Fassbrause

DIL+
  • Gesamte Inhalte

    66
  • Benutzer seit

  • Letzter Besuch

  • Days Won

    1

Fassbrause last won the day on 17. Dezember 2016

Fassbrause had the most liked content!

Ansehen in der Community

58 Good

Über Fassbrause

  • Rang
    Member
  • Geburtstag

Profile Information

  • Geschlecht
    m
  • Standort
    66-470 Kostrzyn, Poland (formerly London WC1)
  • Interessen
    Personal Finance, Food, Technology

Letzte Besucher des Profils

239 Profilaufrufe
  1. Ja, man hält in Deutschland noch an der Illusion der "Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse" fest. Aber klar gibt es inoffizielle Rankings in den Zeitungen, da geht es dann nach Notendurchschnitten, Beliebtheit usw. Transparenz und Informationen sind natürlich nicht so gut organisiert wie in Großbritannien, aber es kann auch nicht mehr alles unter den Teppich gekehrt werden.
  2. Eine Art Ersatz für ein Bankkonto (mit eigener britischer Kontonummer) kann man mittlerweile online beantragen, auch an EU-ausländische Adressen. Der Prepaidkarten-Anbieter Revolut hat Kontonummern vor kurzem eingeführt. Ist auch gebührenfrei, wenn man es geschickt nutzt.
  3. Weder noch. Ich bin bei einer Genossenschaftsbank, wegen der Konditionen und der Funktionalität (u.a. kontaktloses Bezahlen, Android Pay / Apple Pay). Da ist bei der Einrichtung einiges schief gegangen. Teilweise von meiner Seite aus (falscher Ausweis - man muss zur Identifikation exakt den Ausweis mitnehmen, den man beim Online-Antrag angegeben hat), teilweise von ihrer Seite aus (die Adresse wurde irrtümlich von wem auch immer als BFPO eingetragen, statt als zivile Adresse im Ausland, und der erste Satz Dokumente nach der Einrichtung verschwand einfach in der Post!)
  4. Monese ist einfach einzurichten und kommt mit einer echten GB-Kontonummer, aber recht teuer. Ein kostenloses Basiskonto bekommt man auch ohne UK-Adresse, aber die Einrichtung kann eben bis zu 4 Monate dauern.
  5. Schon Bankkonto in UK eröffnet? Wenn nein, wird's Zeit...
  6. Kann man. Oder Revolut, oder Xendpay... Wenn es noch kein deutsches Konto gibt, ist das Einrichten eines gebührenfreien Basiskontos (z.B. bei der Consorsbank) problemlos möglich.
  7. http://www.cityam.com/257510/nil-points-why-boring-dublin-and-provincial-frankfurt-wont "My request for the wine menu at a business lunch met with a vacant smile and nod, and another waiter coming to ask me if I had asked for the 'warm tea menu'! Most taxi drivers didn’t speak any English, nor did half of the hotel staff. Cash is king and businesses including restaurants, taxis and trains all want hard money. The default response to offering a card is “Oh! You want to pay by card?” followed by some confusion about how to use the machines." Wenn es nach dem Artikel geht, können sich ja alle beruhigt zurücklehnen...
  8. Naja, das Meinungsspektrum in der Presse Großbritanniens ist schon breiter als in Deutschland, das meiner Ansicht nach doch mehrheitlich sozialdemokratisch tickt. Ob Telegraph und Times, Daily Mail oder Daily Express, Guardian oder Independent - alle haben ihre Klientel und da wird kein Hehl draus gemacht, dass nicht jeder allem gefällt. (Schlimmer geht's übrigens immer. In Polen wird zwar mehr gestritten, aber man zielt regelmäßig unter die Gürtellinie, wie hier, hier oder hier.)
  9. Dienstleistungen generell finde ich nicht schlecht in UK, auch die Verwaltung. Man merkt, dass der Staat knallhart spart, aber die Arbeitsmoral empfand ich im Alltag als erstaunlich gut. Das gleiche gilt im öffentlichen Verkehr. Was z.B. Fahrgastinformation angeht, anstatt Scheißegal-Haltung gibt es bei jedem kurzen Stillstand eine kleine Durchsage, oder die durchgezogenen Linien auf dem Boden im Bahnhof Paddington, damit die Leute nicht alle doof wie aufgeschreckte Hühner nach der Underground suchend hin und zurück laufen. Die kleinen Dinge stimmen. Typisch britisch. Ich schlug früher gelegentlich in Berlin auf Startup-Events auf. Da beklagten sich junge Menschen darüber, dass "die Bafin ist das Schlimmste in Europa, ihr Briten habt ja die großzügige und gründerfreundliche FCA mit der Sandbox, bla bla bla". (Ja, aus irgendeinem Grund - die Amtssprache ist auf solchen Events ja Englisch - werde ich manchmal für einen Engländer gehalten, lustigerweise.) Gut, zur Kenntnis nehmen kann ich das zwar, helfen aber nicht. Auf meine Frage, warum man denn nicht in Polen gründe, dort gäbe es qualifizierte Arbeitskräfte für relativ wenig Geld, wurde mancher plötzlich still... Was mir ein wenig zu denken gibt, das ist, dass auch in Polen an vielen Stellen infrastrukturell mehr getan wird als im eigentlich wohlhabenderen Deutschland. Angefangen von der Mobilfunkanbindung entlang der Bahnstrecken. Also es ist woanders nur anders schlecht. Dass so viele Polen nach England gingen, hatte mit dem Wechselkurs zu tun, aber geblieben sind die, die auch den Lifestyle mögen. Die Polinnen in UK bekamen mehr Kinder als die Polinnen in Polen, hieß es damals, also muss der durchschnittliche Lebensstandard damals in Polen wirklich schlecht gewesen sein. Wäre mal interessant, das für deutsche Frauen zu untersuchen...
  10. In der Tat - dabei weiß man doch, dass britische Ordnung viel gründlicher ist als deutsche Ordnung Ich gehe auch lieber in eine Gaststätte mit einem stolzen grünen Food Hygiene Rating-Aufkleber und einer guten Bewertung. Solche Dinge bedauere ich (als Außenstehender) schon: In UK hat die Verwaltung einen im Großen und Ganzen hohen Standard, trotz der miserablen Finanzierung. Diese kann aber nicht mehr als Taktgeber und Vorbild in Europa dienen.
  11. Britisches Bankkonto ist nun wirklich kein Problem, selbst dann nicht, wenn man (was ich jetzt nicht glaube, ihr habt ja schon eine NI no usw.) keinen britischen Adressnachweis hat. Das Recht hat sich im Herbst geändert - mittlerweile reicht ein deutscher, polnischer usw. proof of address, um einen basic bank account zu eröffnen, und es gibt auch erste Berichte aus der Praxis, dass das funktioniert.   Ich würde das schon allein deswegen machen, um das Wechselkursrisiko zu reduzieren.
  12.   Ähnliches hab ich leider auch schon miterlebt. Über einen Busfahrer mit etwas Akzent (für mich hörte es sich zuerst fast wie ein italienischer Akzent an, d.h. ich hätte es jetzt nicht irgendeiner Landsmannschaft zuordnen können oder wollen), der im überfüllten Bus ein paar mal sagen musste, dass die Fahrgäste entweder aufrücken müssen, oder halt nicht einsteigen sollen, wenn sie sehen, dass voll ist, wurde rumgenölt, er würde polnisch sprechen und zwar "rubbish polish"! :-/     Auch in Deutschland und in Polen habe ich schon beobachtet, dass in solchen Situationen dumme Sprüche wegen "fremden" Aussehens oder Akzents fielen. Ganz ohne EU-Austritt. Das ist kein typisch britisches Problem. Ich würde sogar sagen, dass UK eines der in der Hinsicht extrem entspannten Nationen war. Vielleicht kommen in Deutschland warme Worte aus der Politik über Multikulti, davon kann sich der Einzelne aber auch nichts kaufen. Wenn man in Generationen denkt, sind die Integrations-/Assimilationschancen in UK zumindest für die Folgegenerationen schon noch etwas besser.   Wenn sich beruflich was ergäbe, hätte ich heute überhaupt kein Problem damit, meine Zelte wieder in UK aufzuschlagen. Mit ein paar Illusionen weniger, aber hey. Das hängt stark von der persönlichen Situation ab. Einer Familie mit kleinen Kindern würde ich das nicht unbedingt antun.
  13. Mit dem Share dealing account kann ich nicht unmittelbar weiterhelfen, aber hier nur der übliche Hinweis:   Aufgrund der Payment Accounts Regulations 2015 haben auch Nichtansässige, die in der EU leben, die Möglichkeit, ein Basiskonto in UK zu eröffnen. Das dient zwar nur dem allgemeinen Zahlungsverkehr, sollte aber (so die Hoffnung) ggf. als Einstieg in eine Kundenbeziehung dienen können.   Es gibt abseits von DE auch Länder, in denen viele Institute einen besseren Fremdwährungsservice bieten.
  14.   Ich bin jedenfalls der Meinung, dass Deutschland ein Land ist, in dem sehr viel Vertrauensvorschuss gegeben wird. Manchmal ins Treudoofe hinein rutschend und mit gewissen hässlichen Ausrutschern. Da werden immer noch große Beträge mit Karte und Unterschrift bezahlt statt mit PIN, aber wehe, jemand sieht U18 aus, spricht schlecht Deutsch oder passt sonstwie nicht ins Schema, dann wird nach dem Ausweis gefragt.   Ganz anders in Polen, wo dick und fett überall "Parking strzeżony" und "Obiekt monitorowany" ausgeschildert wird, nach dem Motto, probier's gar nicht erst.   Aber die Zeiten sind auch in Germany vorbei, als man sein ganzes Viertel kannte und mit allen Nachbarn per Du war, wenn es sie in Berlin jemals gab. Da ist mir der britische Professionalismus mit Text 61016, see it - say it - sorted, usw. deutlich lieber. Man sollte als Entscheidungsträger nicht voreilig alle Konzepte deswegen übergehen, weil sie aus dem Ausland kommen. Ich hoffe, dass die richtigen Schlüsse gezogen werden und die ganzen schlagzeilenträchtigen Gewaltvorfälle in Berlin nicht als bloße "Betriebsunfälle" ignoriert werden.
  15.   Es kommt immer auf die persönlichen Gründe an. Für Wanderungsbewegungen gibt es Push- und Pull-Faktoren. Vielleicht waren die Push-Faktoren sehr groß bei den Kandidaten, die Probleme hätten, ihre Zelte wieder in DE aufzuschlagen.   Wenn man jung ist, hat man noch nicht so viel "Ballast" und "Verpflichtungen". Da kann man relativ leicht z.B. zu Studienbeginn in ein anderes Land ziehen. Hat man Familie, Kinder, Wohneigentum, eine wohletablierte Karriere, nicht mehr. Vielleicht hat man sich auch an einen bestimmten Komfort gewöhnt, den man in DE so nicht findet. Man nimmt ja - in jede Richtung - auch immer seine Sozialisation mit. Hab da mal so ein schönes Buch gelesen (nicht sehr nett, aber aufschlussreich): http://sro.sussex.ac.uk/45313/   Viele Polen, die aus UK zurückkamen, sind ein zweites Mal ins westliche Ausland gezogen. (Nicht bloß Maurer, die zu sechst in einer Zweizimmerwohnung hausen, auch Professionals.) Es war ja immer diese Hoffnung da, dass die Rückkehrer sich nicht alles bieten lassen würden, dass sie das Land zum Positiven verändern und offener, weltläufiger, liberaler machen. Aber man lässt sie halt nicht ran.