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Showing content with the highest reputation since 01/06/18 in all areas

  1. 25 points
    Thread des Jahres 2018. Weitere Bewerbungen können nicht mehr akzeptiert werden :-)
  2. 16 points
    Liebe DIL's nach langer und intensiver Jobsuche hat es endlich geklappt und ich kann ab 1. Oktober in Hamburg arbeiten. Ich wollte mich von Euch verabschieden, obwohl ich sicher noch ab und zu hier mal reingucken werde. Vielen Dank fuer viele schoene Jahre des Austausches von sinnvollen und sinnfreien Ratschlaegen und Infos. Ich habe leider keine Ahnung im Moment welche Formulare ich fuer einen Arbeitsanfang in Deutschland brauche, oder ob ueberhaupt, da ich ja seit 5 Jahren nicht mehr gearbeitet habe. Die grosse Unbekannte die mich in Hamburg erwartet wird die Wohnungssuche sein. Vorerst ziehe ich in meine Mutter- WG ein. Das ist zwar ein bisschen eng, wird aber voruebergehend wohl gehen. Und ausserdem bin ich Londoner Quadratmeter gewohnt.? Macht's gut - Auf Wiedersehen und Tschuess ! suoyarvi
  3. 15 points
    Sorry Christian, aber ich nehme an Du lebst nicht in UK? Es handelt sich hier um eine grosse Zahl Deutscher die weit ueber 20 Jahre hier leben und hier zu Hause sind. Diese mal eben mit verlaengerter Unsicherheit dazu zu treiben "in die Heimat" zurueckzukehren ist blauaeugig. Fuer einen single expat der mal eben ein paar Jahre wo arbeitet ist das kein Problem, es geht hier aber um Leute die hier viele Jahre als vollstaendige Mitglieder der Gesellschaft zur economy beigetragen haben, und hier ihren Lebensmittelpunkt haben. Deren existierenden Status jetzt mal ebend zu aendern ist der Punkt, der sichere Hafen (den ich auch nicht mehr fuer allzu sicher halte) ist mir dabei erstmal Schnurz. Und es gaebe sehr wohl die Moeglichkeit, dass die britische Regierung diesen Status jetzt und hier absichern koennte, und zwar nicht nur mit leeren Worten, wie sie es bisher getan hat. Aber diese absolut inkompetenten Vollpfosten auf ihrem internen Kabinettskarusell sind derzeit nichtmal faehig ein paar Wochen ohne Skandal irgendwas hinzubekommen, geschweige denn sich mit der EU Problematik wirklich mal auseinanderzusetzen. Da werden die Scheuklappen immer ein paar Zentimeter tiefer ins Gesicht gezogen, und fertig.
  4. 14 points
  5. 13 points
    So, jetzt habe ich es auch geschafft und bin Staatsbuergerin. Das Foto hat Freunde und Kollegen sehr belustigt und so wollte ich es euch nicht vorenthalten. Vermutlich war gestern mein englischster Tag ever: Affirmation sworn, national anthem sung, then cuppa tea and fancy cakes. Bin jetzt schon froh.
  6. 13 points
    Eben. Und fuer alle die, die hier mal wieder so nett mit "es ist bloed, aber man wird schon eine Arbeits/Aufenthaltsgenemigung bekommen" argumentieren - ich bin hier 1992 in ein Land gezogen, in dem mein Status dem der Briten gleichgestellt war und in dem ich weder eine Aufenthaltsgenehmigung noch eine Arbeitsgenehmigung brauchte. Diesen Status versucht die Regierung nun mit Brexit zu aendern. Einen "gedultet wenn ich positiv beitrage" Status koennen sich die Brexiteers meinetwegen genau dahin stecken, wo er hingehoert.
  7. 12 points
    "Wollt ihr in der EU bleiben?" "NEIIIIN" Wollt ihr einen Soft Brexit?" "NEIIIN" "Wollt ihr einen Hard Brexit?" "NEIIIN" "WAS WOLLT IHR DANN...???" "MAOAM ! MAOAM ! MAOAM! Werbung 80er/90er Jahre neu aufgelegt...
  8. 12 points
    Das ist uebrigens der Blick aus meinem neuen Buero…..
  9. 12 points
    Hallo, in kürze: DIL zieht in den kommenden Wochen auf einen deutschen Server um, das kann 1 bis 2 Tage Auszeit bedeuten. Langfassung: so, mal ein wenig Hintergründe hier über den Umzug von DIL nach Deutschland. Ich bin ja schon seit sehr langer Zeit wieder in Deutschland. Dennoch läuft DIL in den all den Jahren über eine englische Firma und auch auf einem gemieteten Server, der in einem Rechenzentrum in Großbritannien. Die Einnahmen aus Google Werbung und Anzeigen covern so in etwa die Serverkosten, die Software Lizenzgebühren und die jährlichen Kosten des Steuerberaters. Ich bin in meinem echten Leben inzwischen einer der Geschäftsführer eines mittelständischen Großhandel in Hamburg und wir haben auch einer Niederlassung in Großbritannien, die einen höheren einstelligen Millionenbetrag Umsatz macht. Vor einem Jahr bekam unsere englische Niederlassung eine Aufforderung von HSBC, wo wir unser englischen Firmenkonto haben, darzulegen wer "ultimate beneficial owner" denn bei der Firma sein. Obwohl wir relativ einfache Strukturen (Familienunternehmen, deutsche GmbH & Co KG) haben, entwickelte sich das zur echten Plage. Ich kann hier nicht in die Details gehen, aber das war komplex und konnten wir nur Einschaltung externer Berater klären, da man mit der HSBC Abteilung die das begutachtet, nicht direkt sprechen darf. Ja. DARF. Vor drei Monaten bekam ich nun für mein klitzekleines DIL Konto die gleiche Aufforderung. Eigentlich einfach, ich bin eine Person, ich habe eine Steuernummer. Aber nein, reichte nicht. Mit hat nun HSBC mit Frist Januar das Konto gekündigt. Und für die paar Mark, Euro Pfund mache ich mir nicht mehr den Aufriss wie vor einem Jahr. Ich merke mir das für das Firmenkonto... Nun nehme ich das als Anlass, auch die englische Ltd abzuwickeln. Die Auswirkungen des Brexit werden ja Mittelfristig auch die Steuerabkommen beeinträchtigen und und die "Einnahmen" aus DIL sind wirklich zu lächerlich, hier mehr als 5min Stress zu machen. Nun muss man sagen, daß "Her Majesty" die paar Pfund Steuern, die ich bisher bezahlt habe, auch nicht merken wird. Wahrscheinlich war auch bei den der Aufwand höher als die Einnahmen. Ich hatte mir nun überlegt, ob ich DIL ganz dichtmache, weil ich eigentlich echt keine Zeit mehr habe. Auf der anderen Seiten, ist es aber auch ein Teil meines Lebens und da ich ja durch meinen echten Job viel mit UK zu tun habe, habe ich halt nach wie vor den Bezug. Und irgendwie denke ich auch, daß diese Plattform in den kommenden Jahren aufgrund des Brexits (ich gehe ja noch immer von einem harten aus) noch sehr sinnvoll sein wird. Sind halt schwierige Zeiten. Lange Rede, kurzer Sinn: Bankkonto kommt weg Firma wird dicht gemacht Ich ziehe DIL in den nächsten Wochen auf meinen deutschen Server um. Das kann bedeuten, daß DIL für 1 bis 2 Tage nicht erreichbar sein wird. Grüße aus Shanghai
  10. 12 points
    War da heute Nachmittag, der Saal gut gefuellt,schonmal weil die Abendveranstaltung ausgebucht war.Fazit: Genaues weis man nicht.Ohne Deal fallen wir womoeglich in ein schwarzes Loch.Ansonsten, keine Panik! Weil setteld Status kann man erst ab etwa Maerz 2019 beantragen.Dazu braucht man ein Mobile mit Android , also kann ich dann mein I phone wegschmeissen oder nur fuer Whats app und zum telefonieren benutzen.Wer noch keine 5 Jahre hier ist, kann sich eh bis 2020 Zeit lassen.Wer "staying to remain" bereits hat, sollte sich auch um den neuen Status bemuehen, weil der eben besser ist, Familiennachzug z.B..Darbei sogar besser als British Citizenship.Mit dem neuen status muss man denoch ein Jahr warten fuer Citizenship.Um den neuen Status zubekommen, reichen ganz einfach die Nachweise , das man seit 5 Jahren hier ist.Wenn das nicht via HMR oder bei Work&Pension belegt ist, kann man das auch mit anderen Papieren machen. Es gilt auch nicht die 90 Tage frist sondern 6Monate innerhalb von 12, in denen man ausserhalb des UK's sein kann. 90 Tage gelten nur fuer Citizenship.Die muss man jetzt auch nicht unbedingt im Eilverfahren beantragen.Es gilt zwar, das nach Brexit,je nachdem Deal oder Nodeal, man eine Beibehaltungs Genehmigung beantragen muss.Aber erst nach dem Austritt! Jetzt kann man das garnicht, weil es nicht erfoderlich ist.Wer jetzt schon duale Staatsbuergerschaft hat, braucht sich keinen Kopf zumachen.Beim Heimweg, dann die Schlagzeile im Evening Standard: POLL OF POOLS: NOW WE WANT TO STAY IN. Die spinnen, die Briten!
  11. 12 points
    Hm. Da die Polizei ja nicht einmal mehr bei Einbrüchen, Verkehrsunfällen und dergleichen ausrückt, läßt mich das doch etwas am Wahrheitsgehalt zweifeln. Die Geschichte stinkt.
  12. 11 points
    https://en.wikipedia.org/wiki/A._A._Gill Dieser Artikel ist frei erhaeltlich, aus 2016. Grossartig geschrieben, obwohl etwas lang. What did the late A.A. Gill think about Brexit? “It was the woman on Question Time that really did it for me. She was so familiar. There is someone like her in every queue, every coffee shop, outside every school in every parish council in the country. Middle-aged, middle-class, middle-brow, over-made-up, with her National Health face and weatherproof English expression of hurt righteousness, she’s Britannia’s mother-in-law. The camera closed in on her and she shouted: “All I want is my country back. Give me my country back.” It was a heartfelt cry of real distress and the rest of the audience erupted in sympathetic applause, but I thought: “Back from what? Back from where?” Wanting the country back is the constant mantra of all the outies. Farage slurs it, Gove insinuates it. Of course I know what they mean. We all know what they mean. They mean back from Johnny Foreigner, back from the brink, back from the future, back-to-back, back to bosky hedges and dry stone walls and country lanes and church bells and warm beer and skittles and football rattles and cheery banter and clogs on cobbles. Back to vicars-and-tarts parties and Carry On fart jokes, back to Elgar and fudge and proper weather and herbaceous borders and cars called Morris. Back to victoria sponge and 22 yards to a wicket and 15 hands to a horse and 3ft to a yard and four fingers in a Kit Kat, back to gooseberries not avocados, back to deference and respect, to make do and mend and smiling bravely and biting your lip and suffering in silence and patronising foreigners with pity. We all know what “getting our country back” means. It’s snorting a line of the most pernicious and debilitating Little English drug, nostalgia. The warm, crumbly, honey-coloured, collective “yesterday” with its fond belief that everything was better back then, that Britain (England, really) is a worse place now than it was at some foggy point in the past where we achieved peak Blighty. It’s the knowledge that the best of us have been and gone, that nothing we can build will be as lovely as a National Trust Georgian country house, no art will be as good as a Turner, no poem as wonderful as If, no writer a touch on Shakespeare or Dickens, nothing will grow as lovely as a cottage garden, no hero greater than Nelson, no politician better than Churchill, no view more throat-catching than the White Cliffs and that we will never manufacture anything as great as a Rolls-Royce or Flying Scotsman again. The dream of Brexit isn’t that we might be able to make a brighter, new, energetic tomorrow, it’s a desire to shuffle back to a regret-curdled inward-looking yesterday. In the Brexit fantasy, the best we can hope for is to kick out all the work-all-hours foreigners and become caretakers to our own past in this self-congratulatory island of moaning and pomposity. And if you think that’s an exaggeration of the Brexit position, then just listen to the language they use: “We are a nation of inventors and entrepreneurs, we want to put the great back in Britain, the great engineers, the great manufacturers.” This is all the expression of a sentimental nostalgia. In the Brexiteer’s mind’s eye is the old Pathé newsreel of Donald Campbell, of John Logie Baird with his television, Barnes Wallis and his bouncing bomb, and Robert Baden-Powell inventing boy scouts in his shed. All we need, their argument goes, is to be free of the humourless Germans and spoilsport French and all their collective liberalism and reality. There is a concomitant hope that if we manage to back out of Europe, then we’ll get back to the bowler-hatted 1950s and the Commonwealth will hold pageants, fireworks displays and beg to be back in the Queen Empress’s good books again. Then New Zealand will sacrifice a thousand lambs, Ghana will ask if it can go back to being called the Gold Coast and Britain will resume hand-making Land Rovers and top hats and Sheffield plate teapots. There is a reason that most of the people who want to leave the EU are old while those who want to remain are young: it’s because the young aren’t infected with Bisto nostalgia. They don’t recognise half the stuff I’ve mentioned here. They’ve grown up in the EU and at worst it’s been neutral for them. The under-thirties want to be part of things, not aloof from them. They’re about being joined-up and counted. I imagine a phrase most outies identify with is “women’s liberation has gone too far”. Everything has gone too far for them, from political correctness — well, that’s gone mad, hasn’t it? — to health and safety and gender-neutral lavatories. Those oldies, they don’t know if they’re coming or going, what with those newfangled mobile phones and kids on Tinder and Grindr. What happened to meeting Miss Joan Hunter Dunn at the tennis club? And don’t get them started on electric hand dryers, or something unrecognised in the bagging area, or Indian call centres , or the impertinent computer asking for a password that has both capitals and little letters and numbers and more than eight digits. We listen to the Brexit lot talk about the trade deals they’re going to make with Europe after we leave, and the blithe insouciance that what they’re offering instead of EU membership is a divorce where you can still have sex with your ex. They reckon they can get out of the marriage, keep the house, not pay alimony, take the kids out of school, stop the in-laws going to the doctor, get strict with the visiting rights, but, you know, still get a shag at the weekend and, obviously, see other people on the side. Really, that’s their best offer? That’s the plan? To swagger into Brussels with Union Jack pants on and say: “ ’Ello luv, you’re looking nice today. Would you like some?” When the rest of us ask how that’s really going to work, leavers reply, with Terry-Thomas smirks, that “they’re going to still really fancy us, honest, they’re gagging for us. Possibly not Merkel, but the bosses of Mercedes and those French vintners and cheesemakers, they can’t get enough of old John Bull. Of course they’re going to want to go on making the free market with two backs after we’ve got the decree nisi. Makes sense, doesn’t it?” Have no doubt, this is a divorce. It’s not just business, it’s not going to be all reason and goodwill. Like all divorces, leaving Europe would be ugly and mean and hurtful, and it would lead to a great deal of poisonous xenophobia and racism, all the niggling personal prejudice that dumped, betrayed and thwarted people are prey to. And the racism and prejudice are, of course, weak points for us. The tortuous renegotiation with lawyers and courts will be bitter and vengeful, because divorces always are and, just in passing, this sovereignty thing we’re supposed to want back so badly, like Frodo’s ring, has nothing to do with you or me. We won’t notice it coming back, because we didn’t notice not having it in the first place. Nine out of 10 economists say ‘remain in the EU’ You won’t wake up on June 24 and think: “Oh my word, my arthritis has gone! My teeth are suddenly whiter! Magically, I seem to know how to make a soufflé and I’m buff with the power of sovereignty.” This is something only politicians care about; it makes not a jot of difference to you or me if the Supreme Court is a bunch of strangely out-of-touch old gits in wigs in Westminster or a load of strangely out-of-touch old gits without wigs in Luxembourg. What matters is that we have as many judges as possible on the side of personal freedom. Personally, I see nothing about our legislators in the UK that makes me feel I can confidently give them more power. The more checks and balances politicians have, the better for the rest of us. You can’t have too many wise heads and different opinions. If you’re really worried about red tape, by the way, it’s not just a European problem. We’re perfectly capable of coming up with our own rules and regulations and we have no shortage of jobsworths. Red tape may be annoying, but it is also there to protect your and my family from being lied to, poisoned and cheated. The first “X” I ever put on a voting slip was to say yes to the EU. The first referendum was when I was 20 years old. This one will be in the week of my 62nd birthday. For nearly all my adult life, there hasn’t been a day when I haven’t been pleased and proud to be part of this great collective. If you ask me for my nationality, the truth is I feel more European than anything else. I am part of this culture, this European civilisation. I can walk into any gallery on our continent and completely understand the images and the stories on the walls. These people are my people and they have been for thousands of years. I can read books on subjects from Ancient Greece to Dark Ages Scandinavia, from Renaissance Italy to 19th-century France, and I don’t need the context or the landscape explained to me. The music of Europe, from its scales and its instruments to its rhythms and religion, is my music. The Renaissance, the rococo, the Romantics, the impressionists, gothic, baroque, neoclassicism, realism, expressionism, futurism, fauvism, cubism, dada, surrealism, postmodernism and kitsch were all European movements and none of them belongs to a single nation. No time for walls: the best of Europe, from its music and food to IM Pei’s pyramid at the Louvre, depends on an easy collision of cultures There is a reason why the Chinese are making fake Italian handbags and the Italians aren’t making fake Chinese ones. This European culture, without question or argument, is the greatest, most inventive, subtle, profound, beautiful and powerful genius that was ever contrived anywhere by anyone and it belongs to us. Just look at my day job — food. The change in food culture and pleasure has been enormous since we joined the EU, and that’s no coincidence. What we eat, the ingredients, the recipes, may come from around the world, but it is the collective to and fro of European interests, expertise and imagination that has made it all so very appetising and exciting. The restaurant was a European invention, naturally. The first one in Paris was called The London Bridge. Culture works and grows through the constant warp and weft of creators, producers, consumers, intellectuals and instinctive lovers. You can’t dictate or legislate for it, you can just make a place that encourages it and you can truncate it. You can make it harder and more grudging, you can put up barriers and you can build walls, but why on earth would you? This collective culture, this golden civilisation grown on this continent over thousands of years, has made everything we have and everything we are, why would you not want to be part of it? I understand that if we leave we don’t have to hand back our library ticket for European civilisation, but why would we even think about it? In fact, the only ones who would are those old, philistine scared gits. Look at them, too frightened to join in.” ........................................ A.A Gill. The Times. 2016
  13. 11 points
    Nach dem ganzen negativen (was ich ja durchaus verstehe) auch mal als Ausgleich die andere Sichtweise: Ich arbeite an der Uni, und da ist das Leben hier viel besser. In Deutschland gibt es unbefristete Stellen im Prinzip nur noch auf Professoren-Ebene, alles davor ist befristet. Wenn man jung ist, ist das spannend, aber wenn man Familie bekommt von 2-jahres Vertrag zu 2-jahres Vertrag durchhangeln, jedesmal in eine andere Stadt? Wenn beide Partner in der Forschung sind, kenne ich eigentlich nur Fernbeziehungen, auch wenn dann Kinder da sind. Nein Danke. Hier in UK gibt es unbefristete Stellen ab dem Zeitpunkt der Dissertation/post-doc Zeit. Die Universitätendichte ist viel höher und wenn man kein Karriereüberflieger ist bekommt auch ein "Forschungs-Ehepaar" Stellen die ein Zusammenwohnen erlauben. Andere "Kleinigkeiten" die ich nicht mehr missen möchte: - Unserer Familie gefällt die britische Mentalität besser als die Deutsche (Deutsche Blockwartmentalität) - Der Umgang und Umgangston ist freundlicher. Ja, oft geheuchelt, aber oft auch nicht. Vor allem in Kindergarten und Schule zu merken. Deutlich mehr Gewicht auf "gutes Sozialverhalten" - Das Wetter! Ehrlich :-) In Deutschland manchmal 2-3 Wochen eine homogene graue Wolkendecke, hier an 99.9% der Tagen mindestens einmal kurz blauer Himmel sichtbar. Tut meiner Psyche gut. - Schule fängt erst um 9am an. Tut unserer Tochter sehr gut (ist ja nach wissenschaftlicher Meinung auch besser für Kinder) - Schule bis 3.20pm ist für uns die perfekte Mischung dass meine Frau super halbtags arbeiten kann, aber die Kinder nicht den ganzen Tag weg sind. - Meine Frau ist Linkshänderin und ihr liegt der Linksverkehr deutlich besser - Ich mag es dass die Geschäfte an Wochenenden geöffnet haben - Bislang noch absolut NULL Anfeindungen, dumme Kommentare, o.ä. - ... Ja, ich weiss das hier nicht alles rosig ist. Aber in der Summe mögen wir England *deutlich* lieber als Deutschland. Kinder sind hier eingeschult, vor 2.5 Jahren Haus gekauft, in Deutschland würden weder ich noch meine Frau einen festen Job finden, v.a. nicht am gleichen Ort. Daher: Wir bleiben hier! :-) Wird schon werden... viele Grüße, Andre
  14. 11 points
    Glaub mir, ich kann deine Gedanken gut verstehen, denn es geht mir genauso. Meine letztendliche Entscheidung, zu gehen (ich bin nach 25 Jahren England nun 2 Monate wieder in D) basiert auf folgendem Gedankengang: Brexit kommt. Wenn er da ist, rutscht alles mögliche im Land in den Keller, angefangen mit der Wirtschaft, und zieht alles mögliche finanziell mit. Das bedeutet auch mehr gesellschaftlich/sozialen Druck, vom NHS ganz zu schweigen. Ich bin jetzt 60 und mittelmässig un/gesund; die nächsten 10 Jahre sind vermutlich die letzten wirklich 'guten' (muss nicht sein, aber kann gut). Das UK wird, denk ich mal, 10-15 Jahre brauchen, um sich nach der dieser politisch/wirtschaftlichen Selbstverstümmelung wieder einzupendeln und aufzuschwingen. Will ich meine letzte gute Zeit in dieser Situation verbringen und will I stll care by the time it rights itself. Die Antwort war NEIN. Ich verplempere eine Menge Geld, das für später gedacht war, auf Umzug und Aufbau meiner nächsten Lebensphase, mache eine Ausbildung und hoffe, danach wieder etwas zu verdienen, zumindest als contribution to the overhead. Die Alternative ist nur britische Staatsbürgerschaft und aussitzen. Ich habe nun mehrfach hier (D) Erwartungen gehört, dass das Pfund mit Brexit schlagarting novhmal 20% an Wert verlieren wird - etwas, das der deutschen Industrie Sorgen macht. Wenn man also vorhat, sein Leben aus UK abzuziehen, dann ist eine gewisse Eile geboten. Hauspreise werden sicher auch nicht besser werden. - Ich sage das nicht, um schwarz zu malen, sondern wril ich es für ein realistisches Szenario halte. In meinem Fall hat mich die Ausbildung in eine Ecke Deutschlands verschlagen, in der ich langfristig nicht bleiben will, was bedeutet, dass ich auch noch Geld an Miete verschwende. Viele hier und in der Facebook Rückwanderergruppe haben aus dem Stand in D Ein Haus gekauft, was ich ohne meine Lehre auch machen würde, um sozusagen so nahe an meine UK Ausgangsposition zu kommen wie möglich - and take it from there. Deutschland ist inzwischen auch verdammt anders geworden und ich finde vieles, das ich im UK kopfschüttelnd beobachtet hatte, nun auch in D - angefangen mit Ärztemangel und Pflegenotstand! Sign of the times, wie es aussieht. Aber ich fühle mich sicherer, habe festen Boden unter den Füßen, muss mir nicht anhören, wie Rees-Mogg et al über meine Deportation (passiert nicht, weiss ich, aber trotzdem) fantasiert. Der Plan ist für mich stabilisieren und durchmauscheln, auch finanziell. Wird schon irgendwie. Irgendwas geht immer. Keine Ahnung, ob dir das hilft bei deiner Entscheidungsfindung but there you are. Suse
  15. 11 points
  16. 11 points
    puhh. Also ich bin ja in meinem Real Life Geschäftsführer eines der größten europäischen Anbieter von Motorradersatzteilen mit Niederlassungen in mehreren Ländern (u.a. UK). Wir machen auch Autoteile, aber nicht in UK. Logistik Prozesse sind unser (mein) täglich Leben. Mir als großer Player kann das relativ egal sein, welche Lösung kommt. Abbilden kann ich die. Wir haben eine gute Stammdatenpflege, wir kennen Maße, Gewichte, Zolltarifnummern und Ursprungsland unserer > 300.000 Artikel. Aber, Prozesse kosten Geld und Zeit. Indien hat ja 2016/2017 sein Steuersystem umgestellt und seit dem Zeitpunkt wird dort jede (!) Sendung inspiziert. Da wird jede TNT Luftfrachtsendung um ca. 2 Wochen verzögert. Ergebnis: Kosten & massive Verzögerung Nehmen wir die Schweizer Lösung, dann wird ja Zoll auf das Gewicht fällig. Die Zollgebühren (Vorlageprovision etc) kosten bei jeder Sendung (wir nehmen TNT als Dienstleister) einen zweistelligen Euro Bereich. Die Kosten werden letztendlich natürlich weitergeleitet. Ergebnis: Kosten & leichte Verzögerung Kleinere Firmen können das im Regelfall nicht konform leisten. Entweder die mauscheln unter einer gewissen Entdeckungsschwelle rum, oder die müssen massiv in Daten und Prozesse investieren. Da es keinen lokalen Fertigungsmarkt für Auto- und Motorradteile gibt (Zusammenbau JA, Fertigung nur eingeschränkt) wird jeder mittel/harte Brexit kleinere Firmen einschränken und die großen (in unserem Markt gehören wir dazu) werden größer. Ob das so gewollt ist, wage ich zu bezweifeln. Thema Export: Wir waren im Zuge der Brexit Vorbereitung u.a. bei Honda UK. Deren meist produziertes Auto (Civc oder so) geht überwiegend in die USA und ist dort von Zoll befreit, da es zu 2/3 in der EU produziert wird. Das ist nach dem Brexit nicht mehr der Fall und bis eine neue Regelung vorhanden ist, werden Monate wenn nicht Jahre vergehen. Fazit: jede Art von Verzollung hat unabhängig von der eigentlichen Höhe des Zolls massive Auswirkung auf die Logistik Prozesse und dieses führt immer (!) zu höheren Kosten. Diese werden natürlich auf den Abnehmer und damit letztendlich auf die Endkunden umgelegt. Anmerkung: aktuell gehen wir davon aus, daß die umsatzsteuerbefreite Lieferung wegfällt. Das bedeutet, daß die englischen Firmen selbst bei einem Zollsatz von 0% die Mehrwertsteuer beim Import zahlen muss. Das werden sich viele Firmen (die meisten) aufgrund der Cash Flow Situation nicht leisten können.
  17. 11 points
    Wir sollten öfters reden.
  18. 10 points
  19. 10 points
    Hach, wenn es nicht so furchtbar armselig waere, wuerde ich sagen Westminster ist echt die lustigste Show im Fernsehen diese Woche. Ich bin seit letztem Jahr fast jeden Tag in Westminster, aber diese Woche toppt es echt. Da hat niemand mehr nen Plan, jeder fuer sich selbst und nach ihm/ihr die Sinnflut, aber alle sind so mediengeil, dass College Green schon ueberquellt. So viel Inkompetenz, blinde Eitelkeit, Genussdrang und offensichtliches 'in die eigene Tasche wirtschaften', gekoppelt mit so wenig Interesse am eigenen Land, dem Wohl der Bevoelkerung, Wirtschaft und Zukunft der Gesellschaft wir von dieser bestehenden Regierung und ihren Randfiguren (JRM ist eine Randfigur und wird es immer bleiben, der wuerde als PM keine 6 Monate alt) habe ich lange nicht gesehen. Das toppt die meisten noch so chaotischen italienischen Regierungen der letzten 20 Jahre. Labours Spitze sind kaum besser. Und die Lib Dem Spitze ist mal eben abwesend, wenn es darum geht ein amendmend per Wahl im Unterhaus abzuwehren. Keiner, wirklich keiner dieser 'Volksvertreter' macht auch nur den geringsten Versuch, den Karren aus dem Sumpf zu ziehen, bevor hier echt die K*cke komplett am dampfen ist. Stiff upper lip my arse....dieses Land hat einfach keine balls mehr. Pathetic! John Major's Aussage 'Teresa May's bastards are far more dangerous than mine', vorhin im Interview mit Peston sagt eigentlich alles. They might be more dangerous, but they're still bastards. Zeit das eigene Kapital aus Grossbritannien ins Trockene zu schaffen, me ffinks.
  20. 10 points
    ich hab jetzt 24 Stunden drauf rumgedacht. Boris ist jetzt erstmal raus. Der hat ja schon das erste Mal gekniffen, als klar wurde, dass er richtig was tun muss. Auch wenn es eigentlich eine ideale Zeit fuer einen Coup waere, weil er sich theoretisch 4 Jahre keiner Wahl stellen muesst, glaube ich nicht, dass er sich Brexit ans Bein binden will. Darueber hinaus WILL er Brexit ja EIGENTLICH auch nicht (das ganze Geschwafel vom Brexit Dream...jaja, genau das war's doch auch immer, Hirngespinste halt) JRM ist zwar ganz versessen darauf, dass alles wieder so wird wie es frueher nie war, aber ich glaube, der ist selbst den Tories zu bonkers. Und das weiss er auch. Theresa May muss doch jetzt eigentlich nur Raab impfen. Sie hat ja schon klargemacht, dass es ihr jetzt wirklich um das geht, was das beste fuer's Land ist, und das ist nun mal ein softer Brexit. Angesichts der Tatsache, dass das Referendum-Ergebnis ja fast 50:50 war koennen dann auch die Brexiteers mal von ihrem hohen "will of the people"-Ross runterkommen. Softer Brexit ist fuer alle. Man muss nicht auf fast 50 Prozent des Landes scheißen. Wenn sie also vor der jetzt ja schon hysterisch kreischenden Krawallpresse nicht wieder einknickt, kann ich mir durchaus vorstellen, dass sie das jetzt auch durchzieht. Ich waere erstaunt, wenn es wirklich zu einem Misstrauensvotum kommt. Dafuer fehlt den ueblichen Verdaechtigen trotz lauten Getrommel glaub ich die Mehrheit - weil niemand den potenziellen Nutzniessern der ganzen Geschichte traut. Gut moeglich, dass ich unrecht habe. In der Zwischenzeit zieht unser neuer Aussenminister ruhig an der Innenbahn vorbei. Ich bin mir sicher, dass er letztlich Theresa May ersetzen wird. Aber das dauert bis nach Brexit. God, I hate the Tories. In der Zwischenzeit wacht das Ding aus dem Sumpf wieder auf, wie ein Onkel, der versprochen hatte, sich auf der Hochzeit DIESMAL WIRKLICH nicht zu betrinken und jetzt, um drei Uhr Morgens sturzbesoffen die genervte Barfrau zulallt: Farage will Brexit retten. Gute Nacht.
  21. 10 points
    Lux PM Bettel: "They were in with a load of opt-outs. Now they are out, and want a load of opt-ins.”
  22. 10 points
    Ich habe keine Angst vor'm Schnee. Vor'm "Beast from the East". Hauptsache, es ist genug Klopapier da! - Falls jemand das Klopapier sucht... Das ist alles auf unserer Personaltoilette.
  23. 10 points
    Ich arbeite hier als Sozialarbeiterin fuer die Stadt bei einem Erstaufnahmeteam. Wir bekommen viele Ueberweisungen fuer Care Act assessments auch fuer Menschen mit Autismus und arbeiten eng mit betreutem Wohnen zusammen. Ich kann Dir nur raten: lass es sein! Das Sozialsystem ist hier extrem am Boden und es gibt ewig lange Wartelisten. Im Bereich Autismus gibt es jetzt in unserem Londoner Borough ein Pilotprojekt, aber die Wartezeiten zB fuer diagnostische Assessments sind ca 18 Monate. Bessere Fortsetzung als in D bekommst Du hier bestimmt nicht.
  24. 10 points
    Wenn meine Antwort darauf jetzt zum rant wird, dann tut mir das wirklich leid - nur schon mal im Voraus! Ich arbeite selber für das NHS und bin auch ziemlich stolz darauf und identifiziere mich mit der Grundidee vom NHS. Jedoch ist das mit der Finanzierung schon seit Jahren nix neues. Viele Gelder werden gekürzt aber die Patienten werden ja auch nicht weniger: im Gegenteil! Wir leben alle länger und ganz besonders auch weil long term chronic conditions mittlerweile besser behandelt werden können. Das ist wirklich super, was wir mittlerweile so alles behandeln können aber keiner will dafür zahlen! Es wurden auch schon öfters mal Umfragen gestartet und viele Bürger sagen ja auch, dass sie gerne mehr an NI zahlen würden so lange es an das NHS geht. Wenn es dann immer heißt, wir als Regierung geben diesen Monat mal eine extra million an das NHS muss ich lachen..das reicht für evtl eine Woche um alle Diabetiker zu behandeln! Jedoch kommt dazu, dass viele Jobs mittlerweile an den private sector kontraktiert werden, sodass sich die Regierung nicht darum kümmern brauch - aber die wollen natürlich auch etwas mehr Geld dafür sehen. Managers wechseln auch dauernd - nur als Beispiel: in meinem Trust sind wir seid Frühjahr 2017 schon beim 3ten interim Chief Exec! Meine Station selber sollte im Oktober 2017 erweitert werden..das würde nun auch schon 4 mal verschoben und soll nun dieses Jahr im Juni passieren - Zeit ist Geld! In unserem Schwesternkrankenhaus haben sie vor ein paar Jahren erweitert aber auch nur so viele Leute angestellt wie sie "theoretisch" gedacht nur brauchen würden (wozu braucht man Schwestern, Pfleger und Doktoren?!)...jetzt haben sie zu viele sehr kranke Patienten aber nicht die Leute um sie zu pflegen.... Vom Geld her wird das NHS auch massiv ausgenutzt. ZB kann man doch im Boots für 30 pence eine Packung Paracetamol kaufen - genial! Wollen wir mal raten wieviel die Pharmakozerne vom NHS für eine Packung verlangen?! Bis zu 5£! Mehr muss ich dazu nicht sagen. Dazu kommt wie auch schon in dem Artikel angesprochen der Brexit! Viele EU Bürger arbeiten im NHS aber sind sich hier einfach nicht mehr gewiss! Habe mich neulich mit einer deutschen Schwester unterhalten und er ist sich genauso seiner Zukunft ungewiss wie ich: bleiben oder gehen? Wir haben beide unsere Ausbildung hier gemacht! Man versucht jetzt immer noch verstärkt Leute aus Italien, Portugal und Spanien zu rekrutieren mit auch sehr unrealen Versprechungen. Viele von ihnen werden auch nicht sprachlich unterstützt, was nicht nur frustrierend für die Patienten ist sondern auch für die Person selber und manchmal muss man sich dann fragen ob noch Patient and Staff Safety gewährt ist. Viele Briten gehen auch verstärkt nach Australien oder Neuseeland, weil die eine bessere Work Life Balance anbieten...wenn man bedenkt, dass ein junior doctor weniger verdient als eine neu qualifizierte Schwester und dann noch nebenbei Lehrgänge aus eigener Tasche bezahlen muss, kann man nix gegen sagen. Ich selber als Schwester stehe auch voll und ganz hinter unseren junior doctors. Und noch kurz als letzten Punkt: es gibt nicht mehr viele die als GP arbeiten wollen, was ich auch wieder voll verstehen kann. Es gibt für sie von oben nicht genug Unterstützung für die workload. Allerdings gibt es auch zu viele die zB in die Notaufnahme rennen wobei sie einfach mal die helpline anrufen könnten oder wirklich nur einfach Paracetamol nehmen könnten: ich hatte selber schon Patienten die über Bauchschmerzen klagen und ins Krankenhaus kamen...als diese dann meinten, dass sie schon seid 3 Tagen nicht mehr richtig auf Toilette waren hatte sich die Sache auch geklärt! (Ist ein extremes Beispiel aber wahr). In Liverpool und Newcastle gibt es mittlerweile umgebaute Busse, die nachts die ganzen Betrunkenen aufnehmen, damit diese nicht alle in die Notaufnahme gehen zum sober werden - free of charge weil es auf das NHS geht! Kann sich denn da ein normal Bürger über solchen service beschweren?! Ist leider ein bischen lang geworden, aber dies ist noch die Kurzversion! Ich liebe das NHS und habe auch selber einen Job im NHS im Gegensatz zum Privatkrankenhaus in Harley Street vorgezogen! Nur so viel zu Theresa May's "there no magic money tree" es sei denn man will sich die Stimme der Nordiren kaufen! Aber sicherlich werden andere Leute auch noch eine Meinung dazu haben.
  25. 9 points
    Ich kann als FDP Wähler mit der SPD nichts anfangen, allerdings würde ich Kühnerts Unfug nicht der SPD zuschreiben wollen, er bekommt nicht grundlos auch genug Gegenwind aus den eigenen Reihen. Lasst ihn halt reden, er erschwert allenfalls seine eigene spätere Politikarriere in der Partei, falls er eine haben sollte. Grundsätzlich sehe ich diese Debatte, oder auch die Deutsche Wohnen Enteignungsdebatte in Berlin wie übrigens auch Brexit, nach dem Prinzip, dass jeder der etwas ändern will, begründen können muss, warum und was dies bringen soll. Einfach nur irgendeiner Ideologie zu folgen, bedient dann allenfalls ein Bauchgefühl. Bei diesen Kollektivierungs- oder Enteignungsdebatten, ist das Bauchgefühl wohl zu beschreiben mit „da ist irgendwas ungerecht“. Das mag es sogar sein, diese Vorschläge lösen aber das Problem nicht. Wir reden von Enteignung, präzisiert ist es aber eine Wegnahme gegen Entschädigung. In all diesen Fällen, egal ob BMW oder Deutsche Wohnen, also eine massive Steuergeldverschwendung. Den Marktwert von BMW können wir an den Aktien ablesen. Immobilien in Berlin werden zunehmend über den Daumen gepeilt mit rund 30-35-fache erzielbarer Jahresmiete ausgehend vom aktuellen Marktpreis bewertet. Das Verfahren dauert Jahre, würde wohl eh zu nichts führen außer Investoren abzuschrecken, schlussendlich aber, könnte man mit dem Geld zweifelsfrei besseres anfangen, z.B. gleich Wohnungen bauen (vorausgesetzt, man macht es nicht wie beim BER, sonst sind das nachher Sozialbauten mit einem m² Preis von Monte Carlo nur ohne Blick auf Casino und Mittelmeer). Übrigens kostet das Bauen in Berlin und Brandenburg mittlerweile durchschnittlich über 3000 € pro Quadratmeter (teilweise mal um rund 500 € in 2 Jahren gestiegen) und das ist nicht der Spekulation um Grundstückspreise geschuldet, sondern schlichtweg Wärmedämmung, Brandschutz, viele Fachleute für immer mehr Spezialitäten am immer komplexer werdenden Bau, Haustechnik, Schallschutz, Arbeiter, Gerüstbau, Beton und Bitumenpreise. Nein, ich rede nicht von Luxus oder Penthouse Flats am Prenzlauer Berg und Mitte, 3000 € pro Quadratmeter für modernen Standard (Entnommen einem Berlin/Brandenburgischem Bauverband). Alleine die letzte Änderung der ENEV hat die Preise um rund 7 % angehoben (das ist der Beitrag deutscher Mieter zur Energiewende). Wer da nach dem Bau von sozialverträglich bepreistem Wohnraum fragt und den Sündenbock bei Spekulanten sucht kann nicht rechnen. Diese 3000 € müssen durch Miete wieder rein kommen, das kann nicht durch 7 € pro m² und Monat geschehen UND DA IST ES EGAL, WEM DIE HÜTTE GEHÖRT. Dennoch würde der Bau aber helfen, denn es konkurriert in den Großstädten, da nehmen sich Berlin und London nicht viel, jeder mit jedem um denselben Wohnraum, der Vermieter passt sich dem Bedarf an und modernisiert, um die besten Mieter abzubekommen, auf der Strecke bleiben Normalverdiener und alles darunter. Der Neubau nimmt daher in jedem Fall Druck vom Markt. Was machen wir stattdessen? Wir führen Debatten darüber, wem der Bestand gehören soll, die sehr nach Klassenkampf, Sündenbock und Neid stinken und Anwohner wollen keinen Neubau, weil schon jetzt zuwenig Kitas da sind. Tja, so wird das dann nichts. Als Vermieter sag ich schonmal Danke für die nächste Mieterhöhung, die bekomme ich pünktlich alle 15 Monate durch. Übrigens hat die Wohnungsnot nur begrenzt mit Zuwanderung zu tun, die Urbanisierung nimmt in Deutschland so wie überall anders auch zu (die Bevölkerungszahl weist keinen starken Anstieg auf), das ist eine überwiegend wirtschaftliche Folge. Die Produktion nimmt ab bzw. braucht weniger Muskel und die Bildung wird wichtiger, diese Arbeitsplätze sind in den Städten, nicht in Fabriken im Ruhrpott und es ist nicht nur „billiges Geld“, das hat nämlich primär erstmal den Kaufpreis gehoben, weil es die Finanzierung erschwinglicher machte, es haben seit der Finanzkrise auch die Studentenzahlen zugenommen – die jungen Leute sind nicht blöd, die wissen, dass das Geld morgen mit dem Kopf gemacht wird und nicht in einem wirtschaftlich krepierendem Rustbelt voll von degenerierten Trumpern in den USA, Brexshittern in UK oder Alternative für faschistische Debilen Wähler in Teilen Deutschlands. Nebenbei bemerkt, wird der größte Anteil verfallenden Wohnraums in Deutschland nicht auf Spekulanten entfallen, sondern auf zerstrittene Erbengemeinschaften, aber die sind eben kein so toller Sündenbock. Als jemand der regelmäßig für Zwangsversteigerungen nach Deutschland fliegt, um sich kapitalistisch durch die Schaffung/Erhaltung/Rückgewinnung von Wohnraum im Bestand zu bereichern, ist das sozusagen mein Spezialgebiet. Unbequem aber wahr, auch die vielen Rentner in Deutschland, die nach Auszug der Kinder in viel zu großen Wohnungen leben geblieben sind, stehen einer gerechten Nutzung des vorhandenen Wohnraums im Wege. Junge Familien ziehen ihren Nachwuchs in 40 m² ohne Kinderzimmer auf. Darüber zu sprechen traut sich natürlich keiner, die guten Wähler! Es sind kapitalistische Wohnungsunternehmen in Nürnberg und anderswo die derweil Wohnungstauschaktionen anregen, auch unternehmensübergreifend, keine einzige Partei, egal ob sie Sozial im Namen mit sich rumschleppt oder nicht, trägt irgendetwas dazu bei. Übrigens, wer an BMW teilhaben will, der kann sich Aktien kaufen, auch ohne auf Juso Kevins Tagträume zu warten. Sorry, ist etwas lang geworden.
  26. 9 points
    Mir gehen ganz ehrlich gesagt diese staendigen 'es wird Aufstaende geben' Panikschreie auf den Geist. (nicht Deine CVC, sondern die der diversen Brexiteers und der ihnen nachplappernden Presse). Wer genau wird denn auf die Barrikaden gehen? Die grossen britischen Staedte, wo es bekanntermassen das groesste potential fuer 'Barrikaden' Populisten gaebe, haben alle remain gewaehlt. Also - die Fischer in Nordengland, auf den Barrikaden am Strand? Die middle-aged-middle-class Brigade in Cornwall/Gloucestershire in ihren designer wellies? Die ehemaligen Stahlarbeiter und Kleinstadt X, die auf die Strasse gehen und dann die Reste ihrer nicht mehr vorhandenen High Street anzuenden. Versteh mich nicht falsch, ich hab ne Menge Respekt fuer Stahlarbeiter als Ruhrgebietskind, aber werden die den Ford Fiesta des Nachbarn anzuenden, oder den lokalen Poundland pluendern? Wirklich? Und dabei "The Will of the People" rufen?? Die mit viel Geld und einem grossen Kontingent an bezahlten football hooligans aufgepeppelten far right demos alle 2-4 Wochen in Whitehall sind ein Witz und enden in der Regel jedes Mal wenn mehr als 50% der Teilnehmer die 4 Bierdose geleert haben und dann im Red Lion verschwinden. Die Gewalt geht da immer nur von diese Miet-Hooligans aus. Ich scherze nicht, ich war bei fasst allen (nicht als Demonstrantin, I hasten to add). Die gestrigen Zahlen bei der Demo in central London hatten erheblich mehr Gegen-Demonstranten als Leave Demonstranten. Die brave Buerger Demos der leavers sind non-violent (aka die Leute die seit eingen Wochen ab und an bei College Green die Remainers von Sodem Gesellschaft leisten). Waehrend Sodem aber seit 2 Jahren Mo-Fri (bzw. jetzt Do) jeden Tag mit Leuten dort steht, haben sich die leaver demos, inklusive ihres leeren Doppedecker Busses der seit 2 Wochen durch Westminster kreuzt, immer von etwa 25-30 zwischen 10am-2pm reduziert auf etwa 10 bei 3 pm, und um 4 war keiner mehr da. Wenn es regnet, sind schon um 12 nur noch 5 Leave Leute da. Und das trotz richtig Kohle, die in die leave Demos geht. Ditto jegliche Aktionen von Herrn Farage (leere Busse in der Provinz mit Farage, anyone?) Wo also genau werden diese Ausschreitungen stattfinden, und wer wird ausschreiten? Ein zweites 2011 - ja vielleicht. Die Zahl der Miet-Hooligans ist recht begrenzt. Natuerlich ist es durchaus moeglich, dass ein Zurueckziehen von Art 50 oder eine People's Vote mit Remain Ausgang als Ausrede benutzt wird, um mal wieder richtig draufzuschlagen - von denjenigen, die das eh vorhatten/mal wieder gerne machen. Die sind dann aber ausserhalb des Leave camps und deren demografischer Waehlerschaft. Und wenn ein Land mit dem Potential zu Ausschreitungen der Art (ich denke durchaus das die jungen, unterprivilegierten Leute mit Gewaltpotential aehnliches tun koennten wie nach den Ausschreitungen hier in 2011) nicht anders umgehen kann, als sich ins Schneckenhaus zu verkriechen, ist das nicht etwas armselig? Und sollte UK als Land sich von dieser Angst leiten lassen? Angst vor Alibi-Taetern, die nur nach einem Grund suchen, ihr Gewaltpotential auszuleben? Dafuer das Wohl des Landes riskieren? Oder sollte UK vielleicht die Gruende des Gewaltpotentials noch mal unter die Lupe nehmen und Gegenarbeit leisten, bzw. im Zweifelsfall dabei konsequenter durchgreifen? Finally - Wenn Brexit durchgeht und hier die Kacke wirtschaftlich anfaengt zu dampfen, wird das Risiko fuer 2011 Aehnliche Ausschreitungen mit Sicherheit nicht geringer sein. My 2p. Back off to Westminster. (das gerade evakuiert wurde wegen Feueralarm, yay!)
  27. 9 points
    Ich verfolge jetzt nicht so genau die Kostenentwicklung des Britenpasses, aber von einem einfachen Standpunkt der Risikovermeidung schätze ich macht es mehr Sinn sich den Mist anzutun als es nicht zu machen, zumindest wenn man hier bleiben will. Weder werden Ausländer demnächst oder langfristig mehr Rechte bekommen als jetzt, noch werden die Kosten für die Einbürgerung fallen. Ebenso kann man sich derweil noch sicher sein seinen Deutschen Pass behalten zu können und vollkommen egal wie man zum UK oder zu Deutschland steht, zwei Pässe sind auch eine Versicherung für die Zukunft. Es braucht schließlich ja nur ein Referendum um die politische Stabilität und Planungssicherheit ins Klo zu spülen.
  28. 9 points
    naja, für Unternehmen ist keine Einigung schlechter als eine schlechte Einigung, da Du dann nach wie vor keine Planungssicherheit hast. Und als Unternehmer brauchst Du halt eine Grundlage auf denen Du die kommende Geschäftsentwicklung planen kannst. Wir haben ja einen Niederlassung in Corby, Umsatz im mittleren bis höheren einstelligen Millionenbereich. Nichts großes, aber auch keine Pommesbude mehr. Da das unser Logistikstandort für UK ist, kann ich auch nicht ohne weiteres schliessen. Aber: was mach ich nun? Wie lange wird in Zukunft die Lieferzeit dauern? (Aktuell 2 bis 3 Tage von Hamburg) welche Auswirkung hat den Lagerbestand den ich vorhalten muss? Wie sieht es mit meiner Liquidität dann aus? Was ist mit dem Einfuhrumsatzsteuer? Aktuell wird die nicht fällig, belastet also meine Liquidität nicht. Wenn Sie dann fällig wird, welche Auswirkung gibt es dann. Die beiden letzten Punkten sind übrigens massiv. Honda UK geht selbst davon aus, daß das schwer zu wuppen ist, wenn das eintritt. Das sind jetzt alles ganz banale Fragen. Es geht noch nicht einmal um weiterführende Fragen wie einheitliche Rechtsrahmen, technische Anforderungen oder Kapitalkontrollen. Wir haben nun 1,5 Jahre der zweijährigen Brexitphase vergeudet. Wir sind in der guten Lage, daß sowohl UK als auch unser Haupthaus in Hamburg finanziell so gut darsteht, daß letztendlich fast jede Lösung für uns mitgehbar ist. Und je blöder, desto besser für uns, da wir "uns das leisten können". Aber das ist natürlich keine Lösung für eine Nation. Und wohl auch nicht im Sinne des Erfinders, wenn dadurch der Markt weiter konzentriert wird. Wenn ich noch NICHT in UK wäre, dann würde ich übrigens mangels Planungssicherheit auch nicht investieren. Je früher ein Rechtsrahmen gefunden wird, desto besser.
  29. 9 points
    Wenn die Windrush Situation noch nicht Zweifel an eurer Entscheidung gebracht hat, dann lest auch das hier https://www.vice.com/en_uk/article/bjpe8q/this-is-the-next-windrush-style-scandal-waiting-to-happen?utm_campaign=sharebutton und bedenkt, dass das Home Office an einem neuen Immigration Law arbeitet, für das das hier nur der Auftakt ist. Bedenkt auch, dass nach dem Stand der Dinge, ihr diesem Gesetz in Transition Phase + 8 Jahre unterliegen werdet, denn der EU Bürger Status fällt dann weg. Kümmert euch um UK Staatsbürgerschaft nichts anderes sichert euch langfristig ab.
  30. 9 points
    heute morgen ein Interview auf BBC 4 mit dem Chef der englischen Firma gehört, die, ironischerweise, De La Rue (!) heist: Beschwerte sich, dass das UK Government doch da was machen sollte. Fragte dann der Interviewer, ob denn das nicht das sei, was man sich vom Brexit erhofft, guten Wettbewerb weltweit?, da fiel ihm nix mehr ein . . .
  31. 9 points
    Wieviel Leute schreiben unter dem Pseudonym "Ricard0" eigentlich? Mal deutsch, mal englisch, mal unverständlich (meist eigentlich) … hm.
  32. 9 points
    Ich wollte mich nur mal kurz einhändig melden und verkünden, dass wir seit Boxing Day einen gesunden, kleinen Sohn haben! [emoji173]️
  33. 8 points
    Na ja, dann brauchen sie sich auch nicht so über den Backstop aufzuregen. Denn der tritt ja NUR DANN ein, wenn bis Ende 2020 keine Lösung gefunden ist. Nach Deiner Aussage wird es ja ein Klacks sein, solch einen Vertrag aufzusetzen - weil ja keiner eine harte Grenze will. Was hat denn UK bisher als Alternative vorgeschlagen? "Kreative Lösungen". Wow, mehr heisse Luft geht doch gar nicht. Alle Kommentatoren sind sich übrigens einig, dass die EU durchaus bereit ist zu verhandeln, wenn denn auch nur der kleinste Silberstreif am Horizont zu erkennen ist, dass solche Nachverhandlungen fruchtbar wären. Aber von UK kommt nunmal nichts, null, nada, zero. Das zerbombte Auto gehört übrigens sonstwo hin, aber nicht nach Brüssel. Die EU ist m.W. vertraglicher guarantor für das Karfreitagsabkommen. Der Backstop ist ja genau aus dem Grund da: Keine harte Grenze, damit das Karfreitagsabkommen bestehen bleibt und es keinen neuen 'Krieg' gibt. Was UK will ist mal wieder nur eins: Rosinenpickerei. Sie wollen etwas (Brexit), aber die Konsequenzen nicht tragen.
  34. 8 points
    Der ganze Zirkus geht doch von UK aus... Die EU hat nicht gesagt "geht mal raus, wir wollen euch nicht mehr". Das war die UK. Und das ohne Plan. Also ohne vernünftigen Plan (weil: Rosinen picken ist kein Plan imo). Und es ist die UK, die sich intern gegenseitig an die Gurgel geht und rumbockt wie ein kleines Kind vor dem Süßigkeitenregal im Supermarkt. Was soll da das ausgebombte Auto in Brüssel ?
  35. 8 points
    könnte man aus mindestens ebenso guten Gründen auch in Downing Street parken . . .
  36. 8 points
    Ich wohne in England der tiefsten Pampa, in den Bergen. Also wahrhaftig nicht in der Hauptstadt. Die Nachbarn in unserer Terrace stammen aus Schottland, Polen, Pakistan und Deutschland, sprachlich bunt gemischt und alle sind integriert. Zu behaupten, dass man "in UK Englisch spricht", ist unsinnig, weitab der Realitaet und ausserdem uebelst diskriminierend gegenueber allen die walisisch oder gaelisch sprechen. Walisisch ist offiziell anerkannte Landessprache. Davon abgesehen ist "welche Sprachen man auf der Strasse so hoert" kein Indikator fuer Lebensqualitaet, nur dafuer, welch geistes Kind man selber ist.
  37. 8 points
    Ups, wollte keine Diskussion über Schulsysteme anstossen! Das ist eh eine sehr persönliche Angelegenheit und von Kind zu Kind und von Gegend zu Gegend unterschiedlich: Manch ein Kind blüht mit Rohrstockmentalität auf (ehrlich gemeint), manch eines unter maximal Anti-Autoritärer "wir haben uns alle lieb" Mentalität. In Deutschland würde ich mein Kind lieber auf manch einer Hauptschule sehen als auf manch anderem Gymnasium. Wir haben uns hier explizit für die Ofsted 2 Schule entschieden und gegen die Ofsted 1. Mein Beitrag sollte eigentlich nur eins ausdrücken, nach den vielen "Verlasst UK" Beiträgen direkt zuvor: Sowohl UK als auch Deutschland sind tolle Länder in denen man gut, zufrieden, und glücklich leben kann. Sowohl UK als auch Deutschland sind scheiss Länder in denen man schlecht, unzufrieden, und unglücklich leben kann. Das hängt von unendlich vielen Faktoren ab, manche davon hat man unter eigener Kontrolle, andere nicht. Daher ist es für manche die beste Lebensentscheidung hier zu bleiben / jetzt noch auszuwandern, und für andere jetzt nach Dtl zurückzugehen bzw dort zu bleiben. Beide Optionen schliessen sich in keinster Weise aus, und daher sollten wir nicht über die Entscheidungen anderer urteilen ("Du bist ja blöd hierzubleiben") und auch keine pauschalen Tips geben ("Jeder sollte zurück nach D"). viele Grüße, Andre
  38. 8 points
    Was den ansteigenden Rassismus anbelangt, braucht man ja nur mal auf Boris Johnsons letzte Ergüsse zu schauen. Als ich noch in London gelebt habe, dachte ich immer, so etwas würden sich höchstens deutsche (CSU-) Politiker trauen, aber mittlerweile ist im UK wohl alles möglich.
  39. 8 points
    Das ich UK verlasse ist seit einigen Monaten klar. Lediglich das Ziel hatte sich geändert. Unabhängig dessen was aus Brexit wird ist das Land politisch nicht mehr was ich glaubte das es mal war. Ich habe meine Pfunde schon lange raus und tausche nur noch in Pfund um was ich brauche. Mein Geld habe ich als Devisenspekulant technisch eh nie in Pfund gemacht sondern das lief in USD beim Broker ein und wurde dann auf verschiedene Länder und Währungen geteilt. Andere Einkünfte kamen aus der Vermietung in Deutschland, das ist und blieb immer in Euro. Was den möglichen Wechselkurs angeht: Ein no-deal ist sicherlich nicht eingepreist. Ich hatte schonmal das Zusammenspiel mit der interest rate erwähnt. Normalerweise ist es so das gute Zinsaussichten den Kurs stützen. Bevor das Referendum überhaupt ernsthaft im Gespräch war, war das Pfund zum USD in einer 1,50 bis 1,60 Spanne. Spekulanten hatten die felsenfeste Überzeugung das UK das erste Land in der EU sein wird das die Zinsen anhebt. Immer wenn diese Gerüchte aufkamen, klebten wir bei 1,60. Ebbten diese ab, waren wir bei 1,50. Was haben wir heute? Rate hikes hatten wir und Kurstechnisch haben wir neulich die 1,30 unterschritten und sind jetzt bei irgendwas um die 1,28 (zum USD). Der letzte rate hike schien eher noch als negativ empfunden worden zu sein. Risikowarnung der BoE oder keine Ahnung was. Kommt es zum no-deal sehe ich nicht wie die BoE da irgendwas stützen könnte (oder auch wollte). Rate hikes kann sich das Land dann nicht leisten, teureres Geld verschlimmert nur alles. Also wird man die Zinsen wieder senken (wo nicht viel Spiel ist) und massiv die Geldschleusen aufdrehen (mindestens QE, ich habe keinen Schimmer welche Mittel centralbanker noch haben, aber da wird noch was drin sein in der Giftbox die Fiskal konservativen das kotzen beibringt). Das drückt den Kurs weiter runter, nicht rauf. Rauf kann sich UK dann eh nicht leisten. Der Eurozone gehts derweil gar nicht mal so schlecht und das billig Geld wird wohl in absehbarer Zeit zwar nicht beendet, aber zurückgefahren. Das stützt den Euro weiterhin und wir haben quasi die umgekehrte Schere die früher das Pfund nach oben trieb und den Euro runter. Wo das Wechselkurs technisch endet vermag ich nicht zu sagen. Als Spekulant gehe ich wetten in bestimmten Konstellationen ein. Das Vorhersagen von Zielen gehört eher nicht zu meinem repertoire. Ich sehe allerdings nicht warum das ganze bei der Parität zum Euro stoppen sollte, das kann locker drunter gehen. Warum sollte es auch nicht. Und ja, die Inflation geht dann durch die Decke denn anders als Deutschland kann UK nicht in eigener Währung importieren. Hier schlägt jede Verbilligung der Währung gleich bei der Importrechnung zu Buche. Interessant wäre zu wissen wie unternehmen gehedgt sind. Vor dem Referendum waren viele ja für über ein Jahr abgesichert, damals waren die Kosten dafür aber auch billiger nehme ich an. Mal losgelöst davon das so eine Absicherung auch Planungssicherheit benötigt *haha* Nebenbei bemerkt: Ich halte no-deal nicht für wahrscheinlich, unabhängig davon sollte man aber beim unerwarteten eintritt auch nicht feststellen plötzlich Pleite zu sein. Sein Geld raus zu schaffen ist nur dann blöd wenn man meint Brexit wird vorher beendet. Halb/halb könnte sinnvoll sein - das sichert dann quasi den aktuellen Kurs. Wetten können auch gute Absicherungen sein wenn die Quoten stimmen und sind ja sogar Steuerfrei.
  40. 8 points
    Ich möchte – aus leider ebenfalls gegebenen Gründen – den obigen Beitrag dahingehend erweitern, daß bei DIL auch keine Hetze gegen religiöse Gemeinschaften geduldet wird, seien es Christen, Juden, Hindus, Muslims, Buddhisten oder sonstwas. Bei derartigen Beiträgen werden die jeweiligen Verfasser direkt und ohne Warnung gesperrt.
  41. 8 points
    So, mir langts. Bis 12.5. gesperrt.
  42. 8 points
    Jürgen Klopp! https://www.theguardian.com/football/2018/apr/23/brexit-makes-no-sense-and-britain-should-vote-again-says-jurgen-klopp
  43. 8 points
    Und der Irrsinn geht weiter: Gestern in der Sunday Times - Seite 10 - Fishery Overseas firms have already bought up much of Britains Quota and will keep it after we quit the EU. Auszuege aus dem Artikel Britains fish will still belong to Europe after Brexit - because Spain, Holland and Iceland have bought up nearly 90% of the entire fishing quota of Wales and more than half the quota assigned to England. A spokesman for Lesley Griffiths, the Welsh environment secretary said: Welsh vessel owners - as did Sottish and English - have legitimately sold their boats and quota allocations to UK companies with owners in other EU states. Unlike France and Ireland, Defra lets fishers sell quotas. This is why much of the English and Welsh quotas is in foreign hands. Scotland has reduced such problem by restricting sales. Eine Statistik die dem Artikel beigestellt ist zeigt 88 % of Welsh quota is held by firms from Spain 50 % of English quota is held by firms from Holland, Iceland, Spain Und der Artikel endet mit der schoenen Aussage Thomas Appleby , a law lecturer at the University of the West of England, said "England and Wales have mismanaged their fishing quota and Brexit will do nothing to put it right" === Jetzt braucht dann auch der bloede Farage keine toten Fische mehr in die Themse schmeissen. Sein Lieblingsthema hat sich von selbst erledigt. suoyarvi
  44. 8 points
    Wenn in Deutschland die Arbeitgeber nicht wegen jedem Fehltags ein Attest einfordern würden, dann auch.
  45. 8 points
    Wenn das alles so einfach ist, wie Ricard0 sagt, dann frage ich mich aber auch, warum Anwälte, Rechtsspezialisten und Politiker seit Monaten daran sitzen, das Problem zu knacken. Die sollten einfach Ricard0 fragen. Oder irgendjemand sonst im Pub vielleicht. Easy.
  46. 8 points
    Das Problem, nach meinem Verständnis, ist das UK derzeit WTO-Quota mit rest-EU teilt und dieser Entdröselung eben die anderen WTO member (so ca 160) zustimmen müssen. Darunter sind so liebe genossen wie Vladimirs Russland, America-first Trump und andere die UK einfach nicht ganz so geil finden wie die Engländer sich selbst (Argentinien). Davon abgesehen das jedes Land grundsätzlich erstmal an sich selbst denkt und jede Gelegenheit nutzt wenn sich ein Mitglied der ersten Welt ohne Gleitmittel in den P... naja, you know ;-)
  47. 8 points
    Meine Berichte ueber das Einleben in Deutschland, nach langer Zeit in UK sind vielleicht eher subjektiv, da sie von meiner beruflichen Situation abhaengig sind, und auch mit meinem Alter zu tun hatten. Als ich Deutschland verlassen hatte, war ich 10 Jahre juenger, hatte andere Erwartungen und Vorstellung, alles naturgemaess. Generell hat man den Eindruck, Deutschland sei regulierter, manchmal fuehlt man sich leichter bevormundet, aber vieles erscheint auch wiederum im Beruf fairer, und mehr Regulierungen bedeutet auch "sich auf etwas verlassen koennen" bzw. "sich auf mehr verlassen koennen als in UK". Gerade in den letzten Jahren bekam ich in UK mehr "faule Ausreden" als ich es heute in Deutschland erlebe, - ich bin nun mehr als 8 Monate wieder in Deutschland. Im Beruf ist es so, dass ich merke, dass mehr Menschen mit denen ich zu tun habe "wissen, was sie machen, und wie sie es machen" und man "muesse nicht jeden Kleinkram ernaeut erklaeren". Generell stelle ich in Deutschland hier mehr Effizienz fest, und weniger "Anwesenheitspflicht im Job", mehr Fokus, und ist die Arbeit erledigt, ist halt "Freitag auch Fruehschluss". Angestellenverhaeltnisse sind mehr auf Langfristigkeit ausgelegt. Negativ empfindet man im Vergleich zu UK das Zusammenleben anderer Kulturen, besonders hinsichtlich Migranten vom Balkan oder der Tuerkei. Dieser Punkt ist in UK mit Sicherheit besser. Steuern sind etwas hoeher, aber im Vergleich zu UK bekomme ich und habe ich am Ende mehr. Es gibt mehr Abschreibemoeglichkeiten, es geht mehr in Infrastruktur, Themen wie oeffentliches Gesundheitswesen und gesetzliche Kassen hat weniger die Problematik von schlechter Finanzierung. Council Tax gibt's auch keine, also, unterm Strich hat man hier einfach mehr. Fuer 30 Tage Urlaub im Jahr akzeptiert man dann halt, dass man am Sonntag nicht einkaufen darf, zumal sich die Oeffnungszeiten unter der Woche in Deutschland auch sehr positiv gewandelt haben. BBC und UK TV bekommt man ueber das Internet mit komplett legaler Umgehung der Geoblocker. Mieten ist in Deutschland generell regulierter, es werden hoehere Deposits verlangt, meist 2 Monatsmieten, bei Auszug ist streichen verlangt, aber die Vertraege sind wiederum sicherer als in UK, und heute ist es auch im Raum Frankfurt besser Immobilienbesitzer zu sein, als Mieter. Ein komisches Gefuehl war es auch durch diverse Einkaufsstrassen in Staedten in Deutschland zu bummeln, zu sehen wer was kauft, wer sich was leisten kann, man kommt zum Schluss, dass es weitaus mehr Menschen finanziell gut geht, als in UK, und fraegt sich automatisch, warum UK umbedingt die EU verlassen will..... Als angenehm empfindet man auch, dass man am Wochenende problemlos mit dem Auto irgendwo hinkommt, Luxemburg, Belgien, fuer ein paar Tage nach Niederlande, alles ohne Autofaehre. Die Erfahrungen mit den Behoerden waren in Deutschland nicht anders, manchmal sogar angenehmer als vergleichbare Dinge in UK. Meldebestaetigung und dgl. im Vergleich zum Electoral Register fuer die "damaligen" EU oder Buergermeister Wahlen in UK... Das waere eigentlich, was ich zu meiner bisherigen Erfahrung beitragen kann.
  48. 8 points
    Zuckerschlecken wird es fuer Niemanden. Dein (siehe Zitat): Es gibt hier viele, die schon lange hier sind, so wie wir. Wir sind jetzt Mitte vierzig. Wir haben hier immer gearbeitet. Wir haben einfach keine Lust, nochmal woanders anzufangen.
  49. 8 points
    Brexit ist zu einem erheblichen Teil ein Kampf um Deutungshoheit, siehe die Beitraege von Ricard0. Ihm gehts um ein Gefuehl der Ueberlegenheit, welches Ihm durch den Brexit gegeben wird. Ziemlich armselig eigentlich. Fremdenfeindlichkeit basiert auf einem aehnlichen Prinzip. Ich finde dass sich der Brexit langsam bemerkbar macht: Monarch Airlines, Carillion, High street shops hatten ein schlechtes Weihnachtsgeschaeft, Britische Wirtschaft waechst langsamer als vergleichbare Industrienationen, Mortgage-Antraege gehen zurueck, Countrywide (groesster property agent) geraet ins straucheln. Die negativen Konsequenzen kommen halt schleichend und nicht genau am Stichtag 29. Maerz 2019
  50. 8 points
    Absolut, in meinem eigenen Fall. Im Fall der vielen Hausfrauen die z.B. hier verheiratet sind und diese zwanzig Jahre lang Kinder erzogen haben, damit aufgrund von geringem Einkommen ihre Qualifikationsjahre nicht zusammenbekommen nicht. Und - zum einen haette er/sie bis vor ein paar Jahren dafuer die deutsche Staatsbuergerschaft nicht beibehalten koennen, zum anderen gab es ja keinerlei Veranlassung dazu. An einer "unbefristeten Aufenthaltsgenehmigung" haette ich selbst uebrigens nullkommanix Interesse. Ich lass mich privat wie beruflich nirgendwo "dulden".
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