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CvC

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Everything posted by CvC

  1. Das hoert sich zwar nicht nachweislich falsch an, aber so doch ein wenig aus der Luft gegriffen.
  2. Ich habe heute nacht getraeumt, wie ich heroisch ueberall die Brexit 50p Muenze ablehnen werde, egal, ob es dann eine lange Schlange und viel Stink gibt. Wird sicher ein Traum bleiben. "Making the best of a dud hand" ist eigentlich eine britische Spezialitaet. Meine Voraussagen, etwas eklektisch, sind dies: Schottland bleibt, austreten ist Suizid Bei Irland bin ich nicht so sicher D. und Frankreich haben grosse Strukturschwierigkeiten. Frankreich bekommt seine Reformen nicht hin, D. haengt zu sehr von Autos ab, die gerade ein Peak erleben Nichts wird so heiss gegessen wie es gekocht wird. Im Kampf der USA mit China gewinnen die USA, weil China in den naechsten 20 Jahren demographische Probleme bekommt. Die Generation vor der 1-Kind-Phase ueberaltert. Most importantly jedoch: Ich bin beruflich an London gebunden und muss darum versuchen the best of a dud hand zu machen.
  3. Die Frage erscheint mir jetzt nicht ungerechtfertigt. Ich finde das hier: https://fullfact.org/economy/does-uk-have-poorest-regions-northern-europe/ Das ist wohl so eine Art Snopes Webseite. Sehr interessant. PS: Ich hatte es auf Twitter gefunden.
  4. 9 der 10 aermsten Gegenden in Nordeuropa sind im UK. Ich denke oft mit Sorge, ob das UK vielleicht, wie schon oft, Vorlaeufer ist, der Kohleschachtkanarienvogel, fuer aehnliche Entwicklungen auf dem Kontinent. Wenn das Schaubild oben nun kein Greta-im-Zug alt.Fakt sein sollte, dann spricht das eher dafuer, dass das UK ein Einzelfall ist, weil die regionale Ungleichheit hier nun wirklich recht stark ist. Selber schuld koennte man sagen, das ist was angelsaechsisches, in D. kommt das nicht.
  5. Wenn man Berlin aus Deutschland rausschneidet wird Deutschland reicher. Wenn man London aus dem UK rausschneidet wird das UK erheblich aermer. London verwoehnt einen irgendwie, aber es zeigt auch nicht die volle Wahrheit.
  6. Was sind die naechsten Ereignisse? +) Fanfaren zum Ende Januar, wenn Brexit proklamiert wird +) Letdown, wenn die Intransingenz der EU ueber das Level Playing field klar wird +) Erstes wirtschaftliches Abbroeseln (obwohl die Pfundstaerke das nicht ausdrueckt) +) Neuformierung der Labour Opposition. Ich halte die fuer bloed genug, dass die auch weiterhin soweit entfernt vom politischen Zentrum bleiben
  7. Mit 1.18 ist das Pfund aus einer laengeren Seitwaertsrange ausgebrochen, nach oben. Wie erklaert sich das? Brexit ist sicherer als seit langem.
  8. Das mit dieser total parteilichen Berichterstattung ist in der Tat aeusserst nervend. Ich habe meinen sonst ungehemmt ausschweifenden Newskonsum reduziert auf den Economist und nun auch den New Statesman, seit da der geniale Jeremy Cliffe angefangen hat. Dieser Typ war so ein richtiger Merkelversteher.
  9. So ein Einreise-Doomsday-Szenario waere sicher mal interessant zu erleben. Ist aber doch recht unwahrscheinlich. Sobald Brexit auf dem Tisch und unterschrieben ist wird man doch eher zurueckrudern.
  10. Mein grossartiger Kreuzberger, ist das nicht eigentlich viel zu pessimistisch? Bis auf "Nichts bleibt wie es ist. Die Welt ist im Umbruch". +) Bis China abloest dauerts noch. Und wenn schon. Gegen 1.2 Milliarden Menschen ists schwer anzustinken. +) Die Unterschiedlichkeit des chinesischen Systems ist das eigentliche Problem. +) Als Kackland jeder Groesse wird man sich mehr und mehr entscheiden muessen, welchem System man folgt, dem westlichen oder Chinas. Und ich erwarte (erhoffe) klar eine 3-Blockwelt, eine mit Europa als player. +) Sri Lanka hat sich gerade fuer China entschieden +) Macron umturtelt Russland um deren pro-China Entscheidung zu verzoegern oder zu verhindern +) Europa ist im Begriff kraeftiger zu werden, als Idee, als Verteidigungs- und Wirtschaftsgemeinschaft, eine Bankenunion ist angedacht, Polen, Ungarn, Italien und Griechenland haben alle rote Karten gesehen, UK im Grunde auch. Ich erwarte, hmm, hoffe, dass Europa aus der naechsten Wirtschaftskrise erwachsen rauskommt. +) Meine Sorge ist eher D.: Die zu spaet gemerkte Umorientierung der Autoindustrie wird noch sehr wehtun, vermute ich. Die Gleichung D=Autos ist gar nicht so falsch. Autogeschichte wird im Moment nur von Tesla und dem Kugelstosser geschrieben. Fuehrerlosigkeit bahnt sich in D. an, wie weit nach rechts rutscht D. wohl? Dann noch die Energiewende, die lausige Internetinfrastruktur usw. +) Und UK ist auch so ein basket case. Ich habe das Gefuehl, dass man hier noch nicht so recht ahnt, wie sich die Idee des Level Playing Field" noch stoerend auswirken kann.
  11. Das bleibt aber, in meinem Umfeld, irgendwie abstrakt, etwas, das man dem Interviewer sagt, aber nicht auslebt. In der gelebten Taeglichkeit merke ich nichts davon, obwohl ich mich seit ein paar Jahren in einer Londoner dump rumtreibe. (Mit der hoeflichen Bitte um Entschuldigung an Che fuer das D-Wort)
  12. "Lipstick on a pig" ist mein Lieblingsidiom in diesem Zusammenhang. Interessant finde ich diese Erleichterung, in mir und im Pfundkurs, dass "no deal" abgewendet wurde. Das Resultat ist aber eben dennoch ein Brexit, der mir als Erzeurofoederalisten ganz zuwider ist. Diese Erleichterung ist fehl am Platz, aber eben dennoch da.
  13. Ich finde es unerwartet hoeflich, dass Merkel diesem ausschliesslich an GB gerichteten Bloedsinn eine Antwort gewidmet hat. Die hiesige Regierung spricht ja nicht wirklich mit der EU, sie redet nur mit sich selber und ihrem direkten Umfeld. Wer mal schwer verzankte Kinder gesehen hat, der kennt sowas.
  14. Ich finde das ist zu kurz gegriffen, Kreuzberger. Zwei Seelen wohnen, ach, in deren Brust: Die Hinwendung zu den Waehlern, deren Entsandte die Abgeordneten sind, und dann ihre Rolle als Repraesentant des Sovereigns, den sie vor einiger Zeit ersetzten. Das sind seeleninterne Konflikte, die die alle recht persoenlich fuer sich entscheiden muessen.
  15. Che hat schon recht, im Kreise derer, die ich in jeder Hinsicht gerne treffe sind tatsaechlich mehrheitlich Remainer. Er selber ist ja auch darunter. Ich bin ja neben meiner DiL Mitgliedschaft auch Arbeitgeber. Und da beschaeftige ich doch deutlich mehr Brexiters. Dieses "Nein, Dich meine ich natuerlich nicht, wenn ich gegen Migranten bin", das ist mir sehr gelaeufig als keeper of the purse-strings. Ein "geh doch zurueck in das Dreckloch wo Du hergekommen bist", das habe ich nur einmal gesagt bekommen. Jahre spaeter erfuhr ich, dass dieser Mann dann in einem Tankstellenfeuer verbrannte. Einen inhaltlichen Zusammenhang sehe ich da aber nicht.
  16. Die pessimistischeren Ansichten zu unserer Tragoedie kommen oft aus dem Ausland. Im inlaendischen Alltagsleben erlebe ich zahllose vernuenftige Briten, oft auch kluge. Weil die nicht die Entruestung der radikalisierten Tories und Faragisten mitbringen sind die eher sowas wie eine schweigende Mehrheit. Die werfen eben keine Ziegelsteine, sondern schlimmstenfalls mal eine Milchshake. Und das nur selten.
  17. Ich entsinne mich nicht, je einen einen derart vernichtenden Leitartikel im Economist gelesen zu haben wie gestern. Und das ueber den PM wie auch den Oppositionsfuehrer. Eine leere Mitte wie der hier ungewoehnlich breite Freiraum zwischen Tories und Labour schreit geradezu nach einer Macronbewegung. Das ist mit Firstpastthepost aber schwer. Zwar haelt uns dieses Wahlsystem Ukip und die Brexit Partei aus dem Parlament, aber auch die LibDems. Genau verstehe ich die Wahlmathematik dieses Systems nicht. Es heisst, dass ab 25% ein Jackpot anfaengt, man wird mit Sitzen ueberschuettet. Haetten die LibDems eine vage Chance diesen sweet-spot zu erreichen?
  18. Fuer mich hat dieses ueber den Regeln stehen, nach anderen Regeln als das Volk zu handeln, so wie diese Regierung es tut etwas derart widerwaertig elitaer-britisch-aristokratisches an sich, dass ich inzwischen nicht mehr glaube, dass diese britische Tragoedie nur drauf wartet zB auch in Deutschland gespielt zu werden. Im Kampf gegen die Metropoleneliten fallen die No-Dealers genau denen zum Opfer.
  19. Ist mir schwer vorstellbar, dass das offenbar gesprochener Text war. Ist ja selbst in Schriftform ohne Lesegeduld nicht verstehbar.
  20. Die Frage ist gerechtfertigt, Smirnoff, wie wird das UK der EU schaedlicher, draussen oder drinnen? Laut Ivan Rogers, ex EU Botschafter, sagt, als verarmender, freundloser Spielball zwischen Russland, China und den USA ist das UK gefaehrlicher draussen. Drinnen wuerde man zudem mehr Handel und ein Mass an Mitarbeit in der EU erwarten koennen. Und, das erwaehnt er nicht, muessen bei "drinnen" keine EU-Bauarbeiter in dem ebenfalls streit- und zudem historisch bombungsbereiten Irland Grenzbuden aufbauen. Diese Grenzbuden bauen, das ist so ein Job den ich nicht gerne haette.
  21. Ich finde (mit dem benefit of hindsight), es war irgendwie klar, dass das Parlament sich nicht so einfach entmachten laesst. Wie steht Ihr hierzu: Neuwahlen sind von der Regierung erwuenscht, es wird ein unheimlich polarisiender Wahlkampf, der die Spaltung dieses Landes noch stark verschaerft. Mit Corbyn an der Labouspitze hat die Opposition wenig Chancen. Also staerkt eine Wahl die gegenwaertig schwaechelnde Rechte kraeftig.
  22. Es sind Szenarien denkbar, in denen sich dieser Schlaechter Dominic Cummings zum unbeliebtesten Mann der Nation entwickelt. Irgendwann, irgendwie kommt ein Moment, in dem das Land ploetzlich aus seinem Wahn erwacht.
  23. Weil mir selber nicht mehr einfaellt, da werde ich langsam zu so einem Artikelposter, von Zeugs, das Andere geschrieben haben. Ivan Rogers, unser vorletzter EU Botschafter schreibt sehr gekonnt, finde ich: https://blogs.spectator.co.uk/2019/09/ivan-rogers-the-realities-of-a-no-deal-brexit/
  24. Viel des oben als EU Probleme gekennzeichnetetn sind Probleme der westlichen Demokratien und nicht spezifisch fuer die EU. Multinationale Waehrungsraeume gibt es nicht viele auf der Welt. Der Euro hat aber den IntraEU-Handel stark vereinfacht, trotz der Probleme mit den Kacklaendern in der EU. Und nun wird Deutschland offenbar auch langsam vom Sockel des Eurotonangebers und Euroobenhalters gestossen, weil deren Wirtschaft vielleicht zu autolastig ist. Dem russischen Interesse am Zerfall der EU wuerde ich am ehesten zustimmen, die haben durch das Nato/EU mitverursachte Ende des kalten Krieges doch stark gelitten und wurden ziemlich zerrupft.
  25. https://www.theguardian.com/commentisfree/2019/aug/30/sajid-javid-dominic-cummings-prorogation-government Ich erwaehne diesen Marina Hyde Artikel nur, weil diese Dame ganz gut lesbar und recht handfest schreibt. Ich vermute, dass sie in Wirklichkeit nur die Englischuebersetzerin von Texten ist, die aus der Tatstatur von Tinker B. kommen.
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