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Philipp85

Social classes / Heuchelei über "Giving something back" attitude

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    Hafi    1.719
    vor 2 Stunden schrieb Philipp85:

    She stared at me, as if I just asked her for a shag. And went away without doing anything.

    Das muss an Brighton liegen - wouldn't happen in Manchester.

    In Manchester in der Tram wurde ein farbiger Amerikaner von einigen Jugendlichen uebelst beschimpt und angegriffen, die Mitfahrer griffen ein (und filmten den Vorfall). Der Angreifer ist fuer 6 Monate eingefahren.

    Just saying. Arschloecher gibt es ueberall.

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    jbevans1234    117

    Wow Phillipp, kann nicht viel dazu sagen, ausser hut ab das du zivilcourage bewiesen hast u ja, UK is a class system and most people don't want to know.

    Sent from my MotoG3 using Tapatalk

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    Philipp85    20
    vor 1 Stunde schrieb Hafi:

    Das muss an Brighton liegen - wouldn't happen in Manchester.

    In Manchester in der Tram wurde ein farbiger Amerikaner von einigen Jugendlichen uebelst beschimpt und angegriffen, die Mitfahrer griffen ein (und filmten den Vorfall). Der Angreifer ist fuer 6 Monate eingefahren.

    Just saying. Arschloecher gibt es ueberall.

    Find ich sehr gut, so soll das auch sein. 0

    Ich will mich auch nicht als Moralapostel darstellen und mach selber mal gerne Mal politisch unkorrekte Bermerkungen um zu provozieren oder habe schon  (kleinen) Mist im Suff gebaut :-) Aber das geht eindeutig zu weit...

    Es saßen bestimmt 300 Leute in unmittelbarer Nähe und keiner, wirklich keiner, hat auch nur den Anschein gemacht, sich zu kümmern. Das zusammen mit den wiederholten Worten "He is a homeless"...Arschlöcher gibt es überall, da hast Du vollkommen recht. Aber in der Tram in dem Artikel den Du geteilt hast, waren es 3 halbstarke Arschlöcher, die besoffen waren (ohne das als Ausrede gelten zu lassen) und sich wichtig tuen mussten.

    Ich habe wirklich, extra, jeden möglichen der gerade im Wege saß oder stand und gegafft hat gefragt. Darunter waren wirklich junge Teenager, dicke Typen mit Brille, Pärchen mittleren und alten Alters sowie Kellner!!! (Brighton Music Hall)...Ich finde es schon sehr bemessen, das als "Arschlöcher gibt es überall" abzutun. 

    Das scheint ein Gesellschaftsproblem zu sein.

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    marfalda1    1.845

     Ich hatte gerade mit meinem Mann darüber gesprochen, der früher mal in Brighton gelebt hat,und er hat gesagt das ist das normale Verhalten in Brighton.die soziale Ordnung dort ist wirklich so ist wenn du homeless  bist hast du Nix bist du Nix und keiner kümmert sich um dich . Einer der Gründe warum er da weggezogen ist

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    Frau Maurer    1.246

    Ich bin ziemlich erschuettert so etwas zu lesen. Ich stimme Hafi und Marfalda zu, das kann ein lokales Problem sein. In NCL sind die Menschen sehr hilfsbereit und man wuerde an einer hilflosen Person nicht vorbeigehen. Selber mehrmals erlebt und mitgeholfen. Und nein, wir kuscheln hier oben auch nicht alle - da wird auch durchaus eine Menge Mist gebaut, aber wenns hart auf hart kommt hilft man einander. Ich hoffe dem Mann gehts bald besser.

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    Philipp85    20
    vor 3 Stunden schrieb marfalda1:

     Ich hatte gerade mit meinem Mann darüber gesprochen, der früher mal in Brighton gelebt hat,und er hat gesagt das ist das normale Verhalten in Brighton.die soziale Ordnung dort ist wirklich so ist wenn du homeless  bist hast du Nix bist du Nix und keiner kümmert sich um dich . Einer der Gründe warum er da weggezogen ist

    Ich bin erst 9 Monate hier, ich kann mir glaube ich noch nicht erlauben das zu bestaetigen. Aber das ist genau das, was ich beobachtet habe! Und das Dein Mann hier fortgezogen ist, spricht ja auch fuer sich.

    vor 3 Stunden schrieb woolly:

    Tut mir leid, dass Dein Brighton Aufenthalt nicht so gut lief.

    Schoen mal wieder von Dir zu hoeren :-) Alles in allem war er ganz gut. Ich habe jede Menge neue Eindruecke gewonnen, nette Leute aus vielen verschiedenen Kulturen kennengelernt und seit Juni haben wir sogar sehr gutes Wetter :-) Haette schlimmer kommen koennen und ich werde nicht griessgraemig zurueck gehen. Im Grossen und ganzen war mein einziges negatives Erlebnis mein erster und einziger Besuch in einem Wetherspoons und als Nazi bezeichnet wurde, als eine Gruppe von den "regulars" mitbekommen hat, dass ich aus Deutschland komme.

    Aber egal. Im Nachhinein frage ich mich, was ich in so einem Schuppen ueberhaupt wollte.

    vor 3 Stunden schrieb woolly:

    Ich wuerde, als hier Lebende, aber trotzdem gerne bemerken, dass dieses Erlebnis nicht unbedingt Brighton repraesentiert.

    ich finde eigentlich viele meiner Mitbuerger hier sehr gebildet, gereist, weltoffen und freundlich.

    Genau das ist auch der Eindruck, den ich habe. Da diese Eigenschaften ja eigentlich schon fuer ein gewissen Wohlstand sprechen, bin ich um soviel Gefuehlskaelte erschuettert.

    vor 3 Stunden schrieb woolly:

    Es gibt ein Riesenproblem mit Obdachlosigkeit und unser Council ist total pleite, bzw. hat 140 Mio weniger Geld in 8 Jahren, was sich wiederum auf die "services" auswirkt, Schliessung von Hostels etc.

    Dazu kommt noch das problem mit den "legal highs", denn diese sind billig und unkontrolliert in ihrer Staerke auf dem Schwarzmarkt zu bekommen und sind unter vielen Obdachlosen sehr beliebt, denn da lassen sich Tage einfach wegdaemmern. Ich erschrecke micht oft, in welchen zombiemaessigen Zustand diese Substanzen Leute versetzen.

    Dann kommt das Betteln dazu, das kann schon mal 5-6 mal/Tag vorkommen, dass ich um Geld angehauen werde.

    Das sehe ich wohl, dass es hier ein Problem mit Obdachlosigkeit gibt. 5-6 Mal am Tag angeschorrt zu werden ist wirklich keine Seltenheit. So what? Kann man ignorieren oder auch freundlich laecheln und "Sorry" sagen. Genau das Argument hat ein Arbeitskollege auch gebracht. Ich finde, es ist kein Argument.

    vor 3 Stunden schrieb woolly:

    So, nun bin ich ein aufgeklaerter Mensch, der sich viele Gedanken um meine Mitmenschen macht, ich arbeite im sozialen Bereich etc..

    Aber manche Menschen koennen oder wollen dies nicht und diese haben dann einfach keine Empathie fuer den Mann mit der Verletzung.

    Das ist das was mich verwundert. Hier leben so viele Schwule, Lesben, Freaks und Hippies. Jeder erwartet toleriert zu werden. Ich bin auch gerne bereit dazu. "Whatever floats your boat". Es sind diese Menschen die unter anderem berechtigterweise Toleranz und somit auch Empathie fuer sich einfordern und offensichtlich durch die Bevoelkerung auch bekommen. Warum hoert die Empathie bei einem Obdachlosen auf?

    vor 3 Stunden schrieb woolly:

    Klar, erschreckend vor allem, da es so viele waren, die nicht helfen wollten.

    Ich habe in Muenchen auch mal fuer einen frisch Ueberdosierten einen Krankenwagen gerufen, hat auch keine Sau interessiert. Ich habe aber nicht gleich auf alle Muenchener geschlossen.

    Ich hab die Geschichte hier bei Euch gepostet, und bspw. nicht auf Facebook, weil mich Eure Erfahrungen als Deutsche in (England) interessiert. 

    vor 3 Stunden schrieb woolly:

    Ich denke, Du hat Dir eventuell nicht genug Zeit gegeben, Dich auf die Mentalitaet einzulassen und damit meine ich eigentlich nur die englische Mentalitaet. Das Verurteilen von small talk etc ist meiner Meinung nach ein Symptom des culture shocks.

    Ich bin kein Freund von Small Talk, aber ich fuehre ihn. Ich kann mich prima uebers Wetter aufregen und ueber Fussball, sonstige Sportarten und Musik unterhalten. Ich finde es hat nur was mit Ehrlichkeit zu tun, jemanden nicht zu fragen: "How do you do" wenn ich als einzig wahre Antwort "I'm good" akzeptiere. Oder am Ende eines Gespraechs "We gotta catch up later" sage, wenn ich sowieso nicht vorhabe mich zu melden. 

    vor 3 Stunden schrieb woolly:

    Freundschaften dauern einfach laenger und dann bewegt man sich auch von dieser oberflaechlichen Ebene weg.

    Ich hoffe, Du hast auch Schoenes in Deiner Zeit hier erlebt.

    Absolut! Eine Freundin hat mir mal gesagt, dass es Erwartungshaltungen sind, die einen ungluecklich machen. Ich bin hier vollkommen offen und ohne grossartige Erwartungen angekommen. Und habe wirklich an sich eine gute Zeit gehabt. 

    vor 3 Stunden schrieb woolly:

    Alles Gute fuer Dich!

     

     

    Danke

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    petruschka    797

    Dass man gerade mit deutschem Hintergrund Smalltalk gern als “falsch” abstempelt hatten wir hier ja nun schon oefter. Es dauert eine Weile, bis man das richtig einordnen und als gesellschaftliches Schmierfett erkennen kann – es haelt den ganzen Laden am Laufen.

    Es ist ebensowenig “falsch” wie der deutsche Platschbumm-FallmitderTuerinsHaus-Ansatz im richtigen Umfeld (i.e. in D) “unhoeflich” ist, und wenn man die komplexe Codierung erstmal versteht, ist auch alles sonnenklar.

    “sorry” kann ja auch alles heissen von “Entschuldigung” ueber “was hast du da gerade gesagt?” bis zu “geht’s noch?!”

    Ich traf gerade in meiner Mittagspause zufaellig einen ehemaligen Kollegen. Wir haben uns laenger darueber unterhalten, dass ich demnaechst umziehe. Die letzten Worte, die wir zeitgleich zueinander sagten waren “See you later”. Es ist sehr unwahrscheinlich dass ich den Mann jemals in meinem Leben wiedersehe, und das erwartet auch keiner von uns.

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    24 minutes ago, Thomas aus Franken said:

    ...“, ist aber auch irgendwie doof – gerade wenn man ihnen vorwirft, vorurteilsbehaftet zu sein und ganze Personengruppen (hier Obdachlose) einfach unter einen Teppich zu kehren, nur um sie dann selbst auch alle unter einen Teppich zu kehren.

    Sorry, voelliges Off Topic, aber 'alle unter den gleich Teppich kehren ist wirklich keine deutsche Phrase die in dem Zusammenhang verwendet werden kann hihi. 

     

     

    Auf die Situation bezogen - schwierig zu beurteilen, ohne dabei gewesen zu sein und die schwere der Verletzung zu kennen. Ich verbringe viel Zeit in Brighton und hatte nie irgendwelche Vorkommnisse derart. Das gleiche gilt fuer meine Zeit in London. Natuerlich kann man da immer mal Pech haben, und manchmal bekommen Leute tatsaechlich nicht die Hilfe, die sie brauchen. Ich vermute das ist in keiner Stadt / Land perfekt. 

    Deswegen alle guten Engagements und Charity Work als heuchelei abzustempeln halte ich fuer falsch. 

    Von mir persoenlich kann ich zum Beispiel erzaehlen, dass ich brav Charity finanziell unterstuetze monatlich, und mich hin under wieder schlecht fuehle, dass ich a. nicht mehr gebe, oder b. nicht mehr aktiv involviert bin. Nobody's perfect! 

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    vor 1 Minute schrieb schonlaengerhier:

    Sorry, voelliges Off Topic, aber 'alle unter den gleich Teppich kehren ist wirklich keine deutsche Phrase die in dem Zusammenhang verwendet werden kann hihi. 

     

    Ich dachte mir doch, dass da irgendwas schief klingt. Über einen Kamm scheren oder in einen Topf werfen – das war es wohl.  :icon_redface:

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    claudiad    5.202

    Haste gut gemacht-ist zum Glück kein Allgemeinzustand. Viele Londoner Ecken haben ihre Obdachlosen, die sind voll integriert, werden versorgt, gegrüßt und als unserer starb, der immer mit seinem Hund vor'm Postamt sass war die Trauer ehrlich und viele Wochen lang lagen Blumen und Karten dort. 

    Ich hab mich auch schon oft mit Obdachlosen unterhalten, genau wie mit allem andere Leuten auch, seh da keinen Unterschied. 

    Finde es auch nicht falsch jemandem ein Bier zu kaufen wenn es erwünscht ist. In vielen Ecken Londons gibt es auch eine Anhäufung, davon sind viele auch keine normalen Obdachlosen sondern professionelle Bettler und falsche Big Issue Verkaeufer.

    Wie sehr man sich freundlich damit auseinander setzen kann und will alle zwei Minuten von jemandem unterbrochen zu werden der was will ist wohl eine individuelle Sache.

    Kann allerdings aus eigener Erfahrung sagen das ich in den Jahrzehnten die ich hier bereits wohne so einiges Unglück sah und nicht ein einziges Mal wurde es von Passanten ignoriert-egal wie das Opfer aussah. 

    Damit will ich nicht sagen das es nicht passiert, aber die Norm ist es zum Glueck nicht. 

    Halt die Ohren steif und mach weiter so-nimm's Dir nicht so zu Herzen.  Und nimm um Gottes Willen das Wort alt aus William's  Beschreibung-der Mann ist in den besten Jahren.  :icon_mrgreen:

     

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    waschbaer    1.111

    Mich überrascht deine Erfahrung. Ich habe sehr lange in Brighton gelebt und so was noch nie erlebt. Im Gegenteil. Aber ich bin schon vier Jahre weg. Traurig.

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    Philipp85    20

    Ich muss sagen, dass es mich doch schon etwas beruhigt hier von vielen zu lesen, dass das offenbar doch nur eine Ausnahmesituation war.

    Evtl. war ich etwas vorschnell mit meinem General-Urteil. Traurig ist es trotzdem.

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    lindemaa    2.507

    Ich moechte nur dazu sagen, dass ein Freund von mir in einer deutschen Grossstadt spaet abends auf der U-Bahn-Treppe ausgerutscht und 20 Stufen runtergefallen ist und er dort 30 Minuten mit gebrochenem Bein und Platzwunde am Kopf lag, ohne dass nur eine Person geholfen haette. Es kamen mindestens 100 Leute an ihm vorbei und letzten Endes hat er selbst (!) zwischen zwei Ohnmachtsanfaellen den Krankenwagen angerufen.

    Und: er ist weder obdachlos noch war er besoffen; er ist Mitte 30 und war im Anzug gekleidet, da er von einem Dienstessen kam.

    Sowas hat nichts mit England vs. Deutschland zu tun, und auch nicht unbedingt mit sozialer Klasse.

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    Mofolo    4.085
    17 minutes ago, lindemaa said:

    Ich moechte nur dazu sagen, dass ein Freund von mir in einer deutschen Grossstadt spaet abends auf der U-Bahn-Treppe ausgerutscht und 20 Stufen runtergefallen ist und er dort 30 Minuten mit gebrochenem Bein und Platzwunde am Kopf lag, ohne dass nur eine Person geholfen haette. Es kamen mindestens 100 Leute an ihm vorbei und letzten Endes hat er selbst (!) zwischen zwei Ohnmachtsanfaellen den Krankenwagen angerufen.

    Und: er ist weder obdachlos noch war er besoffen; er ist Mitte 30 und war im Anzug gekleidet, da er von einem Dienstessen kam.

    Sowas hat nichts mit England vs. Deutschland zu tun, und auch nicht unbedingt mit sozialer Klasse.

    Das war bestimmt Frankfurt oder Ruhrpott oder so ein Drecksloch. In manchen Teilen kannste da froh sein, daß se Dir nicht noch Handy, Uhr und Geldbeutel abziehen, wenn Du hilflos daliegst.

    bearbeitet von Mofolo
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    lindemaa    2.507
    1 minute ago, Mofolo said:

    Das war bestimmt Frankfurt oder Ruhrpott oder so ein Drecksloch.

    Koeln. Auch so ein Drecksloch.

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    Mofolo    4.085
    5 minutes ago, lindemaa said:

    Koeln. Auch so ein Drecksloch.

    Ja, definitiv, die behaupten zwar, sie seien schon Rheinland, sehe da trotzdem keinen Unterschied zu Bochum und Essen.

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    Stellar    2.653

    Ich glaube auch, dass es nicht gut ist, von wenigen auf alle zu schliessen, aber das Problem mit der Obdachlosigkeit kenne ich gut und frage mich auch immer wieder, wie damit umzugehen ist. Ich habe frueher in West London gewohnt, wo es auch einige wenige "Stamm-Obdachlose" gab, mit denen die Locals ab und zu ein Schwaetzchen gehalten haben. In letzter Zeit habe ich das nicht mehr gesehen. Ich arbeite in Central London und da gibt es an jeder Ecke (z.B. um Euston) alte und neue Obdachlose, um die sich kein Schwein kuemmert.

    Ich habe mal jemandem vom Council in Brighton interviewed, der meinte, die Services fuer Obdachlose, Drogensuechtige etc. seien in Brighton viel besser als in London, unter anderem auch deshalb, weil die homeless policy in London darin besteht, die Leute in den Zug nach Brighton oder Hastings zu setzen. Womit das Problem einfach ins Umland verschoben wird, sollen die doch sehen, wie sie klar kommen. Und so wahnsinnig viele "Services" gibt es da auch nicht, von den Charities mal abgesehen. Aber selbst wenn, es ist wirklich schwer da etwas zu bewegen, was in irgendeiner Form fuer den einzelnen nachhaltig etwas bewirkt. Freundlich sein ist schoen und richtig, aber davon kann man sich auch nix kaufen. Es ist extrem deprimierend.

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    Philipp85    20
    vor 53 Minuten schrieb Stellar:

    Ich glaube auch, dass es nicht gut ist, von wenigen auf alle zu schliessen, aber das Problem mit der Obdachlosigkeit kenne ich gut und frage mich auch immer wieder, wie damit umzugehen ist.

    Sehe ich ein, war ein Fehler!

    vor 53 Minuten schrieb Stellar:

    Ich habe frueher in West London gewohnt, wo es auch einige wenige "Stamm-Obdachlose" gab, mit denen die Locals ab und zu ein Schwaetzchen gehalten haben. In letzter Zeit habe ich das nicht mehr gesehen. Ich arbeite in Central London und da gibt es an jeder Ecke (z.B. um Euston) alte und neue Obdachlose, um die sich kein Schwein kuemmert.

    Ich habe mal jemandem vom Council in Brighton interviewed, der meinte, die Services fuer Obdachlose, Drogensuechtige etc. seien in Brighton viel besser als in London, unter anderem auch deshalb, weil die homeless policy in London darin besteht, die Leute in den Zug nach Brighton oder Hastings zu setzen. Womit das Problem einfach ins Umland verschoben wird, sollen die doch sehen, wie sie klar kommen. Und so wahnsinnig viele "Services" gibt es da auch nicht, von den Charities mal abgesehen.

    Ich habe dazu vor einiger Zeit Mal gegoogelt. Es gibt, wenn ich das soweit richtig verstanden habe, Obachlosenheime und dann wird es langsam duenn. Dass es diese Heime gibt ist sicherlich wichtig und richtig. Aber wenn man aktiv sich mal einsetzen findet man gar nichts! Klar kann ich spenden. Aber ich kann mir Geld auch nicht schnitzen und meine Spendenmoeglichkeiten sind daher sehr begrenzt.

    vor 53 Minuten schrieb Stellar:

    Aber selbst wenn, es ist wirklich schwer da etwas zu bewegen, was in irgendeiner Form fuer den einzelnen nachhaltig etwas bewirkt. Freundlich sein ist schoen und richtig, aber davon kann man sich auch nix kaufen. Es ist extrem deprimierend.

    Ich mache mir nichts vor und bilde mir nicht ein, dass meine unregelmaessigen Gespraeche nachhaltig etwas aendern. Ich bin auch kein Sozialpaedagoge und es ist nicht meine Aufgabe. 

    Wenn ich mich aber richtig an meine graue Schulzeit zurueckerinnere, ist der Wunsch nach Geborgenheit/soziale Beziehungen ein Grundbeduerfniss, "kaufen" hingegen nicht.

    Ich bin nicht so vermessen und sage, dass ich Obdachlosen "Geborgenheit" geben kann.  Aber zumindest, so bilde ich ich es mir ein, versuche ich William das Gefuehl zu geben dass sie von der Gesellschaft trotz ihren Unzulaenglichkeiten und teils selbstverschuldeten groben Fehlern geschaetzt werden.

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    Stellar    2.653

    Es war auch nicht als Kritik deines Einsatzes gemeint. Ich finde das durchaus ehrenhaft.

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    woolly    142

    Ich habe gerade "Watching the English" als PDF gefunden, hoffe ich darf es hier verlinken: Nein. –Mod

    Ich finde es einfach super und ich denke oft daran, wenn ich mal wider "lost in translation" bin, mit meinem Deutsch sein.

    Gerade die Kapitel ueber Klasse, weather talk usw.

    Ich beobachte auch oft die Interaktionen zwischen Obdachlosen und Nicht-Obdachlosen hier. Viele schlafen auf den ueberdachten Baenken an der Promenade. Eine Person im Schlafsack hatte ueber Wochen immer ein Pausenbrot in Alufolie mit Apfel auf sich liegen. Das hat mich sehr geruehrt. Ich habe mir dann immer vorgestellt, wie jemand vor der Arbeit noch einen "packed lunch" fuer den Nachbarsobdachlosen zubereitet und weil der morgens noch pennt, es auf ihn drauflegt.

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    Philipp85    20
    vor 13 Minuten schrieb Stellar:

    Es war auch nicht als Kritik deines Einsatzes gemeint. Ich finde das durchaus ehrenhaft.

    Alles gut, habe ich auch nicht so aufgefasst ^_^

    vor 12 Minuten schrieb woolly:

    Ich habe gerade "Watching the English" als PDF gefunden, hoffe ich darf es hier verlinken: http://ilmk.khspu.ru/?wpfb_dl=171.

    Ich finde es einfach super und ich denke oft daran, wenn ich mal wider "lost in translation" bin, mit meinem Deutsch sein.

    Gerade die Kapitel ueber Klasse, weather talk usw.

    Schon laengst gelesen :-) 

    vor 12 Minuten schrieb woolly:

    Ich beobachte auch oft die Interaktionen zwischen Obdachlosen und Nicht-Obdachlosen hier. Viele schlafen auf den ueberdachten Baenken an der Promenade. Eine Person im Schlafsack hatte ueber Wochen immer ein Pausenbrot in Alufolie mit Apfel auf sich liegen. Das hat mich sehr geruehrt. Ich habe mir dann immer vorgestellt, wie jemand vor der Arbeit noch einen "packed lunch" fuer den Nachbarsobdachlosen zubereitet und weil der morgens noch pennt, es auf ihn drauflegt.

    Ich gehe gerne nach der Arbeit die beachfront lang Richtung Hove. Ist mir auch schon aufgefallen, dass dort auf den Baenken viele schlafen. Die Idee mit dem "packed lunch" ist wirklich sehr schoen :D

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    Hafi    1.719
    Am 17/07/2017 um 09:03 schrieb marfalda1:

    die soziale Ordnung dort ist wirklich so ist wenn du homeless  bist hast du Nix bist du Nix und keiner kümmert sich um dich

    Die Einstellung zu Armut ist tatsaechlich je nach Ort unterschiedlich. Es gab letztes Jahr Berichte, dass "professionelle" Bettler von London nach Manchester gefahren wurden, weil da "mehr geht". Die Leute sind spendabler hier.

    Auch in Manchester schauen viele weg, aber es gibt jede Menge Initiativen, die sich um Wohnungsnot und Drogenprobleme kuemmern.  Andy Burnham hatte sich in der Kampagne fuer Mayor of Greater Manchester unter anderem die Bekaempfung von Wohnungslosigkeit auf die Flaggen geschrieben. Mein Arbeitgeber volunteert bei einer Suppenkueche. Das Thema ist in den lokalen Medien praesent und positiv belegt, entsprechend ist  die oeffentliche Meinung.

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