnetz. Praktisch hingegen stellt sich die Frage eigentlich nicht, weil Wasserstoff derzeit noch zu teuer ist und die Speicherung von dem Zeug ein anspruchsvolles Unterfangen darstellt. Wasserstoff diffundiert durch Stahl, der einst volle Tank, kann sich auch also “leerstehen”. Ich tue mich mit der Doku dennoch etwas schwer, weil ich denke der direkte Vergleich sähe nicht ganz so übel aus und einiges ist auch eine Frage lokaler/nationaler Politik. Der Kohlebergbau hat auch in Europa viele Landstriche unbewohnbar gemacht, nur mit dem Unterschied, dass das Land das die Konzessionen für den Abbau vergeben hat, die Anwohner entschädigte. Ich frage mich, ob das Fehlen solcher Kompensationsmechanismen in Herkunftsländern (lies: Bananenrepubliken die ihre eigene/indigene Bevölkerung mit Füßen treten) zum Problem von Konsumenten oder Herstellern gemacht werden soll. Ich bin da etwas unschlüssig. Ideologie sagt nein, Pragmatismus sagt ja. Die zahlreichen Schäden die Öl verursacht hat, muss man wohl gar nicht aufzählen, inklusive Kriegen und in Folge destabilisierter Regionen, könnte man damit wohl ein Buch füllen oder zwei oder drei. Im Gegensatz zu Öl, Gas oder Kohle, lässt sich Lithium aber recyclen wenn die Batterie dann nach 10 Jahren ihre Leistung verliert und nach weiteren 5 Jahren ersetzt wird. Das Recycling lohnt sich nur bei Mobiltelefonakkus nicht, weil der Ertrag den Aufwand nicht rechtfertigte. Bei den großen Autoakkus wird die Wirtschaft aber schnell Recyclinganlagen schaffen, noch schneller wenn die Politik entsprechende Anreize schafft. Klar, am besten steigen wir alle morgen auf das Fahrrad, hinsichtlich dessen, dass das nicht passieren wird, muss man wohl die Verbesserungen annehmen, die sich bieten.
  7. Aus dem Kohleausstieg wird am Ende ein Gasausbau, egal ob 2030 oder 2038, schon alleine weil bis 2030 kaum alle benötigten Trassen da sein werden. Das ist dann der Kompromiss der Zwangsweise aus "ich wünsche mir Wegfall von x durch Beschluss und nicht durch Entwicklung" und "technisch und rechtlich möglich" entsteht. Ein zurück-zur-Kernenergie kann ich mir in Deutschland nicht vorstellen, allenfalls nach einem echten Großblackout. Deutschlands Geografie wird hier schlussendlich einfach zum Nachteil. Für Gezeitenkraftwerke gibt es kaum geeignete Gegenden. Von Solar muss man wohl nicht ernsthaft reden. Die beste Lösung daher für Deutschland sind offshore Windparks und die Mühlen werden auch immer größer und produzieren immer mehr Strom, glücklicherweise auch recht stabil - jedenfalls stabil genug um mit zuschaltbaren Gaskraftwerken Schwankungen zu puffern. Dummerweise ist die einzige geeignete Lage dafür der Norden, zumindest solange die Niederlande nicht unter Wasser sind 😉 Ich frage mich allerdings, wie viele Elektroautos in Deutschland und anderswo tatsächlich bis 2030 auf den Straßen sind. Ein Fahrzeugdurchschnittsalter von rund 9 Jahren spricht eher gegen eine hohe Zahl, auf der anderen Seite, könnte der Zuwachs an Leihfahrzeugen in den Städten das ganze beschleunigen. Im LKW Segment sehe ich eher Wasserstoff kommen - die verlorene Zeit durch das Laden ist zu viel totes Kapital, erst recht wenn durch das autonome Fahren, der Fahrer und damit seine Lenkpause mittelfristig entfallen wird. Bzgl. Industrie: Die ist sowohl durch nichts tun in Gefahr wie auch durch zuviel oder zuwenig tun. Wenn ich mir ansehe wie das Thema und anderes immer weniger sachlich und immer mehr emotional angegangen werden, besteht durch nichts oder zuwenig tun, ein großes Reputationsrisiko. Die letzte Bayer Hauptversammlung war jedenfalls ein wares Shitfest, auch wegen der zahlreichen Proteste und nicht nur der Klagewelle in den USA wegen und VWs Aktivität fußt ja auch unter anderem auf dem Versuch sich "grünzuwaschen".
  8. Natürlich gibt es Angebot und Nachfrage, nur ist das Linienflugzeug letztendlich Public Transport, auf vielen, vor allem, kurzen Verbindungen sicherlich zwar kein optimales, dennoch ist eine gewisse Schwelle notwendig, damit tatsächlich auch nur ein Flugzeug am Boden bleibt. Da im nächsten Schritt das Risiko steigt, dass die Menschen dann einzeln ein Transportmittel nutzen, das in Summe möglicherweise schlimmer ist, ist der Wunsch nach Einschränkung beim Fliegen eben reichlich komplex und das ist, worum es mir ging. Die internen Verwicklungen wie Slots an Flughäfen oder die Weiternutzung der Maschine auf Folgestrecken erhöht diese Schwelle dann weiter. Mein Beispiel mit den Kanaren solltest du nicht allzu wörtlich nehmen, ich dachte, das sei klar. Worum es mir ging, ist, dass man zu Hause viel eher direkt Verursacher ist. Heizen, Warmwasser, das eigene Auto. Das sind alles Dinge, bei denen man die CO² Emissionen im Griff hat, weil man eben direkter Verursacher ist. Bei anderen Dingen erscheint es mir zielführender, dass die Technik emissionsärmer wird und die Politik ggf. die Weichen stellt. Wasserstofflocks können Dieselloks ersetzen, wenn eine Elektrifizierung der Strecke nicht möglich ist. Ähnliches wird mit LKWs geschehen. Transportschiffe, auch wenn diese pro Tonne Fracht gar nicht mal so schlecht abschneiden, werden zunehmend mit LNG fahren (20 % weniger CO²).
  9. Das wären dann 21 Menschen die auf 30 Flüge im Jahr verzichten, irgendwelche Flüge, nicht zufällig meine. Die Flugzeuge heben trotzdem ab. Das tun sie bereits, weil sie für den Rückflug oder eine andere Strecke an der anderen Destination gebraucht werden und weil Fluglinien bei Nichtnutzung ihre Slots an den Flughäfen verlieren können. Das Beheizen von Wohnungen ist aber interessant, da kann der Individualmensch tatsächlich etwas machen ohne das es verpufft, z. B. die Heizsaison auf den Kanaren Verbringen 😉
  10. Klar, weniger Menschen = Weniger CO². Wann gehst du mit gutem Schritt voran und reduzierst deinen CO² Fußabdruck gemäß deiner gewünschten Bevölkerungsreduktion auf 0? Ein armer Entwicklungsland- und Schwellenlandbewohner hat übrigens nachweislich einen geringeren CO² Fußabdruck als du und ich. Ich stimme zwar zu, dass Verzicht nicht die Lösung ist und der Sündenbock Vielflieger ist ohnehin maximal sinnentleert. Mit rund 30 Flügen im Jahr, müsste ich mich gemäß einiger Leute schon sehr schuldig fühlen, tue ich aber nicht, weil mir bewusst ist, dass mein Verzicht allenfalls bedeutet, dass der Flieger mit einem freien Sitz abheben würde. Wo ich nicht zustimme, ist, dass Europa nichts tun kann oder das China kein Interesse hat. In China beobachten wir gerade eine rapide Entwicklung von Elektromobilität. Das VW und Konsorten jetzt ganz schnell E-Autos bauen wollen, ist nicht Musks Tesla geschuldet, es ist China. Da sind wir auch bei dem, was Europa tun kann: Entwicklung. In China und in Indien fliegt man auch mit Airbus. Deutschland ist der weltweit 4. wichtigste Schiffsbauer, von Autos, Bussen und LKWs muss ich nicht anfangen, oder? Auch können wir als importierender und konsumierender Handelspartner Anforderungen setzen, speziell als Europa, denn wir sind immer noch ein sehr wohlhabender Block, deswegen wird ja auch deutscher Müll in Asien ins Meer gekippt *oops*. Mal ausnahmsweise keinen race to the bottom der Anforderungen, sondern einen race to the top. Tatsächlich ist genau das übrigens (auch in anderen Bereichen) bereits lange bekannt als Brussels Effect. Übrigens würde es einigen Kritikern mal ganz guttun, über eine wiederkehrende Aussage Gretas etwas nachzudenken "Listen to the scientists", denn davon, was eigentlich selbstverständlich sein sollte, haben wir uns in der Tat weit entfernt.
  11. Rory disqualifiziert sich aus Tory-Sicht doch bereits dadurch, Remain gestimmt zu haben. Wenn kein kleines Wunder in den Vorausscheidungen passiert, werden Johnson und ein anderer, der vermutlich auch für Leave ist, den Parteimitgliedern vorgelegt, von denen sind viele für Pro-Brexit und eine weite Mehrheit zieht No-Deal zumindest Remain vor oder favorisiert es sogar grundsätzlich. Aus Tory Sicht zählen nur die Tories und die können nicht mehr zurück zu einer Remain oder zumindest EU-akzeptierenden Partei wie sie es unter Cameron waren. Die Konservativen sind zu Bluekip geworden und deren Take-away aus den EU-Wahlen wird sein: Boris ist ein Berufslügner mit großen manipulativen und kommunikativen Fähigkeiten und genau das brauchen wir, um es mit Fararsch aufnehmen zu können (siehe EU Wahlen). Die Ufergräben um den Brexitriss werden fester, nicht nachgiebiger, auch wenn landesweit die Brexitbefürworter nachlassen so brauchen die Tories genau deren Support bei den nächsten Wahlen, weil die anderen wählen ohnehin nicht (mehr) Tory.
  12. Beides ist in der Tat Mangelware in Deutschland, speziell Letzteres krankt aber leider massiv an 2 Problemen: zu viele Köche und zu wenig Zusammenarbeit. Der ÖPNV in Deutschland ist regionaler Patchwork, trotz Verkehrsverbänden. So passiert es dann, dass die Straßenbahnen in Krefeld (teilweise Leerstand und Verfall) eine andere Spurweite als die in Düsseldorf haben, wo nicht selten 13 € pro m² und mehr fällig werden (normale Wohnungen, keine schicken Neubauten). Busse fahren auch keine, es existiert eine direkte Zugverbindung, die ist nicht selten proppevoll und eine Straßenbahn, die eine eigene Schiene befährt. Da UBER und andere Fahrdienste, die man ja durchaus auch etwas weniger flexibel mit kleinen Bussen als großes Sammeltaxi konzipieren könnte, aber im regulatorisch steifen Deutschland böse sind, muss man auf die Deutsche Bahn und andere Halbmonopole warten. Noch dazu ist die Schaffung von Infrastruktur wohl noch unbeliebter als Neubauten, die einen Bezirk weiter verdichten, irgendwer muss dabei nachgeben, zwangsweise, man kann es nicht beiden Seiten recht machen. Entweder wir bauen Häuser, wo schon welche sind oder wir bauen Verkehrsadern nahe oder durch bewohntes Gebiet. Unterirdisch dauert so lange, dass es lediglich der zukünftigen Verkehrsentlastung dienen kann. Sollte beides passieren, aber nur eines löst die Probleme halbwegs zeitnah und die weitere Verdichtung am schnellsten und mehr Kitas sind wohl billiger als Straßen und Bahnhöfe, schneller ohnehin. Interessant fände ich die Aufstockung durch Fertigelemente auf Flachdächern. Das wäre bei entsprechender Menge wohl auch wirtschaftlich konzipierbar, die Dachausbauten scheitern leider oft am Brandschutz, wo sich die Frage stellt, ob hier Lösungen denkbar wären. Da müsste die Politik zusammen mit der Wirtschaft und Fachleuten für Brandschutz ran.
  13. Ich kann als FDP Wähler mit der SPD nichts anfangen, allerdings würde ich Kühnerts Unfug nicht der SPD zuschreiben wollen, er bekommt nicht grundlos auch genug Gegenwind aus den eigenen Reihen. Lasst ihn halt reden, er erschwert allenfalls seine eigene spätere Politikarriere in der Partei, falls er eine haben sollte. Grundsätzlich sehe ich diese Debatte, oder auch die Deutsche Wohnen Enteignungsdebatte in Berlin wie übrigens auch Brexit, nach dem Prinzip, dass jeder der etwas ändern will, begründen können muss, warum und was dies bringen soll. Einfach nur irgendeiner Ideologie zu folgen, bedient dann allenfalls ein Bauchgefühl. Bei diesen Kollektivierungs- oder Enteignungsdebatten, ist das Bauchgefühl wohl zu beschreiben mit „da ist irgendwas ungerecht“. Das mag es sogar sein, diese Vorschläge lösen aber das Problem nicht. Wir reden von Enteignung, präzisiert ist es aber eine Wegnahme gegen Entschädigung. In all diesen Fällen, egal ob BMW oder Deutsche Wohnen, also eine massive Steuergeldverschwendung. Den Marktwert von BMW können wir an den Aktien ablesen. Immobilien in Berlin werden zunehmend über den Daumen gepeilt mit rund 30-35-fache erzielbarer Jahresmiete ausgehend vom aktuellen Marktpreis bewertet. Das Verfahren dauert Jahre, würde wohl eh zu nichts führen außer Investoren abzuschrecken, schlussendlich aber, könnte man mit dem Geld zweifelsfrei besseres anfangen, z.B. gleich Wohnungen bauen (vorausgesetzt, man macht es nicht wie beim BER, sonst sind das nachher Sozialbauten mit einem m² Preis von Monte Carlo nur ohne Blick auf Casino und Mittelmeer). Übrigens kostet das Bauen in Berlin und Brandenburg mittlerweile durchschnittlich über 3000 € pro Quadratmeter (teilweise mal um rund 500 € in 2 Jahren gestiegen) und das ist nicht der Spekulation um Grundstückspreise geschuldet, sondern schlichtweg Wärmedämmung, Brandschutz, viele Fachleute für immer mehr Spezialitäten am immer komplexer werdenden Bau, Haustechnik, Schallschutz, Arbeiter, Gerüstbau, Beton und Bitumenpreise. Nein, ich rede nicht von Luxus oder Penthouse Flats am Prenzlauer Berg und Mitte, 3000 € pro Quadratmeter für modernen Standard (Entnommen einem Berlin/Brandenburgischem Bauverband). Alleine die letzte Änderung der ENEV hat die Preise um rund 7 % angehoben (das ist der Beitrag deutscher Mieter zur Energiewende). Wer da nach dem Bau von sozialverträglich bepreistem Wohnraum fragt und den Sündenbock bei Spekulanten sucht kann nicht rechnen. Diese 3000 € müssen durch Miete wieder rein kommen, das kann nicht durch 7 € pro m² und Monat geschehen UND DA IST ES EGAL, WEM DIE HÜTTE GEHÖRT. Dennoch würde der Bau aber helfen, denn es konkurriert in den Großstädten, da nehmen sich Berlin und London nicht viel, jeder mit jedem um denselben Wohnraum, der Vermieter passt sich dem Bedarf an und modernisiert, um die besten Mieter abzubekommen, auf der Strecke bleiben Normalverdiener und alles darunter. Der Neubau nimmt daher in jedem Fall Druck vom Markt. Was machen wir stattdessen? Wir führen Debatten darüber, wem der Bestand gehören soll, die sehr nach Klassenkampf, Sündenbock und Neid stinken und Anwohner wollen keinen Neubau, weil schon jetzt zuwenig Kitas da sind. Tja, so wird das dann nichts. Als Vermieter sag ich schonmal Danke für die nächste Mieterhöhung, die bekomme ich pünktlich alle 15 Monate durch. Übrigens hat die Wohnungsnot nur begrenzt mit Zuwanderung zu tun, die Urbanisierung nimmt in Deutschland so wie überall anders auch zu (die Bevölkerungszahl weist keinen starken Anstieg auf), das ist eine überwiegend wirtschaftliche Folge. Die Produktion nimmt ab bzw. braucht weniger Muskel und die Bildung wird wichtiger, diese Arbeitsplätze sind in den Städten, nicht in Fabriken im Ruhrpott und es ist nicht nur „billiges Geld“, das hat nämlich primär erstmal den Kaufpreis gehoben, weil es die Finanzierung erschwinglicher machte, es haben seit der Finanzkrise auch die Studentenzahlen zugenommen – die jungen Leute sind nicht blöd, die wissen, dass das Geld morgen mit dem Kopf gemacht wird und nicht in einem wirtschaftlich krepierendem Rustbelt voll von degenerierten Trumpern in den USA, Brexshittern in UK oder Alternative für faschistische Debilen Wähler in Teilen Deutschlands. Nebenbei bemerkt, wird der größte Anteil verfallenden Wohnraums in Deutschland nicht auf Spekulanten entfallen, sondern auf zerstrittene Erbengemeinschaften, aber die sind eben kein so toller Sündenbock. Als jemand der regelmäßig für Zwangsversteigerungen nach Deutschland fliegt, um sich kapitalistisch durch die Schaffung/Erhaltung/Rückgewinnung von Wohnraum im Bestand zu bereichern, ist das sozusagen mein Spezialgebiet. Unbequem aber wahr, auch die vielen Rentner in Deutschland, die nach Auszug der Kinder in viel zu großen Wohnungen leben geblieben sind, stehen einer gerechten Nutzung des vorhandenen Wohnraums im Wege. Junge Familien ziehen ihren Nachwuchs in 40 m² ohne Kinderzimmer auf. Darüber zu sprechen traut sich natürlich keiner, die guten Wähler! Es sind kapitalistische Wohnungsunternehmen in Nürnberg und anderswo die derweil Wohnungstauschaktionen anregen, auch unternehmensübergreifend, keine einzige Partei, egal ob sie Sozial im Namen mit sich rumschleppt oder nicht, trägt irgendetwas dazu bei. Übrigens, wer an BMW teilhaben will, der kann sich Aktien kaufen, auch ohne auf Juso Kevins Tagträume zu warten. Sorry, ist etwas lang geworden.
  14. Nein, heißt es nicht. Zollfrei mag schon sein, nämlich wenn sich UK der Zollunion unterwirft, also im Prinzip entsprechend dem Backstop, nur gewollt. Was das nicht miteinbezieht, ist der vollständige europäische Binnenmarkt für Dienstleistungen, denn den gibt es in der Tat erst mit Free movement, auch erfordert alles zumindest eine gewisse Unterwerfung unter den EuGH (ECJ). Was UK wollte, war alle Freiheiten, aber ohne alle diese Pflichten. Interessanter finde ich, dass bei Teilnahme an der Zollunion das große nicht-xenophobe Argument für den Brexit kollabiert: eigene Tradedeals. Zollfrei aber ohne Zollunion, also im Sinne eines vollständigen free trade agreements, würde auf UK-Seite immer noch massive wirtschaftliche Probleme auslösen und auch die Irland Problematik nicht lösen, denn der EU Markt müsste vor Drittland Importen geschützt werden, genau wie der UK-Markt außerhalb der Zollunion. Mit anderen Worten: kein Gewinn für UK, sondern Schadensminimierung bei massivem Verlust an Mitspracherechten auf ganzer Ebene. Giving up control.
  15. Keine Sorge. Die Vorbereitung einer erneuten Wahl dauert wesentlich länger als eine Woche, zum anderen wird die EU einer weiteren Verlängerung zustimmen, solange ein Plan raus, aus diesem parlamentarischem Deadlock aufgezeigt wird. Neue Wahlen wären das. Die EU ist prinzipiell auch zu einer Verlängerung über die EU-Wahlen Ende Mai bereit, dazu müsste das UK aber an den EU-Wahlen teilnehmen, was May wohl als nächstes Druckmittel UK-intern nutzen wird. Ich würde vermuten, davon ausgehend das auch ein dritter Durchgang der Groundhog day Saga gegen sie läuft, dass eure nächsten Wahlen auf denselben Zeitraum und Zweck fallen wie die der 27 anderen Mitgliedsstaaten was durchaus ein interessanter echter demokratischer Test für Remain vs Leave ist, im Gegensatz zu irgendwelchen Petitionen. Es sei denn, die britische Brotkasten Corporation findet viele Wähler die Igor oder Vladimir heißen 😉
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